Heikle Aussagen auf Twitter
Kommentar zu Isaac Rebers öffentlichen Aussagen zum Thema Impfen: Ein paar Wochen Twitter-Quarantäne

Hans-Martin Jermann
Hans-Martin Jermann
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«Reber muss bei diesem hochsensiblen Thema gleichzeitig Erklärungen und Fakten liefern.»

«Reber muss bei diesem hochsensiblen Thema gleichzeitig Erklärungen und Fakten liefern.»

Keystone/ZB/Monika Skolimowska

Der Baselbieter Baudirektor Isaac Reber setzt sich – einmal mehr – mit unbedarften Aussagen in die Nesseln. Sinngemäss zweifelte der Grüne in einem Tweet an der raschen Zulassung der Corona-Impfstoffe in der Schweiz. Jede Einwohnerin und jeder Einwohner dieses Landes darf kritische Fragen zum Impfen stellen. Für Regierungsmitglieder gelten indes erhöhte Ansprüche.

Reber muss bei diesem hochsensiblen Thema gleichzeitig Erklärungen und Fakten liefern. Als Teil eines Kollegiums, das in der Krise schwerwiegende Entscheide trifft, kann er sich keine flapsigen Kommentare leisten. Auch ist es ein Irrtum zu meinen, man könne sich als Regierungsrat in den sozialen Medien privat äussern. Die Öffentlichkeit wird immer einen Bezug zum Amt herstellen. Selbst unverfängliche Ferienfotos können Kontroversen auslösen.

Reber versuchte offensichtlich die Kantone in Schutz zu nehmen, die auf die Zulassung überrascht reagierten. Tatsächlich nährte Reber unbelegt Zweifel an der Sicherheit der Impfstoffe. Wenigstens wurde er sich der möglichen Wirkung bewusst und ruderte zurück. Mehrere Baselbieter Regierungsräte, so Gesundheitsdirektor Weber, reagierten auf Kritik zuletzt unglücklich bis gereizt.

Weshalb sich angesichts der aufgeheizten Stimmung auch der Baudirektor bemüssigt sieht, sich abseits seines Fachgebiets zu exponieren, bleibt sein Geheimnis. An dieser Stelle ein gut gemeinter Rat: Zu seinem Wohl und zu jenem des Kantons begibt er sich für einige Wochen in Twitter-Quarantäne.

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