Konzentrationsprozess
Muss die Kläranlage in Bubendorf einer grösseren in Füllinsdorf weichen?

Der Neubau der ARA Frenke 3 in Bubendorf ist gestoppt worden. Dies meldete gestern die «Volksstimme». Pascal Hubmann, Leiter des Baselbieter Amts für Industrielle Betriebe (AIB), bestätigt, dass das Projekt vorläufig auf Eis gelegt ist. Weshalb?

Simon Tschopp
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Dieses neue Mischwasserbecken in Bubendorf, das derzeit gebaut wird, passt auch ins Konzept für die künftige regionale ARA-Planung.

Dieses neue Mischwasserbecken in Bubendorf, das derzeit gebaut wird, passt auch ins Konzept für die künftige regionale ARA-Planung.

Roland Schmid

Der Landrat hat im Herbst 2012 einen Kredit von 52 Millionen Franken bewilligt. Die neue ARA in Bubendorf mit zwei zusätzlichen Mischwasserbecken, die derzeit im Bau sind, machte mit über 39 Millionen den Löwenanteil aus. Ein weiteres Teilprojekt dieses Kredits ist die Aufhebung der ARA Frenke 2 in Niederdorf, deren Abwässer in absehbarer Zeit der ARA in Bubendorf zugeleitet werden. Dazu kommen andere Massnahmen im Einzugsgebiet beider Frenkentäler.

Neue Vorschriften, neue Fragen

«Das ganze Projekt wurde vor zehn Jahren angedacht und vor sechs, sieben Jahren angestossen. Inzwischen haben sich die Bedingungen jedoch verändert, und man muss sich neue Fragen stellen», erklärt Hubmann. Zudem habe der Bund neue Vorschriften erlassen. Erforderlich sei eine vierte Reinigungsstufe, in der die Mikroverunreinigungen behandelt werden. Diese Reinigungsstufe wäre in der neuen ARA in Bubendorf integriert gewesen, sagt Pascal Hubmann.

Die Bubendörfer Kläranlage, der neben der Standortgemeinde auch Hölstein, Ramlinsburg, Lauwil, Reigoldswil, Ziefen und Seltisberg angeschlossen sind, reinigt die Abwässer von insgesamt 12 200 Einwohnern und zahlreichen Gewerbe- und Industriebetrieben. 2013 wurden hier gegen zwei Millionen Kubikmeter Abwässer geklärt und rund 10 000 Tonnen Klärschlamm entsorgt.

Das AIB will den Konzentrationsprozess der kantonalen und regionalen Abwasserreinigungsanlagen (ARA) forcieren. So wird geprüft, die ARA Frenke 3 in Bubendorf und die ARA Ergolz 1 in Sissach zu eliminieren und deren Abwässer direkt in die ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf abzuleiten. Der Bund beteiligt sich zu 75 Prozent an den Investitionen; diesen Anteil steuert er auch für die Abwasserleitungen bei. Für die späteren Betriebskosten muss jedoch der Kanton aufkommen. Diese werden aber spezifisch geringer ausfallen als bei kleineren Anlagen.

Ein Knackpunkt ist noch, wie die neue Infrastruktur in Füllinsdorf vergrössert und gestaltet wird. Dort sei die biologische Stufe derzeit knapp, so Hubmann. Und wenn die vierte Reinigungsstufe mit Aktivkohle komme, wirke sich das zusätzlich negativ auf die biologische Stufe aus.

Der Neubau der ARA Frenke 3 in Bubendorf wurde laut Pascal Hubmann letzten Sommer gestoppt. Inzwischen laufen Studien, wo die Abwässer der beiden Frenkentäler und des Ergolztals künftig gereinigt werden sollen. «Im Sommer wissen wir mehr», ist Hubmann überzeugt. Wenn alles plangemäss gelaufen wäre, wären bei der heute 40-jährigen ARA Frenke in Bubendorf diesen Frühling die Bagger aufgefahren, drei Jahre später hätte die neue Anlage in Betrieb gehen können. «Nun haben wir ein Jahr Stillstand», konstatiert der AIB-Leiter. Für ein neues Projekt wäre eine neue Regierungsvorlage nötig, die wieder der Landrat bewilligen müsste.

Pascal Hubmann betont, dass dieser Konzentrationsprozess wichtig und auch richtig sei. Und er weiss: «Andere Kantone machen dies noch in viel grösserem Rahmen.»

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