Lausen
Scholer-Areal in Lausen kann überbaut werden – Stimmvolk sagt Ja zum Quartierplan

Ein halbes Jahr verspätet haben die Lausner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger endlich über den Quartierplan Scholer-Areal abstimmen können. Sie sagten Ja dazu, mit grossem Mehr bei einer Enthaltung.

Simon Tschopp
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Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagen Ja zum Quartierplan für das Scholer-Areal in Lausen.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagen Ja zum Quartierplan für das Scholer-Areal in Lausen.

Nicole Nars-Zimmer

Peter Gisin, der für Hochbau zuständige Gemeinderat, rührt für das Projekt die Werbetrommel. «Eine attraktive Entwicklung im Ortskern, Wohnen in Zentrumslage, das Areal liegt optimal und ist sehr gut erschlossen», macht er die Überbauung mit 70 Wohnungen, 34 Einheiten für betreutes Wohnen und einem Alterszentrum mit 40 Pflegeplätzen schmackhaft. Das höchste Gebäude misst 15 Meter; es kommt gegen das Tonwerk hin zu stehen und wird zum Alterszentrum. Eine unterirdische Einstellhalle bietet gegen 160 Parkplätze. Somit kann der Raum zwischen den acht Baukörpern für Grünflächen genutzt werden.

Das in der Gewerbezone liegende, 11400 Quadratmeter grosse Grundstück befindet sich zwischen der Hauptstrasse nach Liestal und dem SBB-Bahntrassee. Es ist grösstenteils eine Brache und derzeit noch in Privatbesitz. Nun soll es an einen Investor veräussert werden. Baubeginn ist voraussichtlich in einem Jahr, spätestens Mitte 2023 wird die Wohnüberbauung fertiggestellt sein. Seitens der Gemeinde sei die Infrastruktur bereits vorhanden, erklärt Gisin. Lausen müsse für dieses Projekt kein Geld in die Hand nehmen.

Riegelbau soll Bahnlärm eindämmen

Die spätklassizistische Villa auf dem Areal wird in die neue Überbauung integriert. Sie ist 1830 erbaut worden und steht unter Schutz; eingetragen ist sie im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS). Fürs angrenzende Ökonomiegebäude mit angebautem Wohnteil ist ein Ersatzbau mit gleicher Kubatur geplant.

Ein Riegelbau entlang der SBB-Linie soll das Quartier von Eisenbahnlärm schützen. Gemeinderat Peter Gisin antwortet auf die Frage eines Stimmbürgers, dass dieser Bau eine spezielle Fassade erhalte, die möglichst viel Bahnlärm aufnehmen könne. «Das ist relativ aufwendig und auch teuer.» Er lässt zudem wissen, dass im Einzugsgebiet von Lausen noch kein derartiges Projekt mit Pflegeplätzen bestehe. «Wir müssen also keine Angst haben, dass wir diese Plätze nicht besetzen können.» Gisin hat als Exekutivmitglied seine letzte Gemeindeversammlung bestritten, er gibt sein Amt nach 14-jähriger Tätigkeit Ende Monat ab.

Der Quartierplan Scholer-Areal stand bereits auf der Traktandenliste für die Gemeindeversammlung im Dezember 2019. Allerdings zog damals der Gemeinderat das Geschäft kurzfristig zurück, weil bei der Anzahl Pflegeplätze noch Unklarheit herrschte. Die nächste Versammlung vom 25. März wurde wegen der Coronakrise abgesagt. Am Scholer-Areal wird seit Oktober 2017 geplant, als ein erster Workshop stattgefunden hat. Nun hat die Lausner Gemeindeversammlung nach den Quartierplänen Cheddite und Furlenboden den Weg geebnet für eine weitere grosse Wohnüberbauung.