Fasnacht im Leimental
Lokalkolorit in Therwil, buntes Treiben in Oberwil – und in Ettingen wurde der Worstcase abgewendet

In Therwil, Oberwil und Ettingen wurden der Margarethenstich, Elterntaxis und das Schwingfest ausgespielt.

Georges Küng
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bz Fasnacht Leimental In Oberwil spielten die «Löli-Schnägge» den Margarethenstich aus.

bz Fasnacht Leimental In Oberwil spielten die «Löli-Schnägge» den Margarethenstich aus.

Georges Küng
Fasnacht Leimental

Fasnacht Leimental

Georges Küng

Therwil machte den Anfang. Punkt 14 Uhr setzten sich 34 Formationen in Bewegung. Die Cliquen und Guggen, traditionsgemäss keine Pfeifer und Trommler, verwandelten die Bahnhofstrasse im Ortskern in einen bunten Zug. «Därwil» ist eine Beizenfasnacht, die vom Lokalkolorit lebt.

Die grösste Formation waren Die Uferstandene, die auf ihrem Wagen gleich mit 29 Mann präsent waren. Ein Grossteil sind veritable Fasnachtsroutiniers und Ortskoryphäen, die lange eine Fasnachtspause eingelegt haben. Nun, im «3. Lebensabschnitt», zeigen sie, dass der Fasnachtsvirus eine «lebenslange Krankheit, zumindest aber Infektion ist», wie einer von ihnen erklärte. Angeführt wurde die Clique von Gemeinderat Rolf Frei.

Es wurden viele Themen ausgespielt. Selbstverständlich wurde das diesjährige Sujet «50 Joor im Schwung» würdig abgehandelt. Es ist eine Hommage ans Komitée, das sein 50-jähriges Bestehen feiert und eine Erinnerung ans «LandFest 17», das im letzten August zum Jahrhundert-Volksfest verkam. Das 110. Nordwestschweizerische Schwingfest übertraf damals mit 17 000 Besuchern sämtliche Erwartungen.
Oberwil fängt später an

In Oberwil beginnt der Cortège 30 Minuten später als in Therwil: Es ist der bunteste, grösste und lauteste Strassenumzug im ganzen Birsig- und Leimental. Vom Schwanenplatz hinunter bis zum Kreisel ist es ein buntes Treiben – und trotz stetem Regen standen entlang der Hauptstrasse weit über 1000 Besucher. Das Sujet heisst bekanntlich «Mir lääse uf, lade ab und stelle us.»

Gemeint sind damit das Revival des Eierläset, dann der Fahrdienst vieler Eltern, die ihre Jungmannschaft mit dem eigenen Auto, auch «Taxi Mama» genannt, in den Kindergarten respektive die Primarschule bringen, sowie die Gwärbmäss 17. Schliesslich entdeckten wir die Löli-Schnägge, die zur emotionalen Abstimmung zum Margarethenstich, der auch im Leimental wuchtig verworfen wurde, meinten:

Ä rechte Schnägg
hilft amene andere Schnägg,
domit dä nid muess wäg.

Die Millione chöne mr uns spare,
das Trämli söll um de Hügel faahre.

Ein weiteres Merkmal der Oberwiler Fasnacht sind die vielen Jugendlichen aus Basel. Von einer Gruppe Jungs und Mädels erfuhren wir, dass «hier die Fasnächtler, vor allem die Wagisse, am spendabelsten mit Bhaltis sind.»

Fast Geisterfasnacht in Ettingen

In Ettingen hätte es fast eine Geisterfasnacht gegeben. Nachdem Obfrau Claudia Thüring nach der Fasnacht im vergangenen Jahr zurückgetreten war, stand lange nicht fest, ob es für die Ettinger Fasnacht überhaupt wieder eine neue Chefin oder einen neuen Chef geben würde.

Doch in extremis wurde mit Dominik Hediger doch noch eine Person gefunden, welche die Fasnacht geordnet über die Bühne führte. Das Sujet «Wir sind begeistert!» bezieht sich auf die Erleichterung, dass ein neuer Fasnachts-Obmaa zur Verfügung steht.

Dass der Regen ein wenig auf den Besucheraufmarsch drückte, ist logisch. Dafür dürfte die «3. Halbzeit», die Beizenfasnacht, umso mehr Andrang gehabt haben.

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