Besucherstrom

Eine Platzform gegen überfüllte Sportcenter

Daniel (links) und Giuseppe Puglisi im Dojo des Budo Sport Centers Liestal

Daniel (links) und Giuseppe Puglisi im Dojo des Budo Sport Centers Liestal

Daniel Puglisi hat eine besondere Plattform für Sportcenter erfunden. Damit lässt sich der Besucherstrom steuern und niemand muss wieder nach Hause geschickt werden.

Vier Klicks reichen. Vier Klicks, die das Leben einfacher machen. Seit rund vier Jahren habe er immer wieder an dieser Plattform getüftelt, erzählt Daniel Puglisi. Doch erst die Coronakrise brachte sie an den Start. Der 29-jährige Puglisi hat ein IT-Werkzeug entwickelt, das den Zustrom der Mitglieder ins Budo Sport Center Liestal steuert. Karate, Krav Maga, Tai Chi und Fitness werden hier praktiziert. Gegen 400 Personen nutzen das Angebot. Wenn nicht gerade das Coronavirus den Betrieb herunterfahren lässt.

«Momentan dürfen hier maximal zwölf Personen gleichzeitig trainieren», schildert Puglisi die Herausforderung. Ab kommendem Montag – nach neuerlichen Lockerungen – werden es 24 sein. Im angeschlossenen Krav Maga Basel waren es acht, jetzt dürfen 14 Personen kommen. Durch das Steuerungssystem muss niemand nach Hause geschickt werden. Jeder weiss genau, wann seine Trainingszeit ist und zu welchem Zeitpunkt es für ihn keinen Platz hat. Die Interessierten rufen vor den Trainings die Website des Budo Sport Centers ab. Dort wird ersichtlich, welche Zeitfenster an welchem Tag frei sind. Oder eben besetzt. «Sobald der Termin ausgewählt ist, ist er fix», sagt Puglisi. «Wer sich zuerst anmeldet, hat den Platz.»

«Leute von der Website ins Dojo bringen»

Vier Klicks reichen. Lange Telefonate und Mailwechsel entfallen. Das spart auch dem Budo Center Zeit. Gleichzeitig wird eine Präsenzliste erstellt, mit der eine Corona-Infektionskette zurückverfolgt werden könnte. Alles habe damit begonnen, dass Daniel Puglisi und sein Geschäftspartner Rodrigo Haenggi 2015 die Website des Budo Sport Centers neugestalteten. «Wir überlegten uns, wie wir so einfach wie möglich an Kampfsport interessierte Leute von der Website ins Dojo bringen.» Ein niederschwelliges Angebot musste her.

Was seither entstand, bildete die Basis für die Plattform, die nun genutzt werden kann. Innerhalb einer Woche war alles eingerichtet. Puglisis Antrieb war, dass er seinen Eltern, Annemarie und Giuseppe, helfen wollte. Die beiden leiten das Budo Sport Center Liestal. «Ohne eine solche Lösung», so Puglisi, «hätten wir am 11. Mai niemals öffnen können.» Was irgendwann zur existenziellen Frage geworden wäre.

«Die Plattform hat eine enorme Bedeutung für uns», sagt Giuseppe Puglisi. Nicht zuletzt für das Auftreten des Centers, das Image. Müssten Mitglieder abgewiesen werden, weil das Center die maximale Anzahl Personen bereits hereingelassen hat, verärgere das die Leute. Das neue Anmelde- und Zugangskonzept schafft Klarheit, beruhigt die Situation. Ausserdem besteht so keine Gefahr, dass sich zu viele Leute vor dem Dojo ansammeln.

Eine Viertelstunde reiche zur Installation und die Software tue ihren Dienst, sagt Puglisi. Von einer Goldgrube kann trotzdem nicht die Rede sein. «Finanziell rentiert das Tool zurzeit hinten und vorne nicht», sagt Daniel Puglisi. 50 Franken pro Monat oder 500 Franken pro Jahr verrechnet er seinen Kunden für die Nutzungsrechte. Bislang haben rund 30 Kampfsportschulen in Deutschland und der Schweiz zugegriffen. Auch ein Ernährungsberater ist darunter. Tennis-Center hätten sicher ihren Nutzen davon. Für weitere Sportarten wird optimiert.

Für Sportbegeisterte zählt nach dem Lockdown vor allem eines: Vier Klicks reichen.

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