Margarethenstich
«Unsinn»: Der 10er bleibt erhalten

BLT-Direktor dementiert Gerüchte über die Ausdünnung der Tramlinie. Nur die Destinationen würden sich ändern.

Julia Gohl
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Das Nein-Komitee hat diese Woche den Abstimmungskampf mit Goldbarren-Plakaten losgetreten.

Das Nein-Komitee hat diese Woche den Abstimmungskampf mit Goldbarren-Plakaten losgetreten.

Kenneth Nars

Eine Befürchtung im Zusammenhang mit der Abstimmung über den Margarethenstich hält sich eisern im Leimental: Kommt er, wird auf der Linie 10 ausgedünnt. «Das ist Unsinn», gibt Andreas Büttiker Entwarnung. «Ich stelle immer wieder fest, dass im Zusammenhang mit dem Margarethenstich viele Gerüchte im Umlauf sind, die für Verunsicherung sorgen. Tatsache ist: Bis zur Haltestelle Dorenbach wird sich für die Leimentaler überhaupt nichts ändern», fährt der Direktor der Baselland Transport AG (BLT) fort. «Und auf der 10er-Linie bleibt auch nach dieser Haltestelle alles beim Alten.»

Nur Destinationen ändern sich

Sagen die Baselbieter am 24. September Ja zu der Verlegung von 300 Metern Tramschiene auf dem Margarethenstich, wird das Tram Nummer 17 vom Leimental her kommend bei der Haltestelle Dorenbach künftig nach rechts abbiegen. Dort fährt es entlang des Margarethenstichs weiter bis zur Haltestelle Margarethen. Von dort geht es weiter via Bahnhof SBB, Bankverein, Wettsteinplatz und Messe zum Badischen Bahnhof.

Die Linie 17 gibt es bereits heute. Nur fährt sie derzeit vom Leimental her kommend bis zur Haltestelle Theater dieselbe Strecke wie die Linie 10 und danach weiter zur Schifflände. Am Abend verkehrt der 17er dann weiter via Claraplatz, Kaserne und Ciba bis zum Wiesenplatz. «Das heisst, mit dem Margarethenstich würden sich einzig die Destinationen der Linie 17 ändern, nicht aber deren Takt», so Büttiker.

Zurzeit verkehrt die Linie 17 nur zu den Stosszeiten, also werktags jeweils morgens und abends sowie zu den Hauptverkehrszeiten am Samstag. Genau in dieser Weise würde die Linie auch noch verkehren, wenn sich die Streckenführung ändert, verspricht der BLT-Direktor.

Mit der neuen Linienführung würden die grossen und wachsenden Arbeitsplatzzentren in Basel erschlossen und sehr vielen Leimentalern ein umsteigefreier Arbeitsweg ermöglicht, sagt Büttiker. «Es ist empirisch mehrfach belegt, dass umsteigefreie Routen die Nachfrage steigern.» Sollte sich dies auch für den 17er bewahrheiten, sei mittel- bis langfristig ein stufenweiser Ausbau der Betriebszeiten der Linie 17 möglich.

«Keine weitere Linie nötig»

Mit der Linie 10 habe aber auch dieser mögliche Ausbau nichts zu tun. «Ein Abbau ist überhaupt kein Thema», beteuert Büttiker mehrfach. Der 10er transportiere jährlich 18,5 Millionen Fahrgäste. «Würden wir da reduzieren, ginge das ja komplett an den Kundenbedürfnissen und der Nachfrage vorbei. Das würde keinen Sinn machen.»

In die gleiche Ecke gehören gemäss Büttiker Bedenken, dass dereinst eine weitere Linie ins Leben gerufen wird, die via Margarethenstich fährt, etwa durchs Gundeli in Richtung Dreispitz. «Dort wollen die Leimentaler nicht hin. Das haben Erhebungen gezeigt.» Rund 65 Prozent der Leimentaler würden die Basler Innenstadt anpeilen.

«Diese kommen weiterhin mit der Linie 10 an ihr Ziel.» Für die übrigen 35 Prozent soll nun der Margarethenstich kommen: Sie wollen an den Bahnhof oder zu den grossen Arbeitsgebieten in Basel. «Weitere Linien braucht es nicht.»