Bildung
Schüler sollen nicht unter den Sparmassnahmen leiden

Ein Initiativkomitee kämpft gegen den Abbau bei der Baselbieter Bildung. Die Initianten wollen verhindern, dass die Berufsvorbereitende Schule BVS 2 dem Entlastungspaket zum Opfer fällt und vor allem bei leistungsschwachen Schülern gespart wird.

Sebastian Moos
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Die Initianten wollen verhindern, dass die Berufsvorbereitende Schule BVS 2 dem Entlastungspaket zum Opfer fällt.

Die Initianten wollen verhindern, dass die Berufsvorbereitende Schule BVS 2 dem Entlastungspaket zum Opfer fällt.

Sebastian Moos

Der Druck auf die Sparmassnahmen bei der Bildung im Baselland steigt weiter. Ein überparteiliches Komitee hat heute Morgen die Initiative «Ja zur Weiterführung der Berufsvorbereitenden Schule BVS 2» lanciert.

Die zweijährige Schule, welche hauptsächlich Sek-Abgänger vom Niveau E auf einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben vorbereitet, soll im Rahmen des Entlastungspakets in ein einjähriges Brückenangebot überführt werden; dagegen wehren sich die Initianten. Für den SP-Landrat Marc Joset ist klar: «Überführen in ein Brückenangebot heisst eigentlich: die BVS 2 wird abgeschafft.»

«Das ist ein Boomerang»

Die Initianten lobten die BVS als «Erfolgsschule», fast alle Abgänger fänden eine gute Anschlusslösung, oftmals anspruchsvolle Lehrstellen mit Berufsmatura. Sie kritisieren, dass die regierungsrätlichen Sparmassnahmen vor allem leistungsschwächere Schüler träfen. Zwei von drei solchen Schulen würden von Sparmassnahmen schwer getroffen.

Betül Karabulut, selbst ehemalige Schülerin an der BVS 2, unterstrich die Qualitäten der Schule: «Dank der BVS 2 war ich top vorbereitet für die Berufswelt.» Für EVP-Landrätin Elisabeth Augstburger wäre die Abschaffung der BVS 2 denn auch ein klares Eigentor: «Die sozialen Nachfolgekosten würden das kurzfristige Sparpotenzial bei Weitem übersteigen.»

Prominente Unterstützer

Die Initiative ist die fünfte ihrer Art, das Komitee «Gute Schule Baselland» hat bereits vier Initiativen zum Thema Bildung lanciert. Letztere kommen am 17. Juni vors Volk. Das Initiativkomitee für die Weiterführung der BVS 2, das sich erst in den letzten fünf Tagen konstituiert hat, setzt sich verschiedensten Politikern zusammen - darunter auch Nationalräte Maya Graf, Susanne Leutenegger Oberholzer und Eric Nussbaumer sowie Ständerat Claude Janiak.

Am 9. Februar beginnt das Sammeln der Unterschriften. Das Komitee hofft, die nötige Anzahl nach vier bis fünf Wochen erreicht zu haben; dabei immer im Blickwinkel, dass im März im Landrat über das Massnahmen-Entlastungspaket beschlossen wird. Darin hat der Regierungsrat den Abbau bei der BVS 2 mit fünf anderen Massnahmen zu einem Paket geschnürt. Stimmt er nicht mit mindestens vier Fünfteln für die Massnahmen, kommt das Paket voraussichtlich am 17. Juni vors Volk.

Von diesem Szenario geht Jürg Wiedemann aus. Lehnen die Stimmbürger das Massnahmen-Entlastungspaket ab, wird die BVS 2 weitergeführt. Danach stellt sich für die Initianten die Frage, ob sie die Initiative trotzdem weiterführen wollen. Der grosse Vorteil: Die BVS wäre mit der Annahme der Initiative in der Verfassung verankert; Regierung und Landrat könnten bei einer künftigen Sparrunde die Schule nicht mehr einfach abschaffen.

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