Nuglar-St. Pantaleon
Maya Graf wirbt für die schönste Schweizer Hochstamm-Landschaft

Die blühenden Obstbäume zwischen Nuglar und St. Pantaleon waren für die Baselbieter Nationalrätin Maya Graf und Bauernverbandspräsidenten Markus Ritter die richtige Kulisse, um über die Hausse von Hochstamm-Suisse-Produkten zu informieren.

Andreas Hirsbrunner
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Hochstamm-Bäume erleben in der Region einen Aufschwung
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Hochstamm Suisse und Coop sehen Zukunftspotenzial für Produkte von hochstämmigen Obstbäumen.
Die Gemeinde Nuglar-St. Pantaleon ist stolz auf ihre Hochstamm-Landschaft, von der es heisst, sie sei die grösste in der Nordwestschweiz.

Hochstamm-Bäume erleben in der Region einen Aufschwung

Kenneth Nars

Alt Bundesrat Pascal Couchepin machte es, Bundesrat Ueli Maurer macht es – und jetzt ist auch Nationalrätin Maya Graf auf den Geschmack gekommen: Sie lud am Montag zu einem Medienspaziergang. Dabei inszenierte sie aber nicht sich selbst, sondern die in voller Blüte stehende Hochstamm-Landschaft zwischen Nuglar und St. Pantaleon, von der der mitwandernde Gemeindepräsident Hans Peter Schmid sagte: «Wir sind megastolz auf unsere Hochstamm-Landschaft, von der es heisst, sie sei die grösste in der Nordwestschweiz.»

Und er zeigte sich ebenfalls stolz über «die Prominenz aus der Nation» in seiner Gemeinde, was alles andere als alltäglich sei. Damit spielte Schmid auch auf Nationalrat Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands, an. Ritter und Graf trennt eigentlich einzig die Parteipolitik – er CVP, sie grün –, denn beide sind nicht nur Bio-Bauern, sondern produzieren auch für die Organisation Hochstamm Suisse, die Graf als Co-Präsidentin leitet.

Mehr Bäume dank Vermarktung

Hochstamm Suisse war denn auch die Klammer des Bummels durch den wohl landesweit schönsten Kirschbaum-Hain mit gegen 10'000 Bäumen. Dass es hier noch so viele Hochstamm-Bäume gibt, erklärte der Geschäftsführer von Hochstamm Suisse, Stephan Durrer, so: «Es hat nie eine Feldmelioration stattgefunden und es gibt eine kleinbäuerliche Struktur, bei der viele Private nebenher noch ein bisschen Obstbau betreiben.»

Das Gebiet zwischen Nuglar und St. Pantaleon steht für Hochstamm-Suisse aber ein Stück weit auch für die Zukunft. Durrer: «Bis vor drei Jahren galt der Hochstamm-Baum als Auslaufmodell. Jetzt findet ein Stimmungswechsel statt: Die Bäume werden wieder gepflegt und viele neue gesetzt. Der Bestand nimmt zu, weil in der Vermarktung etwas gegangen ist.» Ritter verwies darauf, dass die Konsumenten Schweizer Produkte bevorzugten und bereit seien, dafür mehr zu bezahlen. Dem habe das Parlament mit der Swissness-Vorlage im letzten Jahr Rechnung getragen.

Eine wichtige Rolle spielten auch die Beiträge der öffentlichen Hand an die Hochstamm-Bäume. Aber Ritter mahnte: «Es braucht innovative Produkte, die im Trend der Konsumgewohnheiten liegen.» In die gleiche Richtung blies Maya Graf: «Die Erhaltung der Hochstamm-Bäume kann langfristig nur gelingen, wenn auch die wirtschaftliche Seite stimmt.» Und dafür mache sich Hochstamm Suisse seit 1990 stark. In den letzten drei Jahren habe sich der Umsatz mit Hochstamm-Suisse-Produkten auf sieben Millionen Franken verdreifacht und alleine Coop führe in seinem Sortiment rund 60 derartige Produkte. So seien plötzlich Hauszwetschgen wieder nachgefragt, weil Coop bei den Zwetschgen-Joghurts Importfrüchte durch schweizerische ersetzt habe.

Allerdings hapere es noch mit dem Bekanntheitsgrad des Hochstamm-Suisse-Labels, räumte Graf ein. Für Coop, so relativierte deren Leiter Grundnahrungsmittel und Getränke, Philipp Schenker, sei die Steigerung des Umsatzes mit Hochstamm-Produkten ein «positives Randereignis». Wichtig sei, neue Produkte zu entwickeln, deren Verkaufsförderung mittels Degustationen und die Information der Konsumenten. Weil der Platz in den Regalen beschränkt sei, brauche es aber auch firmeninterne «Missionare».

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