Liestal
Wirt will nicht aufgeben – «Zum Fass» ersetzt das «Big Ben Pub»

Liestal wird zur Pub-Brache: Das unter dem Namen «Big Ben Pub» bekannte Lokal gibt es nicht mehr. Der Wirt aber gibt nicht auf: Er eröffnet an der Mühlegasse am 15.November eine neue, massentauglichere Beiz.

Leif Simonsen
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Abgedeckte Fenster, verschlossene Türen: Die «Captain Bar» im Stedtli ist Geschichte. Kenneth Nars

Abgedeckte Fenster, verschlossene Türen: Die «Captain Bar» im Stedtli ist Geschichte. Kenneth Nars

Baselbieter Wirte, insbesondere wenn sie ein junges Publikum bedienen, haben seit der Einführung des Rauchverbots einen schweren Stand. So auch David Scheyhing. Seit er das «Big Ben Pub» vor sechs Jahren übernahm, ging es damit hauptsächlich in eine Richtung: abwärts.

Ein Grund zum Aufgeben? Ja – aber nur vorübergehend. Seit Kurzem sind die Türen der immer noch als «Big Ben Pub» bekannten «Captain Bar» geschlossen, die Fenster sind mit Zeitungspapier abgedunkelt, die Rollläden unten. Am 15.November peilt Scheyhing zusammen mit zwei Kollegen eine Neueröffnung des Lokals an der Mühlegasse an.

Tiefere Monatsmiete als zuvor

Der Neustart soll unter ganz anderen Vorzeichen gelingen: Zuerst soll die Beiz vis-à-vis des Regierungsgebäudes umgetauft werden: Der Allerweltsname «Zum Fass» soll signalisieren, dass sich das Wirtshaus für Gäste unterschiedlichster Schichten und Couleur öffnen will. Wer die «Captain Bar» in jüngster Vergangenheit betrat, weiss warum: Mit diesem eingeschränkten Zielpublikum – Rockmusik hörende, Bier trinkende und (eben) rauchende Junge – lässt sich im Stedtli heute kein Geld mehr verdienen. Die beiden Konkurrenten des «Captain Pubs», die «Sportbar» und das «Nelson Pub» haben schon dichtgemacht. Derzeit ist Liestal also eine wahre Pub-Brache. Zum Konzept will und kann der Wirt des neuen Gasthauses nicht allzu viel sagen. Nur so viel: Die Pub-Atmosphäre soll beibehalten werden. «Vergleichbar mit dem des Irish Pubs in Basel», solle der neue Ort werden.

Den Vorteil des zentralen Standorts wird er zukünftig besser nutzen können: Schon im Sommer hat er eine Bewilligung bekommen, den Gastbetrieb «Zum Fass» auch draussen führen zu können. Ansonsten verrät Scheyhing nur: «Wir wollen dafür sorgen, dass es bei uns keine Schlägereien gibt oder irgendwelche Drogen verkauft werden – auch wenn es dafür natürlich nie eine Garantie gibt.»

Damit der Wirt in den ersten Monaten «etwas Luft zum Atmen» bekommt, ist ihm der Vermieter entgegengekommen. Im Vergleich zur «Captain Bar» senkte er die Monatsmiete um über einen Drittel. Sobald aber «genügend Rückstellungen gemacht worden sind», werde sich die Grundmiete wieder auf einem ähnlichen Niveau einpendeln wie vorher. Ein entsprechender Vertrag ist schon unterschrieben.

Viele Lärmklagen

Trotz Schonfrist: Ein Spaziergang wird das neue Beizen-Abenteuer nicht. «In Liestal gibt es viele, die den Finger ziemlich schnell aufstrecken, wenn es mal ein bisschen lauter wird.» Der neue und alte Wirt kann nur auf die Toleranz der Stedtli-Anwohner hoffen: Schliesslich schweben ihm auch weiterhin jugendliche Öffnungszeiten vor: «Ich hoffe, dass ich auch unter der Woche bis vier Uhr geöffnet haben kann.»