St. Pantaleon
Unbekannte entfernten Temposchwelle in Wildwest-Manier

Die Bodenschwelle im Eingangsbereich der Bürenstrasse von St. Pantaleon ist verschwunden. Sie wurde in einer Wildwestmanier entfernt, die Täter sind unbekannt. Nun hat die Gemeinde eine Anzeige bei der Polizei erstattet.

Jürg Jeanloz
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Im Eingangsbereich der Bürenstrasse ist in einer Nacht-und-NebelAktion die Temposchwelle weggerissen worden.

Im Eingangsbereich der Bürenstrasse ist in einer Nacht-und-NebelAktion die Temposchwelle weggerissen worden.

bz Basellandschaftliche Zeitung

Von Büren nach St.Pantaleon erstreckt sich ein geteerter Panoramaweg, der eingangs St.Pantaleon in eine Wohnstrasse, die so genannte Bürenstrasse, mündet. Eigentlich ist dieser Weg für Motorfahrzeuge eher ungeeignet, ist doch das Kreuzen mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Um den motorisierten Verkehr abzubremsen, wurden zwei Schwellen auf der Bürenstrasse montiert. Eine davon wurde bei Strassenarbeiten weggenommen, die andere und ein Tempo-30-Schild wurden in der Nacht vom 5. auf den 6.November widerrechtlich entfernt.

«Wir haben Anzeige gegen unbekannt erstattet», sagt Gemeindepräsident Hans Peter Schmid. Allerdings sei sehr unwahrscheinlich, die Täterschaft zu finden. Schmid bezeichnet die Tat als undemokratisch und verurteilt die Wildwest-Aktion. Pikant an der ganzen Geschichte ist, dass der Gemeinderat Anfang November eine schriftliche Umfrage betreffs der Bodenschwelle startete.

Um den Puls der Bevölkerung zu fühlen, konnten die Bewohnerinnen und Bewohner aus vier möglichen Varianten wählen. Allein der Rücklauf der Umfrageformulare habe ihn riesig überrascht, seien doch 66 Antworten eingegangen, meint Schmid. 32 Personen empfahlen die Entfernung der Schwelle, 29 die Beibehaltung, drei die Errichtung einer zweiten Schwelle und zwei Personen schlugen andere Lösungen vor.

6000 Franken für den Frieden

In Anbetracht der ungefähr gleich grossen Lager zwischen Gegnern und Befürwortern der Schwelle schlägt der Gemeinderat vor, den Eingangsbereich der Bürenstrasse so zu gestalten, dass die Lenker ihr Tempo drosseln. Es sollen keine Schwellen eingesetzt, aber die Lenker mit Tafeln und einer Bodenmarkierung auf die enge Wohnstrasse aufmerksam gemacht werden. Die Lösung kostet ungefähr 6000 Franken, soll aber den Frieden im Dorf bewahren.

«Mir sind schon zwei Katzen überfahren worden», erklärt eine Anwohnerin der Bürenstrasse. Sie befürworte die Bodenschwelle, da sie die Lenker zur Vernunft brächte. Es seien auch schon Igel überfahren worden, und sie verurteile die Hektik in dieser Welt. Ganz anderer Meinung ist ein Anwohner, der die Bodenschwelle unnütz findet. Im Gegenteil, das Bremsen und wieder Gasgeben sowie das Holpern der Landwirtschaftsfahrzeuge verursachten nur Lärm. Von 100 Lenkern würden nur drei zu schnell fahren, und da die Strasse sehr eng sei, könne nicht von Geschwindigkeitsexzessen gesprochen werden. Die Kinder und Fussgänger seien sehr diszipliniert und würden immer am Rand der Strasse gehen.

Sonntagsfahrverbot gilt weiterhin

Bereits das Ansinnen, im Dorf Tempo 30 einzuführen, hatte vor einem Jahr grosse Wellen geworfen. Nachdem an der Gemeindeversammlung sehr kontrovers über dieses Thema gestritten wurde, einigten sich die Anwesenden auf eine Urnenabstimmung, an welcher Tempo 30 wuchtig abgelehnt wurde.

«Das Sonntagsfahrverbot auf der Bürenstrasse wird auf jeden Fall beibehalten», versichert Hans Peter Schmid. Der Weg in der lieblichen Obstbaugegend sei einzigartig und dürfe nicht vom motorisierten Verkehr in Beschlag genommen werden.

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