Land-Schreiber
Wir stopfen das Medienloch im Schwarzbubenland

Verbürgt ist, dass sich die heutigen Schwarzbuben, wie ihre Nachbarn im Laufental, oft wie zwischen Stuhl und Bank gefallen fühlen. Das gilt auch für die Berichterstattung in den Medien. Wieso wir hier eine Ausnahme sind.

Bojan Stula
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Blick auf die Dornacher Industrie.

Blick auf die Dornacher Industrie.

Martin Töngi

All jenen Zeitgenossen im Landkanton, die fest davon überzeugt sind, dass Dornach eine Baselbieter Gemeinde ist, und die Welt hinter der Ruine Angenstein aufhört, sei unter die Nase gerieben: Es gibt irgendwo dort hinten auch noch ein sagenumwobenes Gebiet, das sich Schwarzbubenland nennt und von einem ziemlich stolzen Völkchen bevölkert wird. Fragen Sie einfach nicht, wo genau. Tröstlicherweise wissen es nicht einmal die Schwarzbuben selbst, wer sich alles so nennen darf – so hat man es uns zumindest erzählt. Auch über die Herkunft der Bezeichnung «Schwarzbube» gibts lediglich mehr oder weniger gescheite Deutungsversuche, von denen der bekannteste besagt, dass die Schmuggler entlang der Grenze zu Frankreich als Namensgeber fungierten, weil sie Waren schwarz verschoben und bei der Ausübung dieses alternativen Erwerbsmodells vielleicht sogar ihre Gesichter schwärzten.

Verbürgt dagegen ist, dass sich die heutigen Schwarzbuben, wie ihre Nachbarn im Laufental, oft wie zwischen Stuhl und Bank gefallen fühlen. Das gilt nicht zuletzt für ihren Wiedererkennungseffekt in den Medien. Ist ja auch zu dumm: Mit der Lebensrealität des Grossteils der Bevölkerung hat die Kantonszugehörigkeit zu Solothurn nicht mehr viel gemein, ein Problem übrigens, das auch das Baselbiet in Bezug auf seine Bezirksgrenzen umtreibt. Für Tageszeitungen ennet des Belchens wie die «Solothurner Zeitung» oder das «Oltner Tagblatt» stellt die Passwangkette ein unüberwindbares Hindernis dar, weil sie auf dieser Seite schlicht zu wenig Leserschaft haben. Für die Mehrzahl der Medien in der Region Basel sind Dorneck und Thierstein zwei Randgebiete, die nur dann in den Fokus rücken, wenn es dort chlöft und dätscht. Diese Randlage mit beschränkter wirtschaftlicher Potenz erklärt auch, wieso das Verlangen nach einer eigenen Schwarzbuben-Tageszeitung genauso eine Utopie bleiben wird wie der 1992 schon einmal gescheiterte Versuch eines eigenen Lokalradios.

Ohne dass wir uns jetzt selber auf die Schultern klopfen: Wenn sich jemand heute noch kontinuierlich der Schwarzbuben annimmt, dann sind es die AZ Medien, zu denen neben der «bz Basel» und «bz Basellandschaftliche Zeitung» auch die beiden Wochenblätter für das Birseck/Dorneck und Laufental gehören. Natürlich gerade in der bz viel zu selten, wie Kritiker einwerfen, und zu punktuell über die Solothurner Kantonspolitik, was vor allem die hiesigen Kantonsparlamentarier stört. Aber es war schön zu erfahren, dass bei aller Kritik diese führende Rolle von Wochenblatt und bz, die bei der Schwarzbuben-Berichterstattung eng kooperieren, unbestritten ist. Zu diesem Schluss kamen jedenfalls diese Woche die Anwesenden an einer Podiumsdiskussion in Dornach, wo es um das «Medienloch» im Schwarzbubenland ging, das entgegen der provokanten Tagungsthese gar nicht existiert. Was uns betrifft, werden wir alles daransetzen, dass das auch so bleibt. Unter anderem mittels des neuen bz-Onlineportals «Meine Gemeinde» und einer besser koordinierten Zusammenarbeit mit unseren Partnern von der «Solothurner Zeitung» in der Kantonspolitik.

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