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«Lehrling des Jahres»: Am Contest geht’s für die zehn Finalisten um die Wurst

Die zehn Finalistinnen und Finalisten mussten am Contest Tag mehrere Posten bewältigen.

Die zehn Finalistinnen und Finalisten mussten am Contest Tag mehrere Posten bewältigen.

Zehn Lehrlinge aus beiden Basel traten am Mittwoch im Wettbewerb an. Unter ihnen ist der «Lehrling des Jahres».

Als Annina Jenzer in das erfolgreiche Traditionsunternehmen ihrer Familie einsteigt, wird die junge Auszubildende mit dem Vorurteil konfrontiert, damit den einfachsten Weg zu gehen. Nach zwei intensiven Lehrjahren misst sich die Fleischfachfrau als jüngste Teilnehmerin am Contest Tag mit ihrer Konkurrenz. Mit dem grossen Erwartungsdruck hat sie mittlerweile gelernt, umzugehen.

Eine Fachjury wählte aus den fast 50 Bewerbungen zehn Finalistinnen und Finalisten aus. Diese traten am Mittwoch am Contest Tag an. Ab dem 2. November können im Onlinevoting die Stimmen für die Favoriten abgegeben werden. Die grosse Preisverleihung – auch online – und damit die Kürung des Lehrling des Jahres findet am 17.November statt.

Der Wettbewerb wird vom Gewerbeverband Basel-Stadt mitorganisiert. Eine Kandidatin, die es unter die Finalisten schaffte, ist Annina Jenzer. «Ich musste mich in der Firma doppelt beweisen», erzählt sie, die lange den Berufswunsch Kindergärtnerin hegte. Schnell sei ihr klar geworden, dass sie ihre Lehre im elterlichen Betrieb absolvieren wolle. «Rund zwei Drittel der Mitarbeitenden kennen mich mein ganzes Leben lang», schwärmt sie.

Auch das Schlachten gehörte zur Lehre

Allerdings habe sie noch einige Hürden nehmen müssen. Ihr Vater Christian Jenzer, der das Familienunternehmen bereits in vierter Generation führt, habe sie je zwei Monate lang in allen Abteilungen eingesetzt. «Er war sehr stolz, wollte aber, dass ich mir absolut sicher bin», erinnert sie sich.

Es führte also auch kein Weg an der Fleischzubereitung vorbei, fügt sie an. Und selbst mit Maske lässt sich ihr Gesichtsausdruck erahnen. Sie könne das Schlachten – wenn es den Vorschriften entspreche – mit ansehen, meint sie und betont: «Aber es ist nicht meins.» Sie ziehe den Kundenkontakt vor und arbeitete zu 80 Prozent ihrer Ausbildung im Verkauf. «Das Catering für Anlässe zu organisieren, liegt mir», sagt Jenzer, die mit ihrem selbstsicheren Auftreten und ihrem souveränen Auftreten um ein paar Jahre älter wirkt.

Gegen Foodwaste, für Nachhaltigkeit

Als Tochter einer Vegetarierin betont sie, dass Fleischverzehr und Nachhaltigkeit kein Widerspruch per se seien. «Sehr konsequent» werde bei Jenzers Nachhaltigkeit gelebt, sagt Jenzer, die vor einer Woche das erste Rindsfilet genoss. Die Nachfrage der Schweizer Konsumenten nach Rindfleisch sei rund viermal höher als die Produktion von inländischen Anbietern. «Der Rest wird importiert», weiss Jenzer, die in ihrer Ausbildung mit Filmen von Massentierhaltung und derer grausamen Konsequenzen konfrontiert wurde. «Es gibt Kinder, denen wöchentlich ein Filet serviert wird», betont Jenzer.

Mit erfinderischen Gemüse- und Fleischkreationen komme man dem Foodwaste entgegen, sagt die Hobbyköchin, die auch die Juroren an ihrer Lehrabschlussprüfung von ihren Kochkünsten begeistern wollte. Jeden Sonntag sei in der fünfköpfigen Familie gemeinsam gekocht worden, erinnert sie sich und legt nach: «Take-away oder McDonald’s waren keine Alternative.» Bis heute verzichte die Familie darauf, auswärts Fleischgerichte zu konsumieren, sagt Jenzer.

In den Betrieben ihres Vaters werden ausschliesslich Fleisch von Tieren aus Freilandhaltung verarbeitet, betont Jenzer, die mit ihrer Familie in Coronazeiten um das Weihnachtsgeschäft zittert. Zeit fürs Gruppenfoto mit Maske und Mitbringsel.

«Smiling Inside» steht auf der Maske von Saskia Keller

Die Sanitätsinstallateurin befindet sich täglich in schwindelerregender Höhe am Gerüst des Roche-Turms. Als einzige Frau auf der Baustelle. «Mir sind die Sprüche der Kollegen egal», sagt sie. Ein 70 Kilogramm schweres Rohr drei Etagen hochzutragen, brauche Mut. Und sie sei ein Teil eines grossen Ganzen und nach Feierabend erfüllt.

Während auf dem T-Shirt von Jenzer eine Wurst mit Betriebslogo prangt, hält ihr Nachbar ein Skateboard im Arm. Der 31-jährige Stefan Gschwind schliesst in diesem Jahr seine Lehre als Detailhandelsfachmann EFZ Sportartikel ab. «Ich machte ein paar Umwege», scherzt der gelernte Informatiker. Heute wisse er, dass er im Verkauf aufblühe, sagt Gschwind.

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