Laufen
S Räbeli liess lachen statt überwachen

Variété, die Kunst des bunt wechselnden Programms und Ortes, beherrschen die Räbelimacher aus dem Effeff. Dieses Jahr luden sie in ihr stimmungsvoll aufgemachtes Hotel Räbeli. S Räbeli kredenzte einen Mix an Überraschungen, Enthüllungen und Fasnacht.

Roland Bürki
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S Räbeli Laufen
9 Bilder
E Hotel-Medley d'Pfluderi-Fäger (amit Pkt) als Kur-Orcheschter
Hotel Räbeli
A dr Rezeption e karriere-geili Gaschtig
A dr Rezeption e karriere-geili Gaschtig
A dr Rezeption e karriere-geili Gaschtig
Hurrei it's Holiday
«Y spil joo sälber mit», merkt der Schorsch.

S Räbeli Laufen

Nicole Nars-Zimmer

S Räbeli ist nicht mit dem überwachungsfreudigen Hotel de Ville (Stadthaus) zu verwechseln. Sieben Tage soll nach ihrer Intention das Publikum in 31 (!) unterhaltsamen Nummern sehen, was die hiesige mehr oder weniger «Cervelatprominenz» im Hotel so treibt.

Überraschungen sorgen an der Première für beste Stimmung. Der zugezogene Basler, der nicht wie ein «Poulet auf Eis» jedes Jahr für Räbeli-Billette anstehen will, entpuppt sich als der «Schorsch vom Haafebeggi II». Wieder steht er in der Schlange und überlegt, wie er die andern «Früh-Ansteher» austricksen kann, bis endlich der Groschen fällt: «Das bruuch ych doch nit, y spil joo sälber mit!» Mitspielen, nein eher mitarbeiten müssen vier Stadträtinnen und -räte in der Hotelküche. Ihr Geldbeutel blieb unauffindbar. Wie sie sich gegenseitig anmachen, dreht sich der Küchenchef um. «Wenn einer hier den Clown macht, dann bin ich es», stellt Clown Roli, der Partner von Gaston, als Überraschungsgast fest.

Drei Paare begeistern an diesem Abend besonders. Die beiden Clowns Maris und Fabris, seit 10 Jahren dabei, lassen in fünf Szenen mit ihrem poesievollen Spiel der weiss behandschuhten Hände den Aufenthalt im Hotel Räbeli zum einfühlsamen, humorvollen Erlebnis werden. Auch Raphi und Jölle, welche sonst die Laufner Schnitzelbankszene bereichern, ernten mit ihren vier Parodien auf bekannte Melodien langen Applaus. Stephan Eichers Lied vom Campari Soda wandeln sie aufs Hotel um: «Im Zimmer stoht das alti Sofa.» Um gefühlvoll dann die acht Millionen Milben darin zu besingen. Zu eigentlichen Kultfiguren geworden sind auch Hedi und der Stumpen rauchende Hugi, das Unschuldspaar vom Land. Enttäuscht vom französisch angehauchten Gourmet-Salon zieht es ab zum Italiener, aber nicht ohne sich en français zu verabschieden: «Hasta la vista, Baby!» Enthüllungen gibts am Laufmeter – ohne Hilfe der Überwachungsfirma von Frau Bos.

Kofferträger und «Kamerädli» Roger etwa hat sich zur bejubelten Grösse gemausert. Das Publikum ist aus dem Häuschen, als er den Cardinale Silvio und die beiden Nonnen als Bunga-Bunga-Trio entlarvt und anerkennend meint: «E soone geile Siech!» Deftig dann der Auftritt, als die Deutschen kommen. «Unser Stedtele soll scheener werden», fordern der Lederhosen-Sepp aus Bayern und Schwaben-Softie Sebastian. Beide skandieren: «Tschambol, das neue deutsche Viertel!» Und die beiden Räbeli-Schnitzelbänkler plaudern im Saunadampf abwechselnd über Spionage:

Blödsinnigs, dramatisch’s Theater um d Stuudere!
Gnau, sythär isch d Bos bös
am Muudere...
Was me sich als Laufner alles
mues lo biete...
Y weiss numme , dass me dr Herr Wey jetz auch cha miete!

Fasnacht pur serviert die «Pfluderi Fäger Clique» mit einem Pfeifermedley rund ums weisse Rössl, mit einer vierzehngängigen Trommel-Retraite und einem melodiösen, vierstimmigen «Hofnaar». Chapeau! «Buona Sera» sagen herrlich schränzend «d Chummerbuebe» als Appenzeller.

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