Naturschutz 

Lockdown lockte die Leute ins Grün

12'000 Personen besuchten die Reinacher Heide.

12'000 Personen besuchten die Reinacher Heide.

Die Reinacher Heide erlebte während der Coronakrise einen Ansturm.

Es ist keine neue Erkenntnis: Die Menschen suchten während der strengsten Coronawochen vermehrt die Natur auf, weil ihnen ihre sonstigen Freizeitaktivitäten genommen wurden. Aber die Zahlen, die der Naturschutzdienst Baselland, der für die drei grössten Baselbieter Naturschutzgebiete Reinacher Heide, Wildenstein und Talweiher zuständig ist, kürzlich veröffentlichte, lassen aufhorchen. Während in Bubendorf und Anwil die Besucherzahlen im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr um das Dreifache zunahmen, stiegen sie in der Reinacher Heide um mehr als das Vierfache auf über 12'000 Personen an.

Das habe wohl mit der Lage im dicht besiedelten Gebiet zu tun, sagt Jean-Luc Perret, Sprecher des Naturschutzdienstes. «Die Reinacher Heide ist zu Fuss einfach zu erreichen und ist über Reinach hinaus bekannt.» Mittlerweile haben sich die Besucherströme wieder normalisiert. Während der Hochphase der Pandemie hatte der Rangerdienst in der Reinacher Heide aber alle Hände voll zu tun. Ihre Kontakte im Rahmen eines Verstosses gegen die Regeln nahmen im Vergleich zu 2019 um mehr als das Achtfache – auf über 800 – zu. Die Kontakte ohne Verstösse stiegen hingegen nur um ein Siebtel auf gut 400.

Verbotene Picknicks und Velofahrten

Am häufigsten mussten die Ranger eingreifen, weil Besucher die Wege verliessen, was in der Reinacher Heide wegen der sensiblen Natur verboten ist. Vor allem das Birsufer war ein beliebter Aufenthaltsort, obwohl Verweilen nur ausserhalb des Naturschutzgebietes gestattet ist. Bei der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage wurde dafür eigens ein Badeplatz eingerichtet. Eingreifen mussten die Ranger auch, wenn verbotenerweise ein Picknick auf einer für Pflanzen und Tiere wertvollen Magerwiese veranstaltet wurde, das Hundeverbot oder auf Arlesheimer Seite die Leinenpflicht missachtet wurden oder Velofahrer abseits der erlaubten Velowege unterwegs waren.

Doch bei allen Beanstandungen stellt Perret klar, dass sich ein Grossteil der Leute an die Regeln gehalten habe. «Aber klar spürten wir, dass sich vermehrt Personen in der Reinacher Heide aufhielten, die sonst nicht viel in der Natur unterwegs sind und deshalb nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben.»
Die meisten reagierten einsichtig, wenn die Ranger Besucherinnen und Besucher auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machten. Renitente Reaktionen waren zwar eine Ausnahme, kamen aber ebenfalls häufiger vor. Einmal wurde als letztes Mittel eine Person an die Polizei verzeigt. Eigentlich möchten die Ranger lieber informieren, aufklären und sensibilisieren als beanstanden und nötigenfalls sogar die Polizei beiziehen.

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