Fasnacht in Aesch
Vom Beizensterben bis zum WM-Express: Ein grosser Umzug zum Jubliäum

„40 Joor uf Achse“ – unter diesem Motto wurde das Jubiläum des Aescher Fasnachtsumzugs am Sonntagnachmittag gefeiert. Thematisch ging es dabei äusserst vielfältig zur Sache.

Martin Merk
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Die Dääfelisuuger zum Thema Altersheim
14 Bilder
Von wegen Beizensterben: Die Arrogante nahmen gleich ihr eigenes Restaurant mit
Sägemehl statt Räppli: Das Aescher Fasnachtscomité wird zum Schwingen aufgefordert
Süsses und Räppli für die Kleinen von den Drümmlige
Die Aescher Fasnacht feiert ihren 40. Geburtstag
Die Ratze-Binggis und andere waren in Aesch im Fussballfieber
Die Pfyffer der Sytestächer thematisierten das Beizensterben
Die Lawändelpflügger hatten ebenfalls ihr Jubliäum - 10 Jahre
Die Guggenmusik Revoluzzer war dieses Jahr fernöstlich angehaucht
Die Flämmli-Fänger geben ihre Beiz nicht her
Die Chlusbachwaggis "lose mit" und verschenken Oropax
Die Chatzebuggler stiegen als Carlos in den Ring
Die Babysitter-Waggis lassen es krachen
Die Aescher Guggenmusik Schlösslischränzer überraschte im Ovomaltine-Kostüm

Die Dääfelisuuger zum Thema Altersheim

Martin Merk

48 Einheiten nahmen Teil und unter den lokalen Themen stach Traditionsbewusstsein hervor. Gleich mehrere Gruppen gingen auf das Beizensterben ein. Bereits die als Erste gestarteten Sytestächer pfiffen zu diesem Thema mit ihrem Sujet «Aesch oony Bäize - wäär duet daas noo räize?»

Die Arrogante fuhren wegen dem Beizensterben einladend mit ihrem eigenen «Restaurant zur alte Fasnacht» vor und dichteten: «Bald risse si s'Hübeli abe, chunnt ächt jetzt e Dönerlade?» Ein Zügli nahm den Trend zu Wirtswechseln ironisch und kam gleich als Dönerverkäufer mit türkischen Flaggen, während die Schlitzohre zum Jubiläum auf ihrer Fahrbar Schaumwein ausschenkten. D'Flämmli-Fänger kamen als Köche und einer Beiz mit der Aufschrift «Nicht zu verkaufen» gefolgt vom «Fümoire» der Benäblede.

Die Ratzeputzer riefen mit ihrem Wagen auf, den alten Brauch des Fasnachtsfeuers mit den Stägglibuebe weiterzuführen, nachdem letztes Jahr hierfür bloss drei Jungbürger gewonnen werden konnten.

Die Dääfelisuuger gingen auf das Altersheim ein, doch die turbulenten Zeiten scheinen vorbei zu sein: «Es isch jetzt alles guet, well jetzt alles schwiige duet.»

Auch überregionale Themen kamen dran. So hatten die Stai Waggis ihr eigenes NSA-Wappen, das Motto «Yes we scan» und ihren Wagen mit Telefonen und Abhörgeräten ausgestattet, die Aescher Märtgumsle trat im Panzerknacker-Kostüm unter dem Motto «Mir knacke alles» an und die Chlusbachwaggis hatten das Motto «Mir lose mit».

Einige liessen sich vom Fussballfieber inspirieren, etwa die Schnudder Waggis mit ihrem WM-Express und brasilianischen Farben, während die Ratze-Binggis ihren Wagen und ihr Kostüm ganz in rotblau hielten.

Aufs Joggeli fokussiert waren auch Diä abgstämbbledde Wiiber, welche sich mit der Greenpeace-Kletteraktion sympathisierten. «Gazprom was here, do druff dringge d'Iisbäre Öl statt Bier.»

Die zurückliegende Abstimmung durfte selbstverständlich nicht fehlen. Ein Zügli kam als «Sperrzone Schweiz» und forderte das Comité auf Holzspänen zum Schwingen auf. Die Schlösslischränzer setzten mit Guggenmusik im Ovomaltine-Kostüm ebanfalls auf Swissness.

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