Forschung
Uni Basel erforscht, wie Körperzellen Durchfallerreger enttarnen

Schweizer und japanische Forscher haben einen Mechanismus aufgeschlüsselt, mit dem Körperzellen Salmonellen unschädlich machen: Bestimmte kleine Eiweisse lassen die Tarnung der in den Zellen versteckten Bakterien auffliegen.

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Salmonellen können lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen auslösen. Menschen stecken sich meistens über verseuchte Lebensmittel (vor allem Fleisch, Eier, Milch) oder mit Fäkalien verunreinigtes Wasser an. (Symbolbild)

Salmonellen können lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen auslösen. Menschen stecken sich meistens über verseuchte Lebensmittel (vor allem Fleisch, Eier, Milch) oder mit Fäkalien verunreinigtes Wasser an. (Symbolbild)

Keystone

So kann die Immunabwehr die Durchfallerreger erkennen und zerstören. Salmonellen benutzen bestimmte Immunzellen des Körpers - die Fresszellen oder Makrophagen - als Wirtszellen, wo sie sich in einem Hohlraum im Zellinneren verstecken und vermehren. Dort können die Abwehrzellen des Immunsystems die Krankheitserreger nicht finden und bekämpfen, wie die Universität Basel in einer Mitteilung schreibt.

Doch die Fresszellen können die Erreger auffliegen lassen, wie ein Team um Petr Broz am Biozentrum der Universität Basel anhand von Mäuse-Immunzellen herausgefunden hat. Sobald das Versteck entlarvt ist, sammeln sich beim Hohlraum kleine Proteine, die sogenannten Interferon-induzierten GTPasen, berichten die Forscher im Fachblatt «Nature». Sie bewirken, dass die Hohlraumhülle aufgelöst wird.

Schlüssel zum Versteck

«Die GTPasen sind der Schlüssel zum Versteck der Bakterien», erklärte der Erstautor Etienne Meunier vom Biozentrum in der Mitteilung. «Ist die Tür geöffnet und der schützende Hohlraum zerstört, gibt es für sie kein Entkommen.» Die Bakterien treiben im Zellplasma, wo sie sofort von der Zerstörungsmaschinerie der Zelle entdeckt und mit Hilfe von Enzymen unschädlich gemacht werden.

Ein besseres Verständnis der Immunantwort der Körperzellen sei ein Ansatzpunkt, um die Bekämpfung von Krankheitserregern medikamentös zu unterstützen, erklärten die Forscher. Als Nächstes wollen sie untersuchen, wie genau die Zelle das Versteck der Bakterien aufspürt und was die Ansammlung der GTPasen auslöst.

Salmonellen können lebensbedrohliche Durchfallerkrankungen auslösen. Menschen stecken sich meistens über verseuchte Lebensmittel (vor allem Fleisch, Eier, Milch) oder mit Fäkalien verunreinigtes Wasser an, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schreibt. In der Schweiz würden jährlich zwischen 1200 und 1500 Labornachweise von Salmonellen gemeldet.

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