Büren
Nach Rücktrittswelle: Neuer Präsident soll Schulverband in ruhigere Gewässer führen

Nach den Turbulenzen in den letzten Wochen soll in der Kreisschule wieder Ruhe einkehren. Die Beteiligten wollen keine weiteren Schuldzuweisungen machen, sondern konstruktiv nach vorne blicken. Es wartet viel Arbeit auf den Vorstand.

Oliver Sterchi
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Trotz idyllischer Lage nicht frei von Zoff: Die Kreisschule Dorneckberg in Büren. BZ-Archiv

Trotz idyllischer Lage nicht frei von Zoff: Die Kreisschule Dorneckberg in Büren. BZ-Archiv

Heinz Dürrenberger

«Wir müssen jetzt endlich die Vergangenheit hinter uns lassen und in die Zukunft schauen», erklärte Andreas Vögtli nach seiner Wahl zum Interimspräsidenten des Schulvorstandes der Kreisschule Dorneckberg.

An einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung am Donnerstag wurde Vögtli zusammen mit dem ebenfalls gewählten Vize-Präsidenten Klaus Gronwald von den Delegierten des Schulverbandes mit der einstweiligen Leitung der Kreisschule betraut. Dies, nachdem der bisherige Schulpräsident, Dominique Vuattoux, zusammen mit vier weiteren Mitgliedern des Vorstandes letzte Woche seinen sofortigen Rücktritt eingereicht hatte.

Zudem hat die Versammlung entgegen der Forderung einzelner Delegierter beschlossen, vorerst kein Disziplinarverfahren gegen Vuattoux einzuleiten. Ihm wird vorgeworfen, bei der Neuorganisation der Schulleitung eigenmächtig und ohne Rücksprache mit den Delegierten gehandelt zu haben.

Rückblende: Im Frühjahr dieses Jahres trat die dreiköpfige Schulleitung der Kreisschule in corpore auf Ende Schuljahr zurück. Die Demission erfolgte als Reaktion auf die Ankündigung des Schulvorstandes, dass die Schule künftig nur noch von einer statt wie bis anhin drei Personen geführt werden soll. Die Schulleitung zeigte sich mit diesem Strategiewechsel nicht einverstanden und nahm den Hut.

In der Folge kam es zu einer regelrechten Schlammschlacht. Die Schulleitung warf Vuattoux mangelnde Kommunikationsbereitschaft vor. Dieser bestritt sämtliche Vorwürfe und drehte den Spiess sogar um: Die Schulleitung sei schuld am Konflikt, da sie nicht mit dem Vorstand kooperieren würde. Auch unter den Delegierten des Schulverbandes kam es zum Bruch. Einige unterstützen den Vorstand, andere hingegen waren mit dessen Plänen zur Reorganisation der Schulleitung nicht einverstanden. Der Konflikt gipfelte schliesslich in der Forderung einzelner Delegierter, eine Voruntersuchung wegen Amtsmissbrauchs gegen den Vorstand einzuleiten.

Präsident Vuattoux und mit ihm die vier Vorstandsmitglieder Andreas Kessler, Monique Netzer, Katharina Straumann und Claudia von Allmen reichten daraufhin ihren sofortigen Rücktritt ein. Gegenüber der bz erklärt Vuattoux: «Ein Verdacht auf Amtsmissbrauch entbehrt jeglicher Grundlage. Die geplante Voruntersuchung hatte das Ziel, den Vorstand handlungsunfähig zu machen.» Ein solches Vorgehen sei für die Mehrheit der Vorstandsmitglieder inakzeptabel gewesen und habe sie schliesslich zum Rücktritt bewogen, erklärt Vuattoux.

Bei der Versammlung am Donnerstag demonstrierten die Delegierten Einigkeit. Die angekündigte Voruntersuchung ist vorerst vom Tisch. Interimspräsident Vögtli will sich nicht in gegenseitigen Schuldzuweisungen verlieren, sondern konstruktiv nach vorne blicken. «Wichtig ist, dass der Schulbetrieb reibungslos fortgeführt werden kann», erklärt Vögtli. Er räumt zwar ein, dass es in den vergangenen Monaten zu Verfehlungen seitens des Vorstandes gekommen sei, aber das sei sekundär. «In erster Linie geht es jetzt um die Neubesetzung der Schulleitung», sagt der Schulpräsident, auf den eine Menge Arbeit wartet. Denn nebst dem Posten der Schulleitung muss auch das Sekretariat neu besetzt werden. Die bisherige Sekretärin hat auf Ende Schuljahr ihre Kündigung eingereicht. Zudem wird die Zeit knapp: Bald sind Sommerferien und auf das neue Schuljahr hin muss der Schulbetrieb wieder vollumfänglich gewährleistet sein.

Die Frage, ob die Schulleitung künftig ein- oder mehrköpfig besetzt sein soll, ist noch offen. «Wir werden diese Frage evaluieren, den Delegierten unseren Vorschlag zur Genehmigung unterbreiten und danach ein Stelleninserat ausschreiben», sagt Vögtli. Bis dahin wird die Schulleitung ad interim zu besetzen sein. Vögtli setzt ausserdem auf Dialog: «Es geht darum, endlich wieder das Vertrauen in den Schulvorstand herzustellen.»

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