Corona
Kinderspital-CEO entschuldigt sich für seine Impfung

Marco Fischer bereut öffentlich, dass er sich als einer der ersten gegen Corona habe impfen lassen. Sein Verhalten sei «unüberlegt und dumm» gewesen.

Jonas Hoskyn
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«Unbedachtes Verhalten» – UKBB-CEO Fischer entschuldigte sich gestern bei den Mitarbeitenden.

«Unbedachtes Verhalten» – UKBB-CEO Fischer entschuldigte sich gestern bei den Mitarbeitenden.

Nicole Nars-Zimmer

Der CEO des Basler Kinderspitals (UKBB), Marco Fischer hat sich gestern vor seinen Mitarbeitenden entschuldigt, dass er sich vergangene Woche gegen Covid-19 habe impfen lassen. Die bz hatte am Samstag berichtet, dass Fischer eine der wenigen Impfungen erhalten habe, die das Kinderspital vom Kanton Basel-Stadt zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dafür erntete der CEO Kritik von allen Seiten. Fischer hatte die Impfung damit begründet, dass er für das Spital systemrelevant sei.

Sein Verhalten bezeichnete Fischer gestern in einem Schreiben an die Mitarbeitenden als «unüberlegt und dumm». Er habe einen Fehler gemacht. «Ich hätte die überschüssige Dosis für jemanden mit Patientenkontakt freigeben sollen. Ich bedaure zutiefst, dass ich mir dies damals nicht spontan anders überlegt habe.» Er habe sich bereits am Samstag bei den Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL) für sein «unbedachtes Verhalten» entschuldigt.

Für Mitarbeitende auf der Intensiv- und Notfallstation vorgesehen

Das UKBB hatte vergangene Woche vom Basler Gesundheitsdepartement 100 Impfdosen gegen das Coronavirus zugeteilt bekommen. Dies mit der strikten Auflage, dass prioritär die Mitarbeitenden der Notfall- und Intensivpflegestationen geimpft werden müssen. Dank sorgfältigem Aufziehen der Spritzen hätten aus den Ampullen zehn weitere Impfdosen gewonnen werden können, so dass auch einige Mitarbeitende der zweiten Prioritätsstufe hätten geimpft werden können, so das UKBB in einer Medienmitteilung. In diesem Zusammenhang sei auch CEO Fischer kurzfristig angefragt worden. Er habe dann zugesagt.