Pratteln
Regierung macht Druck bei Sanierung des verseuchten Rohner-Areals

Der Kanton stellt an den Arealentwickler Hiag Bedingungen bei der Sanierung des verseuchten Bodens der ehemaligen Chemiefirma.

Bojan Stula
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Auf dem Rohner-Areal laufen seit rund einem Jahr die Abbrucharbeiten. Damit diese nicht verzögert werden, wurden für deren Dauer alle Sanierungsmassnahmen ausgesetzt.

Auf dem Rohner-Areal laufen seit rund einem Jahr die Abbrucharbeiten. Damit diese nicht verzögert werden, wurden für deren Dauer alle Sanierungsmassnahmen ausgesetzt.

Juri Junkov

Der Arealentwickler Hiag kann das Rohner-Areal in Pratteln erst dann überbauen, wenn sämtliche Massnahmen zur Befreiung des Bodens von Altlasten «verzögerungsfrei und unter Vermeidung allfälliger Rechtsverfahren» durchgeführt worden sind. Dies geht es aus einem Kommissionsbericht des Landrats hervor, der heute Donnerstag publiziert worden ist.

Anlass für den Bericht der Umweltschutz- und Energiekommission war die Behandlung der Regierungsantwort auf die Petition «Schutz der Prattler Bevölkerung und der Umwelt vor Chemieunfällen», die nach der Grundwasser-Havarie der längst Konkurs gegangenen Firma Rohner AG von den Unabhängigen Pratteln eingereicht worden war.

Laut Regierung hat im April das Amt für Umweltschutz und Energie gemeinsam mit Hiag entsprechende Planungen aufgenommen. Dazu gehörten Untersuchungen des Gesamtstandortes, Aufbau einer wirksamen Bodenluftsanierung sowie die Überwachung des Gesamtstandortes.

Behebung des Grundwasserschadens kostet rund 850'000 Franken

Der Arealentwickler müsse danach die Sanierungsarbeiten durchführen und vorfinanzieren. Schliessen sollen weitere Untersuchungen des Gesamtstandortes zeigen, ob vor Beginn des 2024 geplanten Überbauungsstarts zusätzliche Sanierungsmassnahmen notwendig sind.

Die Regierung nennt Kosten über 840'000 Franken allein für die Behebung des Grundwasserschadens. Dies liegt weit über einem früher genannten Betrag. Wer diese Summe bezahlen müsse, sei noch Gegenstand von Verhandlungen. Auf dem Betriebsareal der Konkurs gegangenen Rohner AG, gegen die der Kanton Strafanzeige gestellt hat, befänden sich noch zwei bis vier Tonnen chlorierte Lösungsmittel im Untergrund, die das Grundwasser belasten. Mit «weiteren Belastungen» sei zu rechnen.

Im Kommissionsbericht wird einmal mehr das ganze Ausmass des Debakels rund um das Prattler Rohner-Areal deutlich:

«Der Regierungsrat erklärte, man sei keineswegs zufrieden mit den Abläufen in Zusammenhang mit der Firma Rohner AG. (...) Nicht nur für die Bevölkerung von Pratteln, sondern auch für die Behörden sei vieles von dem, was vorgefallen ist, unverständlich gewesen. Es sei verständlich, dass das Vertrauen der Standortgemeinde in die Firma in den letzten Jahren völlig erodiert sei.»

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