Röserntal/Tugmatt
Frenkendorf sendet klares Bekenntnis zu Naturschutzprojekt aus

Die Leitgemeinde sagt Ja zum Vorhaben Röserntal und Tugmatt. Andere betroffene Gemeinden sollen nachziehen.

Simon Tschopp
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Blick ins Naturschutzgebiet Röserntal und Tugmatt.

Blick ins Naturschutzgebiet Röserntal und Tugmatt.

zvg/Urs Kaufmann

Das Naturschutzprojekt Röserntal und Tugmatt ist einen Schritt weitergekommen. Die Gemeindeversammlung von Frenkendorf hat am Dienstagabend einen Bruttokredit von 300'000 Franken einstimmig genehmigt. Noch ist aber ungewiss, ob das Fünfjahresprojekt zur Aufwertung und Pflege von Wald und Landschaft realisiert werden kann. Drei Viertel der gesamten Kosten sollen von Stiftungen und vom Lotteriefonds getragen werden. Auch müssen sich Gempen, Nuglar-St.Pantaleon und Liestal am Projekt beteiligen, weil sich das 58 Hektaren umfassende Gebiet ebenfalls über diese Gemeinden ausdehnt.

Zusammenarbeit mit kantonalen Fachstellen

Bei diesem Mehrjahresprogramm stehen mehrere Ziele im Vordergrund: Tagfalter und Orchideen werden gefördert sowie Bestände seltener Waldstandorte aufgewertet, Waldflächen mit Nutzungsverzicht und Biotopbäume sollen langfristig gesichert, invasive Pflanzenarten bekämpft werden.

Die anvisierten Ziele und geplanten Massnahmen werden mit den Fachstellen der Kantone Baselland und Solothurn koordiniert. Absprachen mit den kantonalen Fachstellen hätten bereits begonnen und würden über die Projektdauer fortgesetzt, schrieb der Frenkendörfer Gemeinderat in der Vorlage zur Gemeindeversammlung.

«Die bisher vorliegenden Rückmeldungen sind positiv.»

70'000 Franken – ein Viertel der ganzen Projektkosten – teilen sich die vier Gemeinden. Hauptkriterium für den Kostenteiler ist die Fläche, mit der die einzelnen Kommunen am Perimeter beteiligt sind; auch Einwohnerzahl und Finanzkraft werden berücksichtigt. Frenkendorf hat als Leitgemeinde nun am Dienstag ihren Beschluss gefasst. Das eindeutige Resultat des Souveräns soll Signalwirkung haben für die anderen drei Gemeinden.

Erst wenn Geld gesichert ist, kanns losgehen

In Frenkendorf zeigt man sich zuversichtlich, dass das Projekt zu Stande kommt. Laut Gemeindeverwaltung liegen bisher von zwei Stiftungen Zusagen von 65'000 Franken vor. Das Naturschutzvorhaben wird nur umgesetzt, wenn die Fremdmittel und die Projektbeiträge der Gemeinden gesichert sind.

Die Vielfalt im Naturschutzgebiet wird mit einem Mehrjahresprogramm weiter gefördert.

Die Vielfalt im Naturschutzgebiet wird mit einem Mehrjahresprogramm weiter gefördert.

zvg/Hintermann & Weber

In der Trägerschaft des Projekts sind die vier Einwohnergemeinden und sämtliche Grundeigentümer vertreten. Auch die Bürgergemeinden werden eingebunden. Dazu kommt die Fachberatung Naturschutz, von der Umweltberatungsfirma Hintermann & Weber AG gestellt.

Gebiet mit bedeutenden Tagfalterlebensräumen

Das Gebiet Tugmatt-Rappenfluh-Röselen gehört zu den bedeutendsten Tagfalterlebensräumen in der Nordwestschweiz.

Hier sind seit dem Jahr 2000 gegen 50 verschiedene Tagfalterarten nachgewiesen worden.

Das Gebiet zeichnet sich auch durch diverse einheimische Orchideenarten aus und weist eine Vielfalt an Waldstandorten mit seltenen Waldtypen auf.

Vor etwa zwei Jahrzehnten haben naturinteressierte Leute gemeinsam mit dem Forstdienst auf Teilflächen erste Pflegeeingriffe getätigt, um die Naturwerte zu fördern. Im Zentrum standen damals Orchideen und Tagfalter. Nun soll das Gebiet auf breiter Front aufgewertet werden; eine nachhaltige Pflege der Lebensräume erfordert ein Mehrjahresprogramm, das voraussichtlich im kommenden Juli startet.

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