Allschwil 2015
Schwellemer Bängg machen sich über Schönenbuch lustig

Die ungeliebten Nachbarn, das grosse Jubiläum und das Höhenfeuer sind die Hauptthemen der Bängg

Julia Gohl
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Auf der Spur der Allschwiler Pyromanen: Der Mischtchäfer.

Auf der Spur der Allschwiler Pyromanen: Der Mischtchäfer.

Julia Gohl

Am Montag- und Dienstagabend zogen die Allschwiler Dorfbängg durch die Beizen und klopften dabei vor allem Sprüche über Schönenbuch. Auch diese gern verspottete Nachbargemeinde kam zusammen mit Schwellheim, wie Allschwil zur Fasnachtszeit gerne genannt wird, vor 200 Jahren zur Eidgenossenschaft und feiert dieses Jahr dazu gleich auch noch das 700-Jahr-Jubiläum der Gemeinde – und das bot eine Menge Stoff für böse Verse.

So reimten etwa die Schwellä Hüpfer:

1815 het sich Allschwil dr Schwyz erschlosse,

sytt 200 Joor sin mir jetzt Eidgenosse.

Uf das Jubiläum stoosse mr a

und nämme no e Schlugg.

Aber Schönebuech, das schängge mir jetzt,

de Waggis wider zrugg.

Der Sprysse Bangg griff den Geburtstag der Nachbargemeinde Schönenbuch auf:

700 Joor gits das Schönebuech,

dert oobe uff em Hill,

das isch fir uns Schwellheimer

ebbe 600 z vyyl.

Das eigene Allschwiler Jubiläum stand mit dem offiziellen Fasnachtsmotto «Sit 200 Joor unverdrosse – sin mir Eidgenosse» nicht nur am Umzug und auf der Blaggedde im Zentrum, sondern hielt auch bei den Schnitzelbängglern Einzug. Besonders die Tatsache, dass die Bürgergemeinde die Einbürgerung von Schweizern anlässlich des Jubiläums für 18.15 Franken – in Anlehnung an das Jahr des Wiener Kongresses 1815 – statt für die üblichen 300 Franken anbietet, regte zum Reimen und Dichten an. Dr Kaater vo Demain kreierte daraus diesen Vers:

Achzää Frangge und fuffzää Rappe,

säit der Jungi zu sim Pappe.

Los uns schnäll uff d Gmeini go,

schliesslig will y nid ahstoo.

Am mäischte freut sich do denn d Mamme,

diisjoor gits e graatis Tanne!

Bürger geniessen in Allschwil sicher auch andere Vorteile als die Tanne, die sie jedes Jahr vor Weihnachten von der Bürgergemeinde geschenkt bekommen. Die Lättetschättärä machen sich darüber nicht weiter Gedanken, sondern fragen sich auch anlässlich der verbilligten Einbürgerung vor allem eines: Wie wird Allschwil diese Schönenbucher los?

Dazu dichtete dieser Bangg die folgenden bösen Verse:

Für d Ibürgerig z Schwelleme do sagä mr danggä,

do kriegsch dä Faggel jetzt für 18 Franggä.

Dr Giovanni, d Fatma und dr Nabil

verstöhn das nyt – aber das macht nyt viel.

Für d Schönebiechlr wurde mr sogar

Millionä gäh,

wenn nur äntlig d Franzosä die wurde übernäh.

Das 200-Jährige feiert Allschwil nicht nur mit der Eidgenossenschaft, weiss der Sprysse Bangg, und reimt dazu:

Sit 200 Joor scho Eidgenosse, mir finde s famos,

ebbe glych lang scho desolat,

isch unseri Baslerstrooss.

Während am Umzug am Sonntag das Thema Land-Art noch allgegenwärtig war, war die Kunst aus Naturmaterialien, die im vergangenen Herbst das Dorfbild prägte, bei den Schnitzelbängglern kaum ein Thema. Die Schwellä Hüpfer widmeten ihr aber einen Vers:

S maint jede, muesch ys nüt verzelle,

är könn sy Mischt uf s Trottoir stelle.

Littering, so sait me däm,

entsorge ummesunscht.

Jä nai, das isch nit Littering,

das syygi Landartkunscht.

Um Holz ging es auch bei den Gryysel, die mit bekreuzten Hüten unterwegs waren:

Im Lette uf em Buebe-WC brennt e offe Füür.

S Schuelhuus wird evakuiert,

läck das wird cheibe tüür.

Im ganze Dorf do frogt me sich,

wär macht denn sottig Sache.

S kaa nid dr Siro Imber syy,

dä kaa kei Füürli mache.

Auch der Mischtchäfer beschäftigte sich mit dem Brand der Toilette im Schulhaus Lettenweg und kombinierte dieses Ereignis mit der Absage des Höhenfeuers gegen die Fusion, das FDP-Landrat Siro Imber im Zuge des Abstimmungskampfes eigentlich hatte organisieren wollen:

Das me dr Schuldigi suecht liggt uff dr Hand.

Öbb me nen gfunde hett, isch mir nid bekannt.

Är verschtoot ämmel öbbis vo Pyromanie,

so chas nit der Siro Imber sy.

Schliesslich fanden auch die Finanzsorgen der Gemeinde Allschwil Eingang in die Schnitzelbänke. Beim Elfi-Glöggli hörten sich die Finanznöte so an:

Bi Nacht und Näbel hänn schints drei Ganove,

d Türe bi dr Gmeindsverwaltig knackt.

Die Ganove köre zue de Doofe,

d Schuggerrei het die drei denn packt.

E Dämmerigsibruch sig das gsi,

die Räuber hän nüt gstoohle.

Denn es het ne dämmeret –

uf der Gmeini chasch nüt hole.

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