Coronavirus
Schrittweise zurück in die Normalität: So geht das Baselbiet vor – Gesundheitswesen besonders betroffen

Ab Montag, 27. April, beginnt in der Schweiz die schrittweise Lockerung der Corona-Massnahmen. In diesem Zuge passt auch der Kanton Baselland seine Strategie an. Besonders betroffen ist dabei das Gesundheitswesen.

Merken
Drucken
Teilen
Die Abklärungsstation in Münchenstein bleibt nach wie vor in Betrieb.

Die Abklärungsstation in Münchenstein bleibt nach wie vor in Betrieb.

bz

In den letzten Wochen hat sich der Betrieb diverser Spitäler in Baselland an die Coronavirus-Lage angepasst. Wie es in der Medienmitteilung des Kantonalen Krisenstabs heisst, werden die Spitäler nun Schritt für Schritt ihre ursprünglichen Tätigkeiten wieder aufnehmen. An allen Standorten des Kantonsspitals sowie in den Privatspitälern sei die ambulante Versorgung ab dem 27. April wieder vollständig gewährleistet, heisst es weiter.

Die Aufnahme des normalen stationären Angebots erfolgt schrittweise bis zum 11. Mai 2020. Innerhalb dieser Zeitspanne werden auch die Operationskapazitäten wieder hochgefahren. Ab dem 4. Mai ist es im Bruderholz wieder möglich, Personen zu operieren, welche keine Coronavirus-Erkrankung aufweisen.

Neben Ärzten dürfen laut der Medienmitteilung ab kommendem Montag, 27. April, auch Zahnärzte und PhysiotherapeutInnen ihre Praxen wieder öffnen. Vor der Öffnung müssen aber alle ein Hygienekonzept erarbeiten. Weder der Bund noch der Kanton werden solche Konzepte formell bewilligen, die Umsetzung und Anwendung der Konzepte könne aber vom Amt für Gesundheit kontrolliert werden.

Abklärungsstation Münchenstein

Personen mit einer möglichen Coronavirus-Infektion werden ab dem 1. Mai 2020 nur noch in der Abkärungsstation in Münchenstein untersucht und getestet. Arztpraxen und Spitäler können laut Medienmitteilung ihre Patienten vor Eingriffen oder Spitaleintritten nach Münchenstein überweisen für einen Covid-19-Abstrich. Die Abklärungsstation ist sieben Tage in der Woche von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

Die Abklärungsstation in Lausen werde dagegen per 30. April 2020 geschlossen, bleibt aber in Bereitschaft. So ist eine Wiederaufnahme des Betriebs im Falle erneut steigender Corona-Fallzahlen gewährleistet.
Gleichzeitig mit der Wiedereröffnung der Spitäler endet auch der Einsatz der Armee im Gesundheitswesen. Armeeangehörige, die im Bruderholz stationiert waren, wurden bereits am 23. April 2020 verabschiedet. Die Truppen in Liestal und bei der Abklärungsstation in Lausen ziehen sich am 30. April 2020 zurück. Der Zivilschutz bei der Station in Münchenstein bleibt weiterhin im Einsatz.

Besuche in Altersheim und Spital

Gemäss Medienmitteilung soll ab dem 11. Mai 2020 das Besuchsverbot in den Heimen gelockert werden. Für Besuche gelten klar geregelte Hygiene- und Schutzmassnahmen und sie finden in speziellen Besuchsräumen oder Besuchsboxen statt. Die Besucheranzahl ist auf vier beschränkt. Zudem muss die Heimleitung die Besucher erfassen, um bei einer allfälligen Covid-19-Infektion die Ansteckungskette zurückzuverfolgen. In den Spitälern herrscht weiterhin ein Besuchsverbot. Insitutsinterne Dienstleistende, zum Beispiel die Podologie, dürfen ihre Arbeit ab dem 27. April wieder aufnehmen. Ihre individuellen Hygienekonzepte müssen sie von der Heimleitung genehmigen lassen.

Schutzkonzepte und Hygienemasken

Damit Unternehmen wieder ihre Türen öffnen dürfen, müssen sie eigene Schutzkonzepte erarbeiten. Diese müssen anhand der Medienmitteilung aufzeigen, welche Schutzmassnahmen angewendet werden. Dazu gehören unter anderem Vorkehrungen betreffend Social Distancing, Beschränkungen der Anzahl anwesender Personen, Desinfektionsmittel und die eventuelle Verwendung von Schutzausrüstung. Für das Erstellen eines solchen Schutzkonzeptes kann man sich auf die gesundheits- und arbeitsrechtlichen Vorgaben des BAS und des Staatssekretariats für Wirtschaft abstützen.

Etlichen Bereichen wird empfohlen, mit Hygienemasken zu arbeiten oder ihre Kundschaft damit auszustatten, wenn sie am 27. April ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen. Um dieses Vorhaben zu realisieren, stellt der Kanton Baselland anhand der Medienmitteilung insgesamt 200'000 kostenlose Hygienemasken für die KMU-Wirtschaft zur Verfügung. Die Verteilung der Masken wird von der Wirtschaftskammer Baselland in Liestal organisiert. Auch Nichtmitglieder bekommen Masken. Die Verteilaktion findet im Rahmen der Initiative «s Baselbiet schaffts» statt. Die Standartförderung Baselland sowie zahlreiche Gemeinden und Gewerbevereine unterstützen dies. Dies ist eine einmalige Aktion. Es besteht gemäss Mitteilung kein Anspruch auf einen weiteren Masken-Bezug beim Kanton.

Bei Fragen gibt es eine eigens dafür eingerichtete Hotline (061 552 77 75) des KIGA Baselland. Die Konzepte werden nicht formell bewilligt, die Umsetzung und Anwendung kann aber kontrolliert werden.