Ladenschliessungen
Dieses Mal wollen Basler Einkaufszentren Lockdown-Verwirrung verhindern

Die grossen Basler Warenhäuser wollen ihre Lebensmittel-Abteilungen während des Lockdown offen halten. Im Gegensatz zum Frühjahr, werden die einen ganze Etagen sperren, die anderen aber nur die betroffenen Bereiche absperren.

Deborah Gonzalez
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Die beliebte Delicatessa im Basler Globus bleibt trotz Lockdown geöffnet.

Die beliebte Delicatessa im Basler Globus bleibt trotz Lockdown geöffnet.

zvg

Das Handy steht nicht still. Immer wieder vibriert es und kündigt neu eingegangene E-Mails an. Nachrichten von Läden, die kurz vor dem bevorstehenden Lockdown noch alle Register ziehen: Bis zu 70 Prozent Rabatte bieten viele Detailhändler. Kleidung, Beautyprodukte, Spielsachen – so viel wie möglich muss raus, lautet das Motto.

Sollte jeder nun in die Stadt gehen, um genau diese Produkte zu kaufen, könnte es in Sachen Corona-Ansteckung gefährlich werden. Und obwohl einige Schweizer Einkaufszentren genau deshalb auf mehr Security setzen, zeigen sich die Basler gelassen. So auch Mathias Böhm, Geschäftsführer von Pro Innerstadt Basel: «Momentan ist alles ruhig und es zeichnet sich auch nicht ab, dass sich daran gross was ändern wird.»

Ein Kommentar

Nichtsdestotrotz könne es sein, dass sich die meisten auf Freitag und Samstag konzentrieren würden und die Einkaufszahlen dementsprechend etwas höher ausfallen, als es normalerweise der Fall ist. «Ich denke aber nicht, dass es ein Weihnachtssamstag wird», sagt er. Auch das Wetter spiele hierbei eine Rolle: «Liegt zu viel Schnee, denken die wenigsten daran, einkaufen zu gehen.»

Läden wollen sich einheitlicher präsentieren

Die Bars und Restaurants sind in Basel bereits seit 25. November geschlossen, nun folgen die Läden. Die Bestimmungen des Bundesrats lauten: Lebensmittelläden und sonstige Läden, soweit sie Lebensmittel oder andere Güter des kurzfristigen und täglichen Bedarfs anbieten, dürfen weiterhin offen bleiben.

Schon beim ersten Lockdown haben sich diese Bestimmungen für viele Detailhändler als Problem entpuppt. Grosse Läden, die auf der gleichen Etage Lebensmittel und Produkte des nicht täglichen Bedarfs anbieten, standen vor einer schweren Aufgabe. Die einen sperrten die jeweiligen Produkte mit einem grellen Absperrband ab, andere nahmen sie aus den Regalen, wiederum andere verkauften die Produkte weiterhin. Eine einheitliche Lösung gab es nicht. Ein Problem, das dieses Mal nicht erneut entstehen soll. Der Bundesrat hat an der Medienkonferenz betont, was genau verkauft werden darf. Jetzt liegt es an den Läden, diese Forderungen umzusetzen.

Lebensmittel-Abteilungen von Warenhäuser bleiben offen

Das Warenhaus Globus teilt auf Nachfrage mit, dass lediglich «Delicatessa» offen bleibt. «Da diese sich jeweils im Untergeschoss befindet, ist es absolut kein Problem, die anderen Abteilungen abtrennen zu können», heisst es.

Ähnlich wird es Manor handhaben. Im Warenhaus werden die oberen Etagen geschlossen. Die Food-Supermärkte in Liestal, Basel Greifengasse und St.Jakob werden weiterhin offen bleiben. Das Sortiment sei ausgedehnt worden, damit mehr angeboten werden kann, heisst es auf Anfrage. Es wird mit einem grossen Online-Anstieg gerechnet, weshalb ein Teil der Waren in die jeweiligen Verteilzentralen verschoben wird. «Die Abholstationen werden für die Lockdown-Zeit vorbereitet», heisst es weiter.

Im Gegensatz dazu werden Coop und Migros betroffene Bereiche absperren. Coop Supermärkte, Import Parfumerie und The Body Shop sind weiterhin geöffnet. Coop City sowie Coop Bau+Hobby indes nur mit Sortimentsbeschränkungen. Von Seiten der Migros heisst es: «Wie genau wir vorgehen, klären wir derzeit im Detail.»