Kultursponsoring
BLKB und Fondation Beyeler engagieren sich gegen den Generationengraben

Die Basellandschaftliche Kantonalbank wird neu Partnerin der Riehener Kulturinstitution und widmet sich der Kunstvermittlung. Im Fokus stehen der Austausch und die Diskussion über Kunst – auch generationenübergreifend.

Hannes Nüsseler
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Die Fondation Beyeler erhält mit der Basellandschaftlichen Kantonalbank eine neue Partnerin.

Die Fondation Beyeler erhält mit der Basellandschaftlichen Kantonalbank eine neue Partnerin.

Kenneth Nars

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) macht sich nichts aus Grenzen. Vor einem Jahr eröffnete sie ihre erste Filiale am Barfüsserplatz in Basel, jetzt geht sie eine Partnerschaft mit der Riehener Fondation Beyeler ein, gemeinsames Ziel: die generationenübergreifende Kunstvermittlung. Diese sei von grosser Bedeutung für einen «konstruktiven Diskurs und für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft», lässt sich BLKB-CEO John Häfelfinger in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit der Fondation Beyeler zitieren.

Das Interesse der BLKB an städtischer Kultur ist indes kein Novum. Vor Häfelfinger hatte sich bereits Beat Oberlin für den Tanz am Theater Basel eingesetzt, sein Nachfolger dehnte das Engagement spartenübergreifend aus – auch mit dem Kunstmuseum Basel besteht eine Partnerschaft.

«Die BLKB fokussiert auf das Kultursponsoring der regionalen Häuser»,

sagt dazu Unternehmenssprecherin Patricia Rehmann. Man wolle damit die Standortattraktivität und die Lebensqualität in der Region Nordwestschweiz erhöhen. «Die Partnerschaft mit der Fondation Beyeler passt sehr gut zu diesem Engagement.» Zum Umfang des finanziellen Engagements würden keine Details bekanntgegeben.

Grosseltern und Enkelkinder unterhalten sich über Kunst

Bereits Mitte Mai wird ein Museumsspiel lanciert, das den Austausch und die Diskussion über Kunst fördern soll und sich an Seniorinnen und Senioren mit Kindern richtet. Auch ist eine Serie von Kurzfilmen geplant, in denen sich Grosseltern mit ihren Enkelkindern über Kunst unterhalten. Vor allem aber erleichtert die BLKB den Museumsbesuch für ihre Kundinnen und Kunden und schickt Personen bis 30 Jahre gratis ins Museum.

«Alle anderen BLKB-Kundinnen und -Kunden erhalten einen ermässigten Tarif auf den regulären Eintritt sowie Rabatte im Museumsshop»,

heisst es in der Medienmitteilung.

Man sei schon lange mit der Basellandschaftlichen Kantonalbank in Kontakt, erklärt Dorothee Dines, zuständig für PR und Media Relation bei der Fondation Beyeler: «In Gesprächen hat sich herausgestellt, dass beide Partner sich für den Dialog zwischen den Generationen engagieren möchten, so hat sich die Zusammenarbeit konkretisiert.» Daraus ergibt sich nun ein mehrjähriger Vertrag mit der BLKB, die das Kultursponsoring des Museums verstärkt.

Weitere Sponsoring-Partnerschaften nicht ausgeschlossen

Stört es da nicht, dass zu den Museumssponsorinnen bereits die UBS zählt? Dines verneint. «Die Fondation Beyeler hat keine exklusiven Partnerschaften und zählt mehrere Finanzinstitute zu ihren Sponsoren», sagt sie. Das funktioniere gut, da alle Partner ein eigenes Programm oder eine eigene Veranstaltung unterstützten. Auch für die BLKB ist die Konkurrenz kein Problem. «Die Partnerschaft erfolgt unabhängig von anderen Kooperationen der Fondation Beyeler oder Zuwendungen, welche das Kulturhaus erhält», erklärt Rehmann.

Das finanzielle Engagement dürfte nach dem verlustreichen Pandemiejahr höchst willkommen sein, zumal der Grosse Rat eine Erhöhung der Subventionen für die Fondation Beyeler im letzten Frühjahr abschmetterte.

«Um unser Programm zu finanzieren, sind wir sowohl auf Subventionen als auch auf Beiträge von Sponsoren, Stiftungen und Gönnern angewiesen»,

bestätigt Dines. Dass die Basellandschaftliche Kantonalbank jetzt aber gleichsam für den Stadtkanton in die Bresche springe, sei nicht der Fall, so Dines. «Das Engagement der BLKB steht in keinem Zusammenhang mit politischen Entscheiden.»

Die Basellandschaftliche Kantonalbank jedenfalls hat nicht vor, sich so schnell wieder aus der Basler Kulturlandschaft zu verabschieden: BLKB-CEO John Häfelfinger ist Bürger von Gelterkinden und Basel, lebt mit seiner Familie aber in der Stadt. «Unser Engagement für Kultur und Kulturhäuser in der Region ist uns ein stetes Anliegen», bekräftigt Rehmann. «Weitere mögliche Sponsoring-Partnerschaften schliessen wir nicht aus.»