Mobility Pricing

Breite Unterstützung für Mobility Pricing

Stau bei der Verzweigung Hagnau von Pratteln nach Basel, Birsfelden.

Stau bei der Verzweigung Hagnau von Pratteln nach Basel, Birsfelden.

GLP-Grossrat will Preise für Autofahrer und ÖV-Benutzer in den Stosszeiten erhöhen.

Für die Verkehrsexperten ist klar: Will man den Stau zu Stosszeiten eindämmen, braucht es einschneidende Massnahmen. In der «Schweiz am Wochenende» sagte der Basler Verkehrsprofessor Alexander Erath, das so genannte «Mobility Pricing» sei die wirkungsvollste Massnahme zur Regulierung des Verkehrs. Dieses Modell sieht vor, dass diejenigen Verkehrsteilnehmer mehr bezahlen müssen, die zu Hauptverkehrszeiten unterwegs sind.

Basler Parlamentarier möchten nun, dass der Regierungsrat bei der Verkehrsregulierung vorwärts macht. In einem Vorstoss fordert GLP-Grossrat David Wüest-Rudin mit der Unterstützung von Grünen, SPlern und Freisinnigen, dass der Kanton Basel-Stadt ein Pilotprojekt zum Thema Mobility Pricing lanciert. Wüest-Rudin macht zwei grundsätzliche Überlegungen geltend. Zum einen soll der Verkehr verursachergerecht sein. «Wer die Infrastruktur stärker benutzt, soll mehr bezahlen», sagt Wüest-Rudin und spricht damit unter anderem die Autos an, die relativ viel Platz einnehmen und nach Fahrleistung bezahlen müssten. Zum anderen sollen Anreize geschaffen werden, die Hauptverkehrszeiten zu entlasten. Wüest-Rudin sieht hier «Optimierungspotenzial», auch beim öffentlichen Verkehr. «Beispielsweise könnten Vorlesungen an den Hochschulen so gelegt werden, dass die Studierenden nicht gerade zur Stosszeit anreisen müssen», meint der Grünliberale. Auch könnten durch wirkungsvolles Mobility Pricing Anreize gesetzt werden, dass Homeoffice und Büroarbeit besser kombiniert werden.

Die Technologie hat sich stark verbessert

Für Wüest-Rudin ist klar, dass in der Grenzregion Basel die Herausforderungen gross sind – Absprachen mit den Nachbarländern und dem Nachbarkanton sind unerlässlich. Er meint aber auch: «Die Technologie zur Erfassung von Autos hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt.» Vorbei seien die Zeiten, in denen jeder Autofahrer Münzen in einen Automaten werfen müsse, wenn er eine Zahlstelle passiere.

Die Regierung fordert er nun auf, den Vorstoss rasch zu behandeln. Dies, weil der Bund demnächst entsprechende Projekte in der ganzen Schweiz durchführen will. Das Bundesamt für Strassen hatte eine Wirkungsanalyse in der Region Zug zum Anlass genommen, schweizweit nach Testregionen zu suchen. Die Analyse hatte gezeigt, dass der Autoverkehr in Stosszeiten dank Mobility Pricing um neun bis zwölf Prozent gesenkt werden kann. Bis Mitte Jahr will der Bund entscheiden, in welchen Kantonen das Mobility-Pricing-Konzept getestet werden soll.

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