Belastung
Ozon in der Region Basel: Grenzwerte überschritten, aber keine Rekorde gebrochen

Die Ozonwerte haben in der Region Basel die Grenzwerte überschritten. Eine Prognose ist schwierig, aber man ist weit weg von den sehr hohen Belastungen, die in den 1990er-Jahren verzeichnet wurden.

Michel Ecklin
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Abgase, Hitze, Sonneneinstrahlung: So entsteht Ozon.

Abgase, Hitze, Sonneneinstrahlung: So entsteht Ozon.

Aargauer Zeitung

Steigen die Temperaturen, wird die Luft schlechter. In diesen Tagen steigen die Ozonwerte in der Region Basel jeweils am Nachmittag an, «relativ stark, es werden Belastungen um 50 Prozent über dem Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter erwartet», erklärt Sandra Andris vom Lufthygieneamt beider Basel. Üblicherweise einen der höchsten Werte wird auf der St. Chrischona erreicht.

Das kühlere, bewölkte Wetter am vergangenen Wochenende hat die Werte kurzfristig sinken lassen. Aufgrund der Wetterprognosen ist in den nächsten Tagen mit vergleichbaren Belastungen wie bisher zu rechnen. «Die Belastungen werden nicht auf Höchstwerte der 90er Jahre steigen, wo Werte bis 250 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen wurden», sagt Andris.

Regen bringt nichts

Im Elsass sieht man das etwas anders. Dort prognostiziert man für die kommenden Tage einen Anstieg der Ozonwerte, der Massnahmen nötig machen könnte. Allerdings gilt diese Voraussage ganz grob für die Region Grand Est, ist also nicht spezifisch für die Gegend rund um Basel.

Ozon entsteht aus Abgasen und hängt vor allem von der Temperatur und der Stärke der Sonneneinstrahlung ab. Falls es am Wochenende wie prognostiziert etwas regnet, hat das hingegen wenig Einfluss auf die Ozonwerte.

Konsequenzen in den Spitälern

Kein Thema sind derzeit die anderen Luftschadstoffe Stickstoffdioxid und Feinstaub. Beide entstehen bei unvollständigen Verbrennungsprozessen, insbesondere im Verkehr, aber auch in Heizungsanlagen. Letzteres fällt derzeit sowieso weg, und die Sommerferien machen sich mit kleineren Verkehrsmengen bemerkbar.

In den Spitälern scheint die Luftqualität derzeit keine Konsequenzen zu haben. «Wir haben in den Notfallstationen keine expliziten Fälle wegen der aktuellen Hitze oder schlechter Luftqualität», erklärt Philipp Schoch, Sprecher des Kantonsspitals Baselland. Am Universitätsspital Basel heisst es, hitzerelevante Fälle würden nicht separat verzeichnet, weshalb man keine Angaben machen könne.