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Ein Bild von Fachwerkhäusern im Wert von einem Franken – Allschwil erhält Sonderbriefmarke

2006 ehrte die Post die Gemeinde Arlesheim.

Allschwil wird im November zum Mekka der Briefmarkenfreunde und erhält eine Sonderbriefmarke. Wie diese aussieht, bleibt vorerst ein gut gehütetes Geheimnis.

Allschwil kriegt im Herbst eine eigene Briefmarke. Wie sie aussieht, das hält die Schweizerische Post bis zum Erscheinungsdatum am 5. Oktober geheim. Einer der wenigen, die die Marke bereits gesehen haben, ist Ernst Schlunegger, ein Allschwiler Briefmarkensammler. «Auf der Marke ist eine stilisierte Ansicht des Allschwiler Dorfkerns abgebildet», verrät er. «Die Häuser sind entfremdet, damit sie nicht identifizierbar sind.» Ihm persönlich gefällt die Briefmarke. «Sie ist sehr schön geworden.»

Schlunegger ist es zu verdanken, dass die Post überhaupt das Baselbieter Fachwerkdorf ehrt. Eigentlich hätte eine Innerschweizer Gemeinde die Allphila 2018 beherbergen sollen, die jährliche Schweizer Briefmarkenausstellung zum internationalen Briefmarkentag, der seit den 1930er-Jahren jeweils Ende Jahr stattfindet. Doch die lokalen Organisatoren erhielten die versprochene Halle nicht.

Nordirischer Künstler

Als Schlunegger das über den Schweizer Briefmarkenverband erfuhr, sprang er kurzerhand ein – schliesslich hatte er im In- und Ausland bereits drei vergleichbare Ausstellungen organisiert. Die Gemeinde Allschwil konnte er dazu bewegen, ihm den Saal des Schulhauses Gartenhof zur Verfügung zu stellen. Und zur Allphila gibt die Post jedes Jahr eine Sondermarke heraus, die die Veranstaltergemeinde zeigt.

Meist zeigt das Wertzeichen eine lokale Sehenswürdigkeit, etwa ein historisch wertvolles Gebäude oder eine typische Fabrik. In Saignelégier zum Beispiel wurden Pferde abgebildet. Für Allschwil durfte Schlunegger den Philatelisten der Post Vorschläge machen. Ihm war rasch klar: Die Marke sollte den historischen Dorfkern zeigen. «Wir hätten auch das neue Gartenhof-Schulhaus auswählen können», sagt er. «Aber das wäre schade gewesen. Unser Dorfplatz ist doch sehenswert.»

Ikone soll erkennbar sein

Die Verantwortlichen der Post waren gleicher Meinung, denn sie fragten für die Umsetzung den Basler Künstler Kevin Hill an. «Sie sahen auf meiner Webseite, dass ich bereits Bilder vom Dorf Allschwil gemacht habe», sagt der gebürtige Nordire, der seit 35 Jahren in Basel lebt. Er hat auch schon für den Allschwiler Kunstverein ausgestellt. «Ich habe eine besondere Beziehung zu dieser Gemeinde», erklärt er. Von der Post erhielt er freie Hand. «Auf der Marke sollte einfach eine Ikone der Gemeinde erkennbar sein.» Und Personen durfte er keine zeigen. Eine Weile überlegte er sich, die Fasnacht als Sujet zu nehmen. «Aber die Fasnacht wird als etwas Baslerisches gesehen», sagt Hill. «Die Allschwiler sind nicht gerne die kleinen Brüder der Stadt. Sie haben eine eigene Identität, mit den Fachwerkhäusern und der Nähe zu Frankreich.»

2002 war die Gemeinde Oberdorf auf einer Marke abgebildet

2002 war die Gemeinde Oberdorf auf einer Marke abgebildet

Ungefähr einen Monat war er dran, denn die 1-Franken-Marke kommt als kompletter Block daher, aus dem man die einzelnen Marken herausreissen kann. Als Technik für die bunte Briefmarke wählte er diejenige, die er immer verwendet, nämlich Feder und Tusche. Angewandt hat er die fotorealistische Methode, die er sich als Autodidakt selber angeeignet hat. Dazu meint Schlunegger: «Hill hat einen ganz eigenen Stil.»
Für den Künstler ist es die Erfüllung eines Traums, eine eigene Marke gestalten zu dürfen – schon nur aus kommerziellen Gründen. «Mein Name wird draufstehen», sagt er. «Darum hoffe ich, dass ich dadurch an weitere Aufträge komme.»

Acht Gemeindemarken im Baselbiet

Auch für die Gemeinde Allschwil ist die eigene Marke eine Premiere. Seit der Gründung der Post kamen erst acht Gemeinden im Baselbiet zu solchen Ehren, noch keine im Rahmen einer Ausstellung. «Grosse Städte wie Bern, Basel oder Zürich hatten schon viel mehr», sagt Schlunegger. Kaufen können wird man den Briefmarkenblock in grösseren Poststellen der Region, online bei der Post – und natürlich an der Allphila in Allschwil, die vom 23. bis 25. November stattfindet.

Es wird einen Sonderstempel geben. All zu wertvoll wird die Marke aber nicht sein. «Die Zeiten sind vorbei, als man für so was astronomische Preise verlangen konnte», sagt Schlunegger. «Eine Kapitalanlage ist die Allschwiler Marke jedenfalls nicht.»

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