Natur
Vor Kurzem noch eine Utopie, jetzt soll auf einer Brache ein Naturparadies entstehen

In Laufen wird neu ein Permakulturgarten bewirtschaftet. Mit diesem Projekt soll ein Ökosystem entstehen, wodurch der Arbeitsaufwand immer kleiner wird. Zudem wird Arbeitslosen, IV- und AHV-Rentnern die Möglichkeit einer sinnstiftenden Tätigkeit geboten.

Gaby Walther
Merken
Drucken
Teilen
Der Verein Permakulturgärten Grüner Zweig bezweckt die Förderung der Permakultur im Laufental und Schwarzbubenland.

Der Verein Permakulturgärten Grüner Zweig bezweckt die Förderung der Permakultur im Laufental und Schwarzbubenland.

Zur Verfügung gestellt

Ein Gegenmodell zur Globalisierung schaffen, eine Kreislaufwirtschaft verwirklichen mit nachhaltiger Produktion, regionaler Vermarktung und Wiederverwertung organischer Abfälle, dabei Arbeitslosen sowie AHV- und IV-Rentnern eine sinnstiftende Tätigkeit anbieten: Was bis vor kurzem nach Utopie klang, macht plötzlich Sinn. Der im Juni 2019 gegründete Verein Permakulturgärten Grüner Zweig ist aus der Stop-Armut-Regionalgruppe entstanden und bezweckt die Förderung der Permakultur im Laufental und Schwarzbubenland. Der Spatenstich am 4. April in Laufen musste abgesagt werden. Gestartet wurde trotzdem – unter Einhaltung der Corona-Vorschriften.

Hohe Produktivität ohne Raubbau an der Natur

Einen Grossteil des Brombeergestrüpps haben die Mitglieder des Vereins auf dem ein Hektar grossen Stück Land an der Wahlenstrasse bereits entfernt. Ein Bauer hat Champignonkompost geliefert, auf dem bald Gemüse angepflanzt werden soll. «Wir wollen eine hohe Produktivität ohne Raubbau an der Natur erlangen, ohne Einsatz von Pestiziden und chemischem Dünger», sagt Vorstandspräsident Peter Seeberger. «Auf der Brache soll ein Paradies entstehen.»

Eine ungenutzte Naturzone für die Förderung der Biodiversität soll bestehen bleiben, eine Extensionszone für die Lagerung von organischem Material, eine Wiesenzone für die Gewinnung von Mulchmaterial, eine Zone für Gemüse- und Obstanbau sowie eine Gemeinschafts- und Begegnungszone sollen geschaffen werden. Das Nachbarsdach dient zur Wassersammlung. Bebaut wird das Land von Hand, möglichst ohne Maschinen.

In Einsatz kommen sollen Freiwillige, aber auch Menschen ohne Arbeit. Bindeglied zu möglichen Partnern von Sozialbetrieben ist Evelyne Graf Kotán, Leiterin der Fachstelle Arbeitsintegration in Laufen. Sie sagt: «Jetzt können wir Menschen, die in eine Krise stürzen, weil sie ihren Job verloren haben, eine sinnstiftende Beschäftigung bieten, bis sie wieder Arbeit finden.»

Bereits haben die Vereinsmitglieder angefangen, Pflanzsetzlinge zu züchten. «Wir beginnen mit einem Versuchsjahr. Schauen, was sich in der Praxis bewährt», so Seeberger. Mit der Zeit soll ein Ökosystem entstehen und so der Arbeitsaufwand kleiner werden. «Bei der Monokultur muss der Mensch viel planen, braucht viele Maschinen, Pestizide und Arbeit. Bei der Permakultur schafft die Natur für den Menschen», sagt Luigi Gschwind, der sich in diesem Bereich hat weiterbilden lassen.

Die Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich, unter Aufsicht einer Fachperson. Die Stiftung Abendrot hat das Land für zehn Jahre verpachtet. Das Projekt wird durch Spenden finanziert. Die Produkte sollen in der Region verkauft werden.