Angenommen
Lausen sagt Ja zu 115 neuen Wohnungen

Die Gemeinde will auf dem Cheddite-Areal neuen Wohnraum schaffen. Der Zeitraum zur Realisierung des Projekts ist ehrgeizig bemessen.

Daniel Aenishänslin
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Das Tälchen zwischen Windentalhöhe und Cheddite

Das Tälchen zwischen Windentalhöhe und Cheddite

Die Lausner Stimmbürgerinnen und -bürger sagten an ihrer Gemeindeversammlung ganz klar Ja zu einem neuen Quartierplan Cheddite, dem Quartierplan Cheddite II. Deshalb wurden zuerst die Beschlüsse der Gemeindeversammlung von Dezember 2004 aufgehoben. Dieses Prozedere machte einen neuen Quartierplan erst möglich. Das Projekt ist Gemeinde-übergreifend und betrifft auch Liestal.

Entlang A 22 und Ergolz

In Lausen sollen auf dem ehemaligen Areal der Cheddite-Plastic SA entlang der Ergolz und Schnellstrasse A 22 sechs neue Gebäude mit insgesamt 115 Wohnungen (zusätzliche 89 in Liestal) entstehen. Unter den Voraussetzungen des nun obsoleten Quartierplans Cheddite konnten keine Investoren gefunden werden.

Gab es anfänglich noch Opposition aus der Bevölkerung gegen die aktuellen Pläne der Schweizerischen Sprengstoff-Aktiengesellschaft Cheddite mit Sitz im urnerischen Bauen, vertreten durch Totalunternehmer und Immobilienentwickler Losinger Marazzi, so sind sich die Lausner inzwischen einig.

Möglich machte es die Redimensionierung des Projekts. Die maximal fünfgeschossigen Gebäude werden nun einen grösseren Abstand zu den Nachbarn aufweisen – zwölf statt sechs Meter. Gleichzeitig wurden drei der sechs Gebäude um ein Stockwerk weniger hoch geplant. Entlang der Ergolz soll eine Uferschutzzone entstehen.

«Wir wollen eine massvolle Wohnsiedlung statt eine unwirtliche, abgeschottete Gewerbebrache», machte Gemeinderat Peter Gisin Werbung für das Projekt. Gebaut werden soll verdichtet. Gleichzeitig sollen Räume zwischen den Gebäuden entstehen, die Platz bieten, um zu spielen und sich zu begegnen. Die Referendumsfrist läuft bis 14. Oktober. Baubeginn wäre im kommenden Sommer. «Ein ehrgeiziger Zeitplan», räumt Gisin ein. Die Bauzeit soll zwei Jahre betragen.

Noch bevor die Bagger auffahren, wird die zuführende Weidmattstrasse auf einer Länge von 250 Metern – von der Friedhofhalle bis zum Waldrand – ausgebaut. Erneuert werden Trinkwasserleitung, Strassenentwässerung und Strassenbeleuchtung. Der endgültige Belag kommt erst drauf, nachdem die Überbauung des Cheddite-Areals abgeschlossen ist. Somit wird der Schwerverkehr zur Baustelle die künftige Strasse nicht beschädigen können. Für die Strasse wirft Lausen 775 000 Franken auf, für den Ersatz der Wasserleitung 240 000 Franken.

Sprengstoffe produziert

Ab dem Jahr 1912 stellte die Cheddite SA in Liestal Sprengstoffe her. Ihre Produkte wurden verwendet, um den Gotthardtunnel zu bauen. Im Windental zwischen Liestal und Lausen entstanden mehr als 20 Gebäude für Produktion, Direktion, Lager, Fuhrpark sowie für Wohnungen für die Angestellten. 1978 wurde die Produktion nach Isleten im Kanton Uri verlegt, gut 20 Jahre die Restfabrikation eingestellt.

Danach haben Lausen und Liestal umgezont. Aus der Gewerbezone wurde eine Wohnzone. Mit dem Quartierplan Cheddite II soll moderner Wohnraum entstehen, während gleichzeitig einige geschichtsträchtige Bauwerke am Rand der Siedlung erhalten bleiben.

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