Spitäler beider Basel

Im Gegensatz zum Baselbiet: Unispital Basel testet jetzt alle Patienten

Corona-Test

Corona-Test

Das Unispital Basel hat sich dazu entschieden, sämtliche Patientinnen und Patienten – auch ohne Symptome – einem Test auf das Coronavirus zu unterziehen. Das Baselbiet verfolgt in diesem Bereich ein anderes Vorgehen.

Fast 700 Coronavirus-Fälle zählt der Kanton Basel-Stadt mittlerweile. Davon sind über 45 Prozent wieder genesen, wie das Gesundheitsdepartement am Mittwoch mitteilte. Im Universitätsspital Basel seien 88 Baslerinnen und Basler hospitalisiert. 16 Personen befinden sich in der Intensivpflege. Das Spital gleicht in diesen Tagen einem Bienenstock. Anspannung und Besorgnis seien spürbar, erzählt Unispital-Sprecher Nicolas Drechsler. Gleichzeitig aber auch Engagement.

Auch in der Aussenstation des Unispitals, der Predigerkirche, bleibt der Andrang gross. Dort führen die Mediziner laut Drechsler bis zu 300 Tests pro Tag bei Coronavirus-Verdachtsfällen durch. Zudem habe man den Ablauf in der Teststation etwas angepasst, um mehr Personen betreuen und testen zu können. Die Ärzte könnten zudem Medikamente gegen Symptome verschreiben. Sollten Patienten weitere Behandlung benötigen, würden sie direkt ans Notfallzentrum weiterverwiesen.

Unispital Basel hat fast alle Patienten getestet

Das Universitätsspital Zürich hatte am Dienstag an einer Pressekonferenz angekündigt, ab dem 1. April alle Patientinnen und Patienten auf das Coronavirus zu testen – ungeachtet der Symptome oder des Verdachts auf eine Ansteckung. Damit soll eine Ansteckung der Mitarbeitenden und anderer Patienten verhindert werden. Diese Massnahme hatte auch das Unispital in Basel ergriffen. «Wir testen sämtliche Patientinnen und Patienten, die entweder bereits bei uns im Spital betreut werden oder neu eintreten», so Drechsler. Diese routinemässigen Tests seien bis Mittwochabend fast vollständig durchgeführt worden. Auch Spitalmitarbeitende hätten die Möglichkeit, sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Daneben hat das Unispital am letzten Märztag dieses Jahres die neue Therapiemöglichkeit mit Plasma bereits genesener Coronavirus-Patienten lanciert. Laut der Medienmitteilung wurde mit zwei Personen begonnen: Ihnen wurde Blut verabreicht, das etwa Abwehrstoffe gegen einen Krankheitserreger enthält. Die Forschungsgruppe formiert sich um Manuel Battegay, Chefarzt der Infektiologie und Spitalhygiene, und Andreas Buser, Chefarzt der Transfusionsmedizin und des Blutspendezentrums beider Basel. Buser sagt zur bz: «Wir wissen noch nicht, wie die Plasma-Transfusion wirkt.» Dafür sei es noch zu früh, da die Behandlung der beiden ersten Patienten andauere. Die Hoffnung sei, dass Schwere und Dauer der Krankheit reduziert werden könnten.

Es handelt sich um Einzelheilversuche, für die der Patient eine Einverständniserklärung unterschreiben muss. Auch die Plasma-Spender, also dem Unispital bekannte genesene Coronavirus-Patienten, würden aus freien Stücken handeln. «Von etwa 100 angefragten Personen haben sich über 15 bereit erklärt, Plasma zu spenden», sagt Buser. Wirkt die neue Therapie bei den Corona-Patienten, soll eine Studie den Effekt in einer Studie evaluieren.

«Für die momentane Situation» genug Masken und Kleidung

Während in Basel-Stadt also fleissig auf das Virus getestet wird, hält sich der Kanton Baselland zurück. Flächendeckende Tests an Patienten werden in den Spitälern in Liestal, Laufen und auf dem Bruderholz keine durchgeführt. Anita Kuoni, Sprecherin des Kantonsspitals Baselland, sagt zur bz: «Wir testen nicht alle Patientinnen und Patienten, sondern nur jene, die entsprechende Symptome aufweisen.» Alle Massnahmen würden laufend überprüft.

Sowohl in Baselland als auch in der Stadt gibt es derzeit noch keine Maskenpflicht auf dem Spitalgelände. «Eine solche besteht nur für Personen, die im direkten Patientenkontakt stehen und wo der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann», erklärt Kuoni. Weiter teilt das Baselbieter Gesundheitsdepartement auf Anfrage mit, dass der Landkanton «für die momentane Situation über genügend Material» – Atemschutzmasken, Beatmungsgeräte, Schutzkleidung – verfüge.

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