Markenauftritt

Die BLKB verliert den Logo-Streit: Der Spickel kommt

Der «Spickel» im roten Quadrat muss wieder weg – auch bei der neuen Filiale der BLKB am Barfüsserplatz.

Der «Spickel» im roten Quadrat muss wieder weg – auch bei der neuen Filiale der BLKB am Barfüsserplatz.

Die Basellandschaftliche Kantonalbank muss die neuen Leuchtreklamen ersetzen – das Problem ist das Quadrat.

Kaum eingeführt, wird es schon wieder abgeändert. Die Basellandschaftliche Kantonalbank muss ihr prägnantes neues Logo anpassen. Leicht zwar, aber doch fällt ein spielerisches Element weg. Beim Rechteck mit dem stilisierten «K», das alle Kantonalbanken in der Schweiz verwenden, wird die Spitze am linken unteren Rand entfernt. Das gab die Bank an der Bilanz-Medienkonferenz gestern Mittwoch in Liestal bekannt. Das «K» mit dem Spickel sollte eine Sprechblase darstellen.

Sieht man von den Querelen mit dem Dachverband ab, war 2019 für die BLKB ein erfolgreicher Jahrgang (siehe Text unten). So vergrösserte sich etwa das Kundenvermögen um beinahe zehn Prozent.

Bank fürchtet keine hohen Kosten für Re-Re-Branding

Auf die Abänderung des Logos bestanden hatte der Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) mit Sitz in Basel. Der Dachverband ist Inhaber der Markenrechte – er pocht darauf, dass angeschlossene Institute die Grundform des Logos unverändert verwenden: Also das Quadrat mit dem stilisierten «K» und, wenn möglich, das Wort «Kantonalbank» respektive «Banque Cantonale» als Teil des Namens. 

Hier konnte die BLKB offenbar einen Kompromiss aushandeln. Denn sie verwendet weiterhin die Abkürzung «BLKB». Ebenso ist der Slogan «Was morgen zählt» auch in Zukunft Teil des Logos. So kam BLKB-CEO John Häfelfinger an der Medienkonferenz trotz der künftig fehlenden Ausbuchtung zum Fazit: «Ich finde unseren neuen Auftritt wirklich cool!»

Laut seinen Angaben belaufen sich die Kosten für die Entfernung des «Spickels» auf einen kleinen Betrag. Die Korrekturen hätten «komfortabel» im Budget Platz, das für den neuen Markenauftritt reserviert worden ist. Das sind rund 1,8 Millionen Franken.

Der neue Markenauftritt wurde im vergangenen September lanciert. Bis Ende Jahr sollen alle schon publizierten Logos korrigiert oder ausgetauscht sein, sagte Häfelfinger. Betroffen seien unter anderem die Hälfte der 20 Niederlassungen der Bank, bei denen unter anderem die neue Leuchtschrift bereits montiert worden ist. Ebenso seien zum Beispiel auch schon Kreditkarten und Druckmaterialien mit dem Spickel im Umlauf.

Andere Kantonalbanken tanzen weiter aus der Reihe

Der Sprecher des Kantonalbanken-Verbands, Christian Leugger, sagt auf Anfrage der bz, man sei zufrieden, dass die Angelegenheit mit der Einigung beigelegt sei. «Wir setzen uns als VSKB für eine starke Marke und eine möglichst einheitliche Umsetzung derselben ein.» Die erzielte Übereinkunft mit der BLKB unterstütze diese Bestreben. Nach der beschlossenen Anpassung sei man mit dem neuen Logo zufrieden.

Viele der 23 anderen Kantonalbanken verwenden weiterhin abgeänderte Versionen des Grunddesigns. Vor allem in der lateinischen Schweiz wird herumgebastelt. So hat etwa die Walliser Kantonalbank Sterne ins «K» eingebaut, die Banque Cantonale Neuchâteloise verdoppelte das «K»; die Institute in Neuenburg, Genf und in der Waadt arbeiten zudem «nur» mit Abkürzungen. Die Basler Kantonalbank (BKB) wiederum invertierte 2016 die Farben: Weisse Schrift auf schwarzem Grund statt umgekehrt – laut BKB ist das Erscheinungsbild damit «baslerischer denn je».

Die Institute müssen sich jedoch nicht vor Konsequenzen fürchten. Der Verband gab bereits im Oktober bekannt, die einzelnen «grösseren Abwandlungen des Signets» hätten bereits bei der Einführung des aktuellen Markenreglements bestanden. Künftige Rebrandings sollten jedoch wieder reglementskonform durchgeführt werden. Kurznamen und die Farbumkehr wiederum würden weiterhin toleriert.

John Häfelfinger gab sich gelassen ob der Designquerelen. Denn die Zahlen des Bankhauses sind gut: mehr Gewinn, mehr Kundenvermögen und mehr Hypotheken, solide Erträge, respektable Eigenkapitalrendite. Ebenso blieb der CEO seinem Versprechen treu, das er nach seinem Antritt 2017 gegeben hatte: Er liess die Krawatte gestern im Schrank hängen, ebenso CFO Herbert Kumbartzki. Von den drei Referenten tanzte nur Thomas Schneider aus der Reihe: Der Bankratspräsident trug Krawatte.

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