Station Lampenberg
Noch ist die Zukunft der Station Lampenberg nicht klar

Die Station Lampenberg wird seit März nicht mehr als Aslyzentrum genutzt. Doch was wird jetzt aus dem Gebäude? Noch sind viele Möglichkeiten offen, auch ein Neubau wäre denkbar. Der Besitzer möchte mehr Platz und beantragt eine Verlegung der Kantonsstrasse.

Michael Nittnaus
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Die Station Lampenberg steht momentan leer. Was ab Frühling 2014 aus ihr wird, ist unklar.

Die Station Lampenberg steht momentan leer. Was ab Frühling 2014 aus ihr wird, ist unklar.

Kenneth Nars

Die Station Lampenberg bei Ramlinsburg steht seit diesem März leer - ein Jahr früher als geplant. Wie die bz vor einem Monat publik machte, änderte der Kanton Baselland seine Asylstrategie und verteilt die Asylsuchenden nun ohne Durchgangszentrum direkt auf die Gemeinden. Um einen Puffer zu haben, läuft der Mietvertrag aber bis Ende März 2014 weiter (siehe Kasten). Der Besitzer der Liegenschaft, Anton Zurfluh, plant aber bereits für die Zeit danach. «Ich stehe in intensiven Verhandlungen mit dem Kanton und der Gemeinde Ramlinsburg», legt er gegenüber der bz offen. Für den ehemaligen Gemeindepräsidenten und SVP-Politiker ist «von einer Renovation bis zu einem Neubau alles möglich». Konkreter wolle er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht werden.

Zonenreglement schränkt ein

Einen tieferen Einblick in die Verhandlungen gewährt der Ramlinsburger Gemeindeverwalter Christoph Epper: «Laut Zurfluh ist das Gebäude baufällig. Ein Umbau wäre wohl zu aufwendig, weswegen ein Neubau wahrscheinlich ist.» Dabei dürfte das Projekt grösser werden als das heutige Gebäude. Epper: «Zurfluh will das Gelände optimal ausnutzen.» Konkret: Zurfluh möchte, dass die Gemeinde den schmalen Schotter-Parkplatz entlang des Wäldchens auf der anderen Strassenseite an ihn abtritt. «Wir wären dazu bereit», sagt Epper.

Ein Problem gibt es allerdings: Der Parkplatz ist eigentlich zu schmal. Deshalb müsste auch noch die daran vorbeiführende Kantonsstrasse verlegt werden. «Das ist unsere Bedingung», so Epper. Und um das zu erreichen, weible Zurfluh momentan beim kantonalen Tiefbauamt. Wie seine Chancen stehen, ist noch offen. Gestern war der für das Projekt Zuständige für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Was letztlich aus der Station Lampenberg wird, steht noch nicht fest. Zurfluh sagt lediglich, dass die neue Nutzung «zum Standort passen muss». Was es nicht geben wird, ist ein Neubau, der nichts mehr mit dem Stil des ehemaligen Gasthauses zu tun hat. Dafür sorgt das Zonenreglement Landschaft der Gemeinde Ramlinsburg, das einen eigenen Paragrafen zur Station Lampenberg enthält. Nicht nur gilt für die Liegenschaft die Besitzstandsgarantie, auch «Umbauten, bauliche Erneuerungen, Wiederaufbauten sowie angemessene Erweiterungen», werden nur bewilligt, wenn sie folgende Faktoren erfüllen:

• Sie müssen den bisherigen bewilligten Nutzungen als Gastwirtschaft, Geschäftshaus und Wohnhaus dienen.
• Die gesamte Gebäudegrundfläche darf 550 Quadratmeter nicht überschreiten.
• Die Gebäudehöhe muss auf zwei Vollgeschosse zuzüglich Sockelgeschoss und Dachgeschoss begrenzt bleiben.
• Die Identität der Bauten und Anlagen bezüglich äusserer Erscheinung und Zweckbestimmung muss gewahrt bleiben.
• Sämtliche baulichen Veränderungen und Einrichtungen müssen sich ins Landschaftsbild einpassen.

Da die Grundfläche der bestehenden Bauten 488 Quadratmeter beträgt, ist Zurfluhs Spielraum also beschränkt. Die Gemeinde hätte laut Epper nichts dagegen, wenn die Liegenschaft wieder zu ihren Wurzeln als Restaurant zurückfinden würde.

130 000 Franken für ein ungenutztes Gebäude

Zwar benutzt der Kanton Baselland die Station Lampenberg nicht mehr als Asyl-Durchgangszentrum, doch bis März 2014 bleibt er Mieter. Bei einer Monatsmiete von 13 350 Franken bleiben also noch gut 130 000 Franken zu zahlen. Dies eröffnete Regierungsrat Adrian Ballmer dem Landrat vorgestern auf Nachfrage von Oskar Kämpfer (SVP). Dazu kommt eine Instandstellungspauschale von 40 000 Franken. «Wir geben im Asylbereich viel zu sorglos Geld aus», moniert Kämpfer. Er hätte sich eine Zwischennutzung gewünscht. Immerhin: Da der Kanton den Vertrag mit der Betreuungsfirma ABS kündigen konnte, spart er 245 000 Franken. Doch Kämpfer wendet ein, «dass die Betreuungskosten ja dafür in den Gemeinden anfallen, die die Asylsuchenden statt der Station aufnehmen». (mn)

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