Tastatur-App

Im Kampf gegen Typos: Das Basler Start-up «Typewise» wagt sich in die Höhle der Löwen Schweiz

Die beiden Gründer David Eberle und Janis Berneker kennen sich seit der Schulzeit.

Die beiden Gründer David Eberle und Janis Berneker kennen sich seit der Schulzeit.

Zusammen gründeten sie «Typewise», jetzt präsentieren sie ihre App in der «Höhle der Löwen Schweiz».

David Eberle und Janis Berneker, beide 34-jährig, waren Sitznachbarn im Gymnasium Oberwil. Was als Schülerjob im Informatikbereich begann, haben sie zum Beruf gemacht. Ihr Start-up «Typewise» vertreibt eine eigens für den mobilen Gebrauch entwickelte Tastatur-App. Ihr Produkt stellen sie am Dienstagabend (20.15 Uhr) in der Sendung «Höhle der Löwen Schweiz» auf TV24 vor, einem Format für Start-ups, welches innovativen Gründerinnen und Gründern ein Investment ermöglicht, gepaart mit viel Know-how der Jury, die aus erfolgreichen Schweizer Geschäftsleuten wie Roland Brack oder Bettina Hein besteht.

Weshalb sollte man genau Ihre Tastatur nutzen?

Janis Berneker: Weil man schneller und fehlerfreier damit schreiben kann und die Tasten nicht so schmal sind, wie bei herkömmlichen Tastaturen. Die App erkennt gut und rasch, wie das Nutzungsverhalten Einzelner aussieht und lernt entsprechend daraus. Gleichzeitig halten wir uns sehr stark an unser Datenschutzversprechen.

Wann ist die Idee für Typewise entstanden?

J.B.: Das war 2015. Ich habe mich länger mit der Schreibmaschine beschäftigt, die ja über 160 Jahre alt ist und bei welcher die Buchstaben so angeordnet wurden, dass sich die einzelnen Häkchen nicht verhaken. Bei Smartphones ist es eigentlich noch absurder, alle Tasten in der Breite anzuordnen, da dieses System darauf ausgelegt ist, dass man mit zehn Fingern schreibt. Dann wollte ich wissen, was David davon hält.

Der ausschlaggebende Moment für die Idee waren also nicht nervige Vertipper?

J.B.: Man nervt sich halt aus Gewohnheit eher unbewusst.

David Eberle: Man kennt es nicht anders. Das ist aber gleichzeitig auch die Schwierigkeit bei der Vermarktung, weil sehr wenig Leute aktiv danach suchen. Andererseits ist es aber auch sehr einfach, weil es kaum Konkurrenz gibt. Natürlich gibt es Apple und Google, aber die vermarkten ihre Tastaturen nicht, sie sind einfach da.

«Ich habe mich länger mit der Schreibmaschine beschäftigt, die ja über 160 Jahre alt ist und bei welcher die Buchstaben so angeordnet wurden, dass sich die einzelnen Häkchen nicht verhaken», so Mitbegründer Janis Berneker.

«Ich habe mich länger mit der Schreibmaschine beschäftigt, die ja über 160 Jahre alt ist und bei welcher die Buchstaben so angeordnet wurden, dass sich die einzelnen Häkchen nicht verhaken», so Mitbegründer Janis Berneker.

Wäre denn eine Kooperation mit Apple und Google für Sie erstrebenswert?

D.E.: Apple und Google verfolgen eine klare Strategie: Wir haben eine offene Plattform mit Millionen verschiedener Apps. Wenn eine App dann plötzlich damit anfängt, Google «Business» wegzunehmen, dann gibt es zwei Wege, entweder die App wird aufgekauft oder fertiggemacht. Die Tastatur ist die visibelste App auf dem Smartphone, sie wird pro Person durchschnittlich 80-mal am Tag genutzt. Ich denke, spannender wäre eine Kooperation mit den Handyherstellern direkt. Das sehen wir als gute Wachstumsmöglichkeit.

Sie wollen nächstes Jahr die Millionenmarke knacken...

D.E.: Wir haben in 10 Monaten jetzt 400'000 Downloads erreicht. Der Fokus liegt auf dem deutschsprachigen Raum und der USA, dort ist die Zahlungsbereitschaft so, dass es sich für uns wohl relativ bald lohnt, das zu machen, was wir tun.

Ist «Typewise» denn schon rentabel?

D.E.: Bei den meisten Tech-Start-ups werden in den ersten Jahren grosse Verluste eingefahren, da man sehr viel in Technologien investiert, die einem Wettbewerbsvorteile verschaffen. Ausserdem investiert man auch stark ins Wachstum. Man muss sich das wie eine Leiter vorstellen, Anfangs steht ein grosses Investment, dann kommen irgendwann stark ansteigende Nutzerzahlen. Wenn sich diese stark vervielfachen, brauchen wir deshalb aber nicht viel mehr Mitarbeiter. Dann beginnt die rentable Phase des Start-ups.

Hatten Sie bisher schon Investoren?

D.E.: Ja, es gab im Sommer ein Investment über eine Million Schweizer Franken. Das waren Schweizer Businessangels. Jetzt sind wir gespannt, was in der Höhle der Löwen passiert.

Welche Investorin würden Sie sich denn wünschen?

D.E.: Das wäre Bettina Hein, aufgrund ihrer Erfahrungen im Tech-Bereich. Eines ihrer Unternehmen wurde für etwa 150 Millionen an eine Firma in den USA verkauft , die auch schon in eine Tastaturapp investiert hat. Sie wäre für uns deshalb wahrscheinlich am spannendsten.

Die sechseckigen Tasten sind das Markenzeichen von Typewise.

Die sechseckigen Tasten sind das Markenzeichen von Typewise.

Haben Sie es im Schweizer Markt besonders schwierig, weil wir Gewohnheitsmenschen sind?

J.B.: Wir haben relativ gute Zahlen in der Schweiz. Vielleicht mögen wir keine Veränderung, wir sind aber auch kleine Optimierer, was man in anderen Ländern weniger ist.

Welche Schritte könnten mit einem neuen Investment beschleunigt werden?

D.E.: Einerseits könnten wir das Produkt schneller weiterentwickeln und andererseits mehr ins Marketing investieren, um schneller zu wachsen. Die Sendung an sich ist aber schon nur deshalb spannend, weil das Produkt Visibilität erlangt und die Zuschauer unserer Zielgruppe entsprechen.

«Typewise»-App: Hier können Sie die App herunterladen

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