Wiesentour
Mit QR-Codes die Wälder und Wiesen des Baselbiets entdecken

Ein neues Projekt von Baselland Tourismus, Pro Natura Baselland und dem Bauernverband beider Basel möchte der Bevölkerung die Bedeutung der Baselbieter Wiesen näherbringen.

Eva Oberli
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Das neue Projekt «Wiesentour» soll die Bedeutung der Baselbieter Wiesen aufzeigen.
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Grüne Wegweiser und QR-Codes führen die Besucherinnen und Besucher informativ über die Wanderwege.
Die Touren sind mit einem eigenen Wegweiser gekennzeichnet.
Weitere Eindrücke von den Wiesentouren.
Weitere Eindrücke von den Wiesentouren.
Weitere Eindrücke von den Wiesentouren.
Weitere Eindrücke von den Wiesentouren.

Das neue Projekt «Wiesentour» soll die Bedeutung der Baselbieter Wiesen aufzeigen.

Eva Oberli

Im vergangenen Jahr wurde das Baselbiet wegen Corona von seiner eigenen Bevölkerung wiederentdeckt. Die Pandemie schwemmte ganze Menschenfluten durch Wald und Wiese, auf die Fluhen und in Täler der lokalen Naherholungsgebiete.

Ebenfalls 2020 fand die erste Wiesenmeisterschaft statt, die besonders schöne, vielfältige und schützenswerte Flächen im Kanton prämierte. Angelehnt an die Wiesenmeisterschaft wurden die Baselbieter Wiesentouren konzipiert. Zwei Wanderungen, eine im Ober-, eine im Unterbaselbiet, sollen der Bevölkerung die Wichtigkeit und Wertschätzung der regionalen Wiesen vermitteln. Baselland Tourismus, Pro Natura Baselland und der Bauernverband beider Basel initiierten das Projekt, mitgearbeitet hat ausserdem das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain.

Landwirtschaft kann nicht immer ökologisch sein

Die Wiesentour soll die Bevölkerung nicht nur auf die Schönheit, sondern auch auf die Wichtigkeit der regionalen Wiesen und deren Pflege aufmerksam machen.

Claudia Brodbeck, Vizepräsidentin des Bauernverbands beider Basel, kommt beim Standort Eichholzweid bei Titterten auf die Zwickmühle zu sprechen, in er die Landwirte, die oftmals die Wiesen unterhalten, stecken. Denn Ökologie und Landwirtschaft funktionieren nicht immer harmonisch miteinander.

Einerseits muss eine effiziente Nahrungsmittelproduktion auf nur begrenzt verfügbarem Boden möglich sein. Das bedeutet, der Einsatz von Düngemitteln ist nötig, um die erforderlichen Futtermengen für Nutztiere bereitzustellen. Andererseits sind auch die Bäuerinnen und Bauern daran interessiert, auf ihren Ländereien einen attraktiven Lebensraum für bestäubende Insekten zu schaffen.

Wiesen sind wichtig für das Landschaftsbild

Doch selbst wenn eine Wiese keine landwirtschaftliche Nutzfläche ist, die Ertrag bringen soll – gemäht werden muss sie hin und wieder trotzdem, wie Biologin und Ebenrain-Mitarbeiterin Susanne Kaufmann erklärt. Wiesen, die nicht gemäht werden, verbuschen und verwalden. Mit den Wiesen, die für das Landschaftsbild und den touristischen Wert einer Gegend wichtig sind, verschwindet so auch der Lebensraum für Blumen und Bewohner wie Insekten und wiesenbrütende Vogelarten.

Die Sensibilisierung ist das grosse Ziel. Ganz besonders schöne Wiesen im Kanton wurden aber, zum Schutz ebendieser, bewusst nicht in die Tour miteinbezogen.

«Mit dem Angebot dürfen wir nicht das zerstören, was wir eigentlich zeigen möchten»,

so Michael Kumli, Geschäftsführer bei Baselland Tourismus. Die Besucherinnen und Besucher werden angehalten, die gekennzeichneten Wege nicht zu verlassen, den eigenen Abfall mitzunehmen und sich respektvoll zu verhalten, gerade in der Brut- und Setzzeit.

Regionalität boomt – auch kulinarisch

«Die Kombination aus Wandern in der Region und regionalen Produkten trifft den Nerv der Zeit», so Michael Kumli von Baselland Tourismus. Die regionalen Produzenten zu berücksichtigen, war für die Organisatoren ebenfalls sehr wichtig.

Wer von Arboldswil nach Titterten wandert, kann die Verpflegungsmöglichkeiten in den beiden Dorfläden wahrnehmen, die viele regionale Produkte führen. Auf halber Strecke befindet sich ausserdem das «Hofschürli», wo man sich selbst mit Getränken und Produkten vom Hof Chastelen und vom Verein Hochstamm läbt bedienen kann.

QR-Codes zur Wissensvermittlung

Die Baselbieter Wiesentouren umfassen die zwei Routen Arboldswil–Titterten und Dittingen–Laufen. Die Oberbaselbieter Tour ist 6,2 Kilometer lang und kann in gut zwei Stunden zurückgelegt werden. Trotzdem empfehlen die Organisatoren, eine Stunde mehr Zeit einzurechnen. Denn entlang der beschilderten Wegstrecke finden sich an zehn Stellen mit QR-Codes versehene Holzpfosten, die Wissenswertes rund um die Wiese bereithalten. Besucherinnen und Besucher können die Codes mittels Smartphone scannen und bekommen so Informationen und Fragen zu den jeweiligen Posten direkt aufs Handy.

85 Prozent der Wiesentouren wurde auf bereits bestehenden Wanderwegen angelegt, wiederum aus dem Grund, dass besondere Flächen geschützt werden sollen. Die Organisatoren achteten ausserdem darauf, dass die Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos möglich ist.

Man wandert auf der Wiesentour über Teer- und Mergelstrassen, auf Waldwegen und Trampelpfaden. Eingestuft als Wanderung des mittleren Schwierigkeitsgrades, aufgrund von einzelnen, steilen Abschnitten, eignet sie sich für Leute jeden Alters, die gut zu Fuss sind und festes Schuhwerk tragen.

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