Muttenz
Weil der Boden einstürzte, verzögert sich die Schulsanierung

Ein Loch im Boden sorgte beim Schulhaus Hinterzweien in Muttenz für einen sofortigen Baustopp. In Muttenz ist das nichts Ungewöhnliches.

Tobias Gfeller
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Dieser Dolineneinbruch sorgt für Verspätung beim Schulhaus-Neubau.

Dieser Dolineneinbruch sorgt für Verspätung beim Schulhaus-Neubau.

zvg

Eigentlich sollte nach den Sommerferien die ganze Sekundarschulstufe von Muttenz im Schulhaus Hinterzweien untergebracht werden. Nur ein kleiner Rest wäre gemäss der ursprünglichen Planung von 2013 aus Platzgründen in Spezialräumen im Schulhaus Gründen verblieben. Doch dieser Plan ist vorerst vom Tisch. Ein Dolineneinbruch von rund zweieinhalb Metern Durchmesser sorgte Ende letzten Jahres für einen sofortigen Unterbruch der lokalen Sanierungsarbeiten am ehemaligen Primarschultrakt. Als Doline bezeichnet man eine Senke von meist rundem oder elliptischem Grundriss, die durch Lösungsvorgänge an der Erdoberfläche entstehen.

«Es geschah bei Grabarbeiten», erklärt Marco Frigerio, stellvertretender Leiter des kantonalen Hochbauamts. Aufgrund der Doline wurde der Baubetrieb reduziert. «Bevor voll weitergearbeitet werden kann, müssen geologische Bodenanalysen gemacht werden», so Frigerio. Die Resultate aus den Untersuchungen erwartet der Kanton Ende März. Nach einer Analyse könne entschieden werden, ob zusätzliche Massnahmen ergriffen werden müssen. «Man darf das Loch nicht einfach zuschütten», stellt Frigerio klar. Die ganze Schulanlage im Hinterzweien werde nun untersucht. Was schlussendlich genau unternommen werden muss und wie hoch die Mehrkosten ausfallen, hängt von den Ergebnissen der geologischen Untersuchung ab.

Ein Dolineneinbruch ist in Muttenz nichts Ungewöhnliches. Bei diversen Bauvorhaben in der Gemeinde – unter anderem einst bei den Turnhallen Hinterzweien – kam es zu Bodeneinstürzen. Auch der Rothallenweiher in der Rütihard entstand wahrscheinlich durch eine Doline. Dies hängt mit den in Muttenz verbreiteten karstigen Böden zusammen, in denen die Wahrscheinlichkeit für Hohlraumbildungen grösser ist als anderswo.

Ein Jahr enger zusammenrücken

Für die Schulraumplanung der Sekundarschule Muttenz hat dies Folgen. Der von der Gemeinde abgekaufte Trakt kann nicht wie geplant in diesem Sommer bezogen werden. Für Co-Schulleiter Michael Wüthrich ist die Planungsänderung kein grosses Problem. «Man muss immer mit Bauverzögerungen rechnen», nimmt er den Dolineneinbruch gefasst. Denn genügend Ausweichschulraum ist vorhanden: «Wir können den Sekundarschultrakt im Schulhaus Gründen füllen. Dass dieser auch in Kantonsbesitz ist, erleichtert es.» Wüthrich gibt zu, dass dies nicht ohne Folgen für den Schulbetrieb bleibt. «Wir müssen enger zusammenrücken. Als Übergangslösung ist dies machbar und das Schuljahr 2015/16 sollten wir so gut über die Bühne bringen können.» Langfristig sei dies jedoch keine Alternative.

Eine Ironie hat die Geschichte: Der Verkauf des Schulhauses Hinterzweien an den Kanton und der Neubau des Primartrakts Gründen erschwerte die Schulraumplanung der Primarschule Muttenz in den letzten Wochen. Eine Alternative war, für die Primarschule im Sekundartrakt Gründen Räume zu mieten. Hätte Muttenz das Angebot des Kantons angenommen, wäre das Chaos programmiert gewesen.

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