Buchpräsentation

Das Coming-out als Lebenselixier

Boris Nikitin, Regisseur und Autor

Boris Nikitin, Regisseur und Autor

Boris Nikitin präsentiert seine Publikation «Versuch über das Sterben» in der Kaserne.

Im September 2019 hat der Basler Regisseur und Autor Boris Nikitin die Saison der Kaserne Basel mit seinem theatralischen Essay «Versuch über das Sterben» eröffnet. Der Prosatext liegt nun auch als Buch vor. Heute Donnerstag wird die Publikation erstmals präsentiert, ab 19 Uhr in der Kaserne, anlässlich der Premiere von Nikitins neuster Inszenierung «24 Bilder pro Sekunde».

In «Versuch über das Sterben» vereint Nikitin zwei aktuelle Themen auf erstaunliche Weise. Der Autor schreibt über die todbringende ALS-Erkrankung seines Vaters, seinen Wunsch nach einem Exit und verbindet dieses berührende Zwiegespräch mit radikalen Gedanken über sein eigenes Coming-out als Homosexueller vor zwanzig Jahren.

Vater und Sohn haben in entscheidenden Momenten dasselbe getan. Sie haben sich entgegen der Konvention für ihre eigene Wahrheit entschieden. Dieser Spur folgend, erweitert Nikitin den Begriff des Coming-out: Jeder Mensch, der etwas Unausgesprochenes vor anderen veröffentlicht, vollzieht ein Coming-out. Dabei ist es egal, ob es um seine Sexualität geht oder den Wunsch zu sterben.
Der Autor schreibt: «Wer nicht schweigt, bleibt auch nicht allein.» Vom Vater habe er gelernt, dass auch das Sterben eine Form der Selbstermächtigung sein könne. «Wir könnten lernen zu leben, indem wir lernen zu sterben.»

«Versuch über das Sterben», Boris Nikitin, 50 Seiten, www.editionfrida.ch.

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