Metzerlen-Mariastein
Silvio Haberthür: «Mir liegt unsere Gemeinde am Herzen»

Mit Silvio Haberthür wurde der Gemeindeverwalter zum neuen Gemeindepräsidenten von Metzerlen-Mariastein gewählt. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

Dimitri Hofer
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Silvio Haberthür freut sich auf seine neue Aufgabe als Gemeindepräsident von Metzerlen-Mariastein.

Silvio Haberthür freut sich auf seine neue Aufgabe als Gemeindepräsident von Metzerlen-Mariastein.

Roland Schmid

Der Arbeitsort von Silvio Haberthür in Metzerlen-Mariastein bleibt der gleiche, er wechselt einfach das Büro. Die Einwohnerinnen und Einwohner wählten den langjährigen Gemeindeverwalter im Juli zu ihrem neuen Gemeindepräsidenten.

Vor wenigen Tagen hat der Freisinnige sein neues Amt angetreten, bis Ende Jahr bleibt er aber noch als Bauverwalter tätig und wird den neuen Gemeindeverwalter einführen. Die beiden Funktionen als Gemeindeschreiber und Finanzverwalter hatte der 63-Jährige schon früher abgegeben – in weiser Voraussicht: Gemäss Solothurner Gemeindegesetz wären sie nicht mit dem Präsidentenamt vereinbar.

Herr Haberthür, Ende Jahr werden Sie als Bauverwalter pensioniert. Statt den Ruhestand zu geniessen, haben Sie sich entschieden, Gemeindepräsident zu werden. Wie kam es dazu?

Silvio Haberthür: Es war schon länger geplant, dass ich Ende Jahr als Bauverwalter in Pension gehe. Letzten März wurde bekannt, dass fünf von sieben Gemeinderäten, darunter auch der Gemeindepräsident, auf das Ende der Legislatur hin demissionieren werden. Dieser Aderlass würde die Kontinuität in Metzerlen-Mariastein stark gefährden. Ich wurde von verschiedenen Personen angefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, mich während einer Übergangszeit zur Verfügung zu stellen.

Was hat letztlich den Ausschlag gegeben, dass Sie bei den Wahlen angetreten sind?

Es waren zwei Gründe: Einerseits wollte ich mich engagieren, um die Kontinuität zu gewährleisten. Während 16 Jahren als Gemeindeverwalter konnte ich die Gemeinde mitgestalten. Mir liegt das Wohlergehen von Metzerlen-Mariastein am Herzen. Ich wollte verhindern, dass bei uns möglicherweise ein Sachwalter die Geschäfte führen könnte, so wie kürzlich in Meltingen geschehen. Andererseits gefiel mir der Gedanke, die Gemeinde eher in strategischer Funktion führen zu können, immer besser. Mir wurde klar, dass es mir Spass machen würde, eine neue Rolle einzunehmen.

Sie sprechen es an. Wie unterscheidet sich das Amt des Gemeindeverwalters von dem des Gemeindepräsidenten?

Der Gemeindeverwalter ist eher operativ, also verwaltend, tätig. Er ist oft dafür zuständig, unangenehme Verfügungen durchzusetzen. Der Gemeindepräsident hat hingegen vor allem eine strategische Funktion. Die Repräsentation spielt bei ihm eine wichtige Rolle.

Inwiefern kann es für Ihre Tätigkeit als Gemeindepräsident von Vorteil sein, dass Sie zuvor als Gemeindeverwalter arbeiteten?

Ich bin kein klassischer Beamter, da ich vor meinem Engagement bei der Gemeinde Metzerlen-Mariastein andere Berufe ausübte (siehe Box rechts). Damals konnte ich Führungserfahrung sammeln. Als Gemeindeverwalter lernte ich dann die Verwaltungsabläufe kennen. Vom Wissen, das ich mitbringe, kann die Gemeinde eigentlich nur profitieren. Da bin ich mir sicher.

Gab es im Dorf auch Stimmen, die Ihrem Rollenwechsel kritisch gegenüberstanden?

Sicherlich. Dies zeigte sich auch an der Anzahl leerer Stimmen, welche deutlich höher war als bei den vergangenen Wahlen. Es ist nun mal so, dass ich während meiner Tätigkeit als Bauverwalter immer wieder auch Baugesuche ablehnen musste. Es kann durchaus sein, dass mir das einige nachtragen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass ich die kritischen Wähler in den nächsten vier Jahren überzeugen kann.

Wie wollen Sie das tun?

Indem ich mich als Gemeindepräsident aktiv für unser Gemeinwesen einsetzen und ein offenes Ohr haben werde. Im Vergleich zu anderen, ähnlich gelagerten Gemeinden haben wir eine gute Ausgangslage. Wir haben eine funktionierende Infrastruktur und dank der Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden des Hinteren Leimentals unter anderem ein sehr gutes Bildungsangebot. Natürlich gibt es auch in Metzerlen-Mariastein Verbesserungspotenzial.

Was möchten Sie konkret verbessern?

Es gibt einige Projekte, die ich in den nächsten vier Jahren vorantreiben möchte. Dazu gehört ein Ausbau des Angebots für Jugendliche und Senioren. Ebenso wollen wir den Ortskern aufwerten und einen klaren Dorfplatz bilden. Ein solcher existiert in Metzerlen-Mariastein leider noch nicht.

Fordern wird uns die Ortsplanrevision und ich stelle mir zudem einen bedarfsgerechteren öffentlichen Verkehr vor. Ein sehr wichtiges Thema ist die Zusammenarbeit mit dem Kloster Mariastein, die ich noch verstärken will. Uns liegt sehr viel daran, dass das Kloster gedeiht. Wegen ihm ist schliesslich unsere Gemeinde weitherum bekannt.