Ziefen
Neues Baselbieter Schwarzbier «Heizer» als Glühbier an der Fasnacht

Erstmals wird im Baselbiet ein Schwarzbier in grösseren Mengen produziert: Die erste Portion von Niklaus Niederhausers «Heizer» wird am 30. Oktober fertig und trinkbereit sein. Auf die Idee eines wärmenden Glühbiers brachte ihn die Fasnacht.

Lucas Huber
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Braumeister Alexander Stohler (l.) und Brauereiberater Niklaus Niederhauser beim Probetrinken.

Braumeister Alexander Stohler (l.) und Brauereiberater Niklaus Niederhauser beim Probetrinken.

Lucas Huber

Niklaus Niederhauser wird kaum das magische «O’zapft is» über die Lippen gehen, wenn er am Zweitletzten des Monats seinen neuesten Streich anzapft. «Heizer» nennt sich dieser, ein Schwarzbier, dessen erster Sud erst gerade abgefüllt wurde. Es ist das erste Schwarzbier im Kanton, das in einer grösseren Menge produziert wird. Und sein Name verspricht noch mehr.

Doch der Reihe nach. Niederhauser, Gründer und Geschäftsführer der Baselbieter Brauerei AG in Ziefen, mag Schwarzbier eigentlich gar nicht besonders. Trotzdem war da diese Idee, von Fasnacht zu Fasnacht immer wieder aufs Neue aufgewärmt. Die Idee eines wärmenden Glühbiers für die mitunter schlotternden Fasnächtler.

Multifunktionales Bier

Doch Niederhauser wollte kein reines Glühbier, wie es etwa Appenzeller Bier bereits im Sortiment führt. «Ich wollte ein Bier, das den Geschmack der Schwarzbier-Liebhaber trifft, mit Gewürzen verfeinert aber auch als Glühbier funktioniert.» So entstand der «Heizer», der so heisst, weil er eben wärmt, aber schliesslich eines kühlenden Getränkes bedarf. Das Etikett zeigt, passenderweise, einen Heizer bei der Arbeit, «es entstand zu Ehren der Dampfbahn, die unseren Kanton stark prägte», erklärt Niederhauser.

Geröstetes Malz gehört in den Heizer.

Geröstetes Malz gehört in den Heizer.

Lucas Huber

Entwickelt haben das Rezept Braumeister Alexander Stohler und Horst Wandinger. Letzterer ist ein Brauerei-Urgestein, «50 Jahre Bier hab ich auf’m Buckel», sagt er. Der Brauereiberater aus Heidelberg, dessen Grossvater einst Braumeister bei Haldengut war, hat massgeblich bei der Erfindung des Baselbieter Biers mitgeholfen, noch heute schaue er einmal im Monat bei seinem «einzigen Schweizer Kind» vorbei.

Alles rein ins Bier

Wandinger weiss: Schwarzbier war im Mittelalter Standardgetränk, und auch erhitztes Bier, will heissen: Glühbier, stand auf der täglichen Speisekarte. «Man schmiss rein, was man hatte: Wacholderbeeren, Pflaumen, Brennnesseln», erklärt Wandinger, «aber der Heizer ist auch ungepunscht verkehrsfähig.» Und er eigne sich hervorragend für Saucen, ergänzt Niederhauser. Der überlässt nichts dem Zufall. So hat er sich natürlich umgehört bei den Gastronomen der Region. Deren Interesse am regionalen Schwarzbier, sagt er, sei beträchtlich.

Baselbieter Sagennächte

Einen Tag nach dem Anstich des «Heizers», am 31. Oktober, findet in den Räumlichkeiten der Baselbieter Brauerei AG in Ziefen die Premiere der «Sagennächte» statt. Sie sind eine Reihe von Veranstaltungen rund um Genuss und Legende. Brauerei-Chef Niederhauser holt hierfür Gastronomen ins Boot, zu den Gängen gibts Baselbieter Bier, dazwischen werden Sagen gelesen. An der Premiere in Ziefen liest Kunstmaler Ruedi Pfirter aus Hölstein. Fixe Wintertermine stehen bereits fest und finden sich hier: www.sagen-naechte.ch

Interessierten Gastgebern will er Glühbier-Rezepte aushändigen, denn das Schwarzbier lässt sich mit allerlei Schmackhaftem anreichern, mit Lebkuchengewürzen wie Nelken, Ingwer und Anis, mit Kirschsaft, Orangen, Zimt und Zucker. Am 30. Oktober erlebt der Heizer seinen feierlichen Premierenanstich, gleichzeitig an der Basler Feinmesse und der Generalversammlung der Brauerei in Ziefen. Dann wird sich zeigen, ob Braumeister Stohler den Geschmack getroffen hat.

Der ultimative Härtetest folgt dann an der Fasnacht, wenn der Heizer «seinen Mann» als Glühbier zu stehen hat. Niederhauser weiss: «Der Schwarzbiermarkt ist ein Liebhabermarkt und unser Schwarzbier ein Saisonbier für den Winter.» In rauen Mengen wird es wahrscheinlich kaum gezapft und verkauft werden.

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