Gesundheistwesen
Norbert Schnitzler, neuer CEO des Kantonsspitals Baselland: «Was schön ist: Die Leute in Basel kennen mich schon»

Norbert Schnitzler ist neuer CEO des Kantonsspitals Baselland (KSBL). Dass er ausgerechnet vom Unispital kommt, sieht er als Vorteil.

Benjamin Wieland
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«Der Reiz liegt genau da: etwas für die Gesellschaft tun», sagt Norbert Schnitzler, der neue CEO des KSBL.

«Der Reiz liegt genau da: etwas für die Gesellschaft tun», sagt Norbert Schnitzler, der neue CEO des KSBL.

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Also doch ein Externer. Norbert Schnitzler wird neuer Direktor des Kantonsspitals Baselland, das gab das KSBL am Dienstag, 28. April 2020, bekannt. Der Harvard-Absolvent mit Master in öffentlicher Verwaltung war Berater im Gesundheitswesen und leitete von 2013 bis 2019 das Berner Salem-Spital.

Der 52-Jährige löst Jürg Aebi ab, der im vergangenen November seine Demission bekannt gegeben hat. Schnitzler hatte erst per Anfang Jahr als Geschäftsführer der Orthopädie Klinik am Bethesda Spital, die gemeinsam mit dem Universitätsspital Basel (USB) betrieben wird, begonnen. Wann er sein neues Amt antritt, steht noch nicht fest.

Norbert Schnitzler, Sie begannen Ihre Karriere im Gesundheitswesen bei der privaten Hirslanden-Gruppe. Was reizt Sie am Job des CEO eines öffentlichen Spitals, bei einem – überspitzt gesagt – öffentlich-rechtlichen Koloss?

Norbert Schnitzler: Der Reiz liegt genau da: Etwas im öffentlichen Sektor tun, für die Gesellschaft. Vom Werdegang her komme ich eher aus dem öffentlichen Bereich. Ich habe Politikwissenschaften studiert, später öffentliche Verwaltung in den USA. Die Idee war immer, im öffentlichen Sektor zu arbeiten.

Warum gingen Sie dann zu Privatspitälern?

Die Branche ist wohl schlicht ein wenig offener für Leute wie mich, die keinen schnurgeraden Werdegang aufweisen können. Man darf aber auch nicht vergessen: Hirslanden ist kein reines Privatspital – nur die Eigentümerschaft ist privat. Vom Auftrag her sind die Kliniken von Hirslanden auch öffentlich: Als Listenspitäler arbeiten sie im Auftrag der jeweiligen Kantone.

Das KSBL und das Unispital Basel, Ihr Noch-Arbeitgeber, hätten fusionieren sollen. Doch das Vorhaben scheiterte 2019 an der Urne. Wie sehen Sie die Zusammenarbeit der beiden Häuser?

Ich will mich noch nicht in Details hineingeben, bin jedoch überzeugt: Es gibt Elemente, bei denen eine verstärkte Zusammenarbeit Sinn ergibt. Aber für solche Prozesse muss man sich Zeit nehmen. Was schön ist: Ich kenne die Leute beim USB schon, und die Leute in Basel kennen mich – das ist eine gute Vertrauensbasis.

Das USB und das KSBL sind auch Konkurrenten, nicht zuletzt in der Orthopädie, wo das KSBL mit der Birshof-Klinik von Hirslanden kooperiert. Sie wechseln zum Lokalrivalen.

Ich sehe da keine Probleme. Ich sehe, wie gesagt, eher Möglichkeiten, punktuell noch enger zusammenzuarbeiten.

Das KSBL hat turbulente Zeiten hinter sich. Wie kriegen Sie Ruhe in den Betrieb?

Ich kann nicht zaubern. Die Lösungen kommen im Dialog. Und: Wir müssen alle die Ärmel hochkrempeln.

Noch haben Sie den Blick von aussen: Wie hat sich das KSBL durch die Coronakrise manövriert?

Es hat das gemacht, was richtig war: Die Infrastruktur in einer Notsituation rasch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Das war kein PR-Gag von Seiten des Verwaltungsrats – das entstand aus dem Bewusstsein heraus, dass man Verantwortung trägt. Wir in der Schweiz haben die Coronakrise relativ gut gemeistert. Das Bewusstsein dafür, dass gute Spitäler auch etwas kosten, ist gestiegen. Ich hoffe, der Effekt hält an.

Die Ärztinnen und Ärzte sind die heimliche Macht in einem Spital – ihr Einfluss ist nicht zu unterschätzen. Wie holen Sie die Ärzteschaft auf Ihre Seite?

Unabhängig davon, ob der an der Spitze ein Mediziner ist oder nicht: Es ist eine Bringschuld, verständlich zu machen, was man will. Diesen Anspruch stelle ich an mich – die Mediziner müssen jedoch auch mir ihre Bedürfnisse erklären können. Jede Seite hat eine Bringschuld. Darum muss man den Dialog hinkriegen. So entstehen gute Lösungen.

Sie wohnen seit 2008 im Baselbiet. In welcher Gemeinde?

Ich lebe im unteren Baselbiet. Ich hoffe, das reicht als Ortsangabe.

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