Bubendorf
«Wir wollen der Bevölkerung nicht die Katze im Sack unterjubeln»

Eine neue, redimensionierte Mehrzweckhalle ist für den Gemeinderat der richtige Weg und lädt die Medien zu einem Infoanlass ein. Die ganze Gemeinde soll sich nochmals mit dem Neubau der Mehrzweckhalle auseinandersetzen.

Simon Tschopp
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So würde die neue Mehrzweckhalle in Bubendorf aussehen. Links das denkmalgeschützte Schulhaus Dorf.

So würde die neue Mehrzweckhalle in Bubendorf aussehen. Links das denkmalgeschützte Schulhaus Dorf.

zvg

Das ist ein klares Bekenntnis zur neuen Mehrzweckhalle: Der Gemeinderat lädt die Medien zu einem Infoanlass – und erscheint in corpore. Laut Gemeindepräsident Erwin Müller ist es das erste Mal überhaupt, dass die Bubendörfer Exekutive zu einer Medienkonferenz einlade. Grund: Auch gegen das neue Projekt der Mehrzweckhalle samt Umgebungsgestaltung ist das Referendum zustande gekommen (bz vom Freitag).

«Nicht nachvollziehbar»

«Wir stehen für offene und klare Informationen und wollen der Bevölkerung nicht die Katze im Sack unterjubeln», betont Müller. Eine neue Mehrzweckhalle im Dorfzentrum sei eine grosse Herausforderung, zumal das benachbarte Schulhaus unter Denkmalschutz stehe. Nachdem ein erstes Projekt in einer Referendumsabstimmung bachab geschickt worden war, erarbeitete eine breit abgestützte Arbeitsgruppe aufgrund der abgelehnten Variante einen neuen Vorschlag. Ein gutes Jahr brütete dieses Gremium an zehn Sitzungen ein redimensioniertes Projekt aus. Und auch dieses muss sich nun dem «Stresstest» an der Urne am 8. Februar 2015 stellen. Sollte die abgespeckte Mehrzweckhalle ebenfalls am Referendum scheitern, müsste dieses Projekt begraben werden. «Und Bubendorf hätte über 680'000 Franken in den Sand gesetzt», rechnet der Gemeindepräsident vor. Andernfalls könnte mit dem Neubau im Februar 2016 begonnen werden und 18 Monate später könnte die Mehrzweckhalle eingeweiht werden.

Gemeinderat Thomas Noack konstatiert, dass die Gemeindeversammlung zum damaligen Projektwettbewerb, zu Projektkredit und Baukredit Ja gesagt habe – und jetzt das Referendum: «Das ist für mich nicht nachvollziehbar.» Für sie sei es eine emotionale Angelegenheit, sagt Gemeinderätin Sandra Sollberger. Sie habe in den Arbeitsgruppen für beide Projekte mitgearbeitet. «Ich bin überzeugt von unserem Vorgehen. Auch bezüglich Informationsfluss bin ich mir keines Fehlers bewusst.»

Für die Gemeinde sei eine Urnenabstimmung vielleicht nicht einsehbar, meint Michael Steg, der Präsident des Referendumskomitees. Jedoch sei ihr Anliegen breit unterstützt worden, sonst wäre auch kein Referendum zustande gekommen. «Durch das Referendum wird nun das Projekt erneut diskutiert und geprüft, was bei einer Investition in dieser Höhe sinnvoll ist. Für uns birgt das Projekt im Verhältnis zu den sehr hohen Kosten zu viele Kompromisse.»

Diskussion auf Facebook

Das Komitee wolle, dass sich die ganze Gemeinde nochmals mit dem Neubau der Mehrzweckhalle auseinandersetze und es an der Urne zu einem Mehrheitsentscheid komme, erklärt Michael Steg und fährt fort: «Mit dem Zustandekommen des Referendums hat sich das Komitee in die Diskussion eingebracht.» Nun diskutiert sogar «ein Teil von Bubendorf» auf Facebook über das Projekt. Das Komitee wird sich laut Steg mit einem Infoblatt, das den Abstimmungsunterlagen beigelegt werden soll, im Abstimmungskampf bemerkbar machen.

«Als Behörde dürfen wir uns nicht in den Abstimmungskampf einmischen und dafür Geld ausgeben», ist sich Gemeindepräsident Erwin Müller der heiklen Situation bewusst. Dafür stehe es den Gemeinderäten als Einzelpersonen offen, sich zu äussern.

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