Wischberg-Hof Hemmiken
Wegen angeblicher Hygiene-Mängel geht der Kanton jetzt massiv gegen Bauer Suter vor

Der Kanton Baselland und Bauer Alfred Suter sind auf Kriegsfuss. Das kantonale Amt für Veterinärwesen kritisiert die Tierhaltung auf dessen Hof in Hemmiken. Jetzt hat der Kanton eine Task Force gegründet

Andreas Hirsbrunner
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Fall Hof Maiberg in Hemmiken
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Die Idylle auf dem Hemmiker Hof Maiberg trügt. Noch längst sind nicht alle Probleme, die von der überfüllten Deponie im Wald oberhalb des Hofs ausgehen, gelöst.
Der Hof von Alfred Suter am Hemmiker Wischberg ist durch die überfüllte Deponie oben im Wald gefährdet. Davon zeugen die Risse an den Gebäuden.
Im Vordergrund der Problemhang zwischen der Deponie am Wischberg und dem 100 Meter weiter unten liegenden Hof Maiberg (Bildmitte) in Hemmiken.
Der stetig rutschende Hang hebt schon bald die Eternitplatten auf Alfred Suters Stalldach.

Fall Hof Maiberg in Hemmiken

Kenneth Nars

Jetzt fährt die Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) mit grösserem Geschütz auf: Sie teilte am Mittwochmorgen mit, dass sie eine Task Force «im Tierschutzfall Hof Maiberg» ins Leben gerufen habe. Dieser gehören Vertreter diverser Ämter innerhalb der VGD, aber auch vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen an. Geleitet wird die Task Force von Peter Wenk, Leiter des kantonalen Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (ALV).

Hintergrund ist, dass das ALV seit letztem Frühjahr die Tierhaltung des Hemmiker Bauers Alfred Suter bemängelt. Seither liess der Kantonstierarzt den Hof mehrfach überprüfen. Im November eskalierte eine derartige Kontrolle und ein Rind kam ums Leben.

Schliesslich kündete das ALV Anfang Dezember eine Verfügung an, dass Suter den Viehbestand aus tierhygienischen Gründen bis Ende 2017 von 180 auf 90 Tiere reduzieren müsse.

Suter bestritt in seiner Stellungnahme die Vorwürfe und verlangte Beweise, gleichzeitig reichte sein Anwalt eine Strafanzeige gegen die kantonalen Kontrolleure inklusive Kantonstierarzt ein.

Bis heute hat der Kanton die angekündigte Verfügung nicht erlassen. Besonders brisant ist am Fall, dass es sich beim Hof Maiberg um jenen handelt, der von der weiter oben liegenden, überfüllten Deponie bedroht ist.

Die VGD betonte in ihrer Mitteilung vom Mittwoch, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen der Hangstabilität und dem «Tierschutzfall» gebe. Für ersteres sei die Bau- und Umweltschutzdirektion zuständig, für letzteres die VGD. Inhaltlich will sich die VGD «aufgrund des laufenden Verfahrens» nicht näher zum «Tierschutzfall» äussern.

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