Uni in Liestal
Neuer Bahnhof, Hochhaus, Uni-Campus – die Projekte spriessen auf dem Bahnareal

Die meisten Akteure geben sich noch bedeckt. Doch es weist einiges darauf hin, dass die Brachfläche westlich des Liestaler Bahnhofs nicht mehr lange brachliegt.

Andreas Hirsbrunner
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Das ist in Liestal geplant: Ein neuer Bahnhof (2) mit Verbindungstrakt zum Bürohaus (3), ein Hochhaus, in das der Kanton nun nicht einzieht (4), und ein Uni-Campus (5, nicht visualisiert). Das Palazzo (1) dient als Orientierungshilfe.Jun

Das ist in Liestal geplant: Ein neuer Bahnhof (2) mit Verbindungstrakt zum Bürohaus (3), ein Hochhaus, in das der Kanton nun nicht einzieht (4), und ein Uni-Campus (5, nicht visualisiert). Das Palazzo (1) dient als Orientierungshilfe.Jun

Juri Junkov

Der neue Liestaler Bahnhof ist seit Montag zumindest auf dem Reissbrett genagelt. Auf dem weiter westlich in Richtung Basel gelegenen Bahnhofareal sind die Pläne zwar noch vage, aber nicht weniger spannend. Da ist einmal das geplante, architektonisch aber noch nicht präzisierte Hochhaus als Abschluss des Emma-Herwegh-Platzes. Dieser 57 Meter hohe Solitär soll dereinst alles überragen am Bahnhof, soviel gaben die SBB am Montag bekannt.

Über das Innenleben schweigen sie sich hingegen aus. Dabei ist eigentlich alles schön aufgegleist: Vor drei Jahren unterzeichneten SBB-Chef Andreas Meyer und Regierungsrätin Sabine Pegoraro eine Absichtserklärung, dass der Kanton dereinst als Ankermieter 540 Mitarbeiter in diesen Neubau verpflanzen will. Zwar wurde danach unter Federführung der SBB eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, doch nach aussen hin blieb es still.

Uni-Campus ist mehr als Vision

Frage deshalb an den bei diesem Geschäft federführenden Baselbieter Kantonsarchitekten Marco Frigerio: Was ist der Stand beim Kanton? «Die Absichtserklärung gilt immer noch, und wir sind mit den SBB in Verhandlungen.» Die nächste Gesprächsrunde finde voraussichtlich im Mai statt, inhaltlich gehe um die finanziellen Rahmenbedingungen. Falls sich die beiden Partner finden, muss der Landrat über die Einmietung des Kantons entscheiden. Zum Zeitpunkt dieses allfälligen Entscheids will Frigerio keine Prognose wagen; das hänge vom Verlauf der Verhandlungen ab. SBB-Sprecher Reto Schärli ist ähnlich wortkarg: «Wir geben keine Auskunft zum aktuellen Stand. Wir informieren, sobald die Verhandlungen mit dem Kanton abgeschlossen sind.» Fest steht: Im Mai soll der Quartierplan mit dem neuen Bahnhof und dem Hochhaus aufgelegt werden.

Spannend geht es planerisch auch hinter dem Hochhaus auf der heutigen Brachfläche des ehemaligen Güterbahnareals weiter: Dort könnte, immer noch auf Boden der SBB, der neue Campus der Universität Basel entstehen. Dass das weit mehr als eine ferne Vision ist, stellt der Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott gegenüber der bz klar: «Wir wollen die Machbarkeit vertieft prüfen.» Auch habe Liestal der Uni nach den gescheiterten Versuchen, anderswo im Baselbiet Institute anzusiedeln, deutlich gemacht, dass die Stadt eine zuverlässige Partnerin sei und keinen Rückzieher machen werde.

«Wir werden die Uni nicht im Regen stehen lassen», betont Ott. Und mit Seitenblick auf die Rolle der SBB ergänzt er: «Es ist eine ideale Kombination, dass mit den SBB Landeigentümerin und Investorin in einem vorhanden sind.» Auch könnte für Ott die Verkehrserschliessung des potenziellen Campus-Geländes mit der kommenden, viertelstündlichen S-Bahn-Verbindung nach Basel nicht besser sein. Der Stadtpräsident hält fest: «Ein solcher Campus gehört nicht irgendwo an eine Tramlinie, sondern an eine Hauptverkehrsachse mit Schnellzugshalt und starker Wahrnehmbarkeit.»

Zu einem richtigen Universitäts-Campus gehören für Ott im Übrigen auch Unterkünfte für die Studenten. An Platz sollte es auf dem ehemaligen Güterbahnareal auf jeden Fall nicht mangeln. Nicht äussern wollen sich die SBB als Landeigentümerin zu den Campus-Plänen. Doch ist bekannt, dass zwischen den Bundesbahnen und der Universität Basel Gespräche laufen.

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