Muttenz
Klassenverschiebung aufgeschoben: Eltern erzwingen Lösung auf Zeit

Zwei Primarklassen des Schulhaus Breite in Muttenz sollten verschoben werden. Eine Beschwerde der Eltern gegen diese Klassenverschiebungen zeigt Wirkung – aber nur für ein Jahr.

Julia Gohl
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Das Schulhaus Breite muss bald komplett saniert werden. Zehn Schulklassen müssen dann umziehen.

Das Schulhaus Breite muss bald komplett saniert werden. Zehn Schulklassen müssen dann umziehen.

Kenneth Nars

Es war keine erfreuliche Post, die den Eltern der Schüler der Primarklassen 2 a und 2 b im Februar ins Haus flatterte. Nach den Sommerferien, hiess es da, sollen ihre Kinder vom Schulhaus Breite ins rund 1,7 Kilometer entfernte Schulhaus Margelacker umziehen. Dies, weil der Platz im Breiteschulhaus nicht für alle Klassen ausreicht. Was die Eltern nicht verstehen konnten: Weshalb müssen ausgerechnet die künftigen Drittklässler zügeln, während die angehenden 4. und 5. Klassen bleiben dürfen, wenn die Bewältigung des viel längeren Schulwegs für ältere Kinder doch einfacher wäre?

Die betroffenen Eltern setzten sich zur Wehr, wandten sich an der letzten Gemeindeversammlung mit einer Anfrage an den Gemeinderat und später mit einer Sammelbeschwerde an den Schulrat. Mit Erfolg: Der Schulrat beauftragte die Schulleitung, die Verschiebung nochmals zu überdenken. Das Resultat: Nun sind es zwei 5. Klassen, die das Breiteschulhaus verlassen müssen. Die Drittklässler dürfen bleiben. Die Eltern beider Stufen wurden vor gut zwei Wochen darüber informiert. Beschwerden oder Rekurse seien keine eingegangen, sagt Primarschulleiterin Marianna Hersche.

Damit sind alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt, könnte man meinen. «Aber in einem Jahr werden wir am genau gleichen Punkt stehen», weiss Hersche. Denn dann steht die Komplettsanierung des Breitschulhauses an. Und dafür müssen nicht nur zwei, sondern alle zehn Klassen und damit rund 225 Kinder das Gebäude verlassen.

«Grösstmögliche Transparenz»

Wie all diese Kinder auf die anderen vier Muttenzer Primarschulhäuser verteilt werden sollen, ist noch offen. «Zum Glück bleibt noch etwas Zeit für die Planung», sagt die zuständige Gemeinderätin Franziska Stadelmann. Nur eines kann sie schon sagen: In den übrigen Schulhäusern sei genügend Platz, die zehn Breite-Klassen unterzubringen. Heute Abend sind alle betroffenen Eltern zu einer Infoveranstaltung geladen. «Zu den Einteilungen werden wir dort noch nichts sagen können», erläutert Hersche. «Aber wir wollen wenigstens über die Sanierung informieren und gegenüber den Eltern grösstmögliche Transparenz schaffen – nicht zuletzt wegen der jüngsten Erfahrungen mit der Verschiebung von angehenden Drittklässlern.» Bevor die Schulleitung auf die 5. Klassen umschwenkte, zog sie verschiedene Unterstützungsmassnahmen in Betracht.

In diesem Rahmen prüfte sie unter anderem eine Wegbegleitung zwischen den Schulhäusern Margelacker und Breite, die Verlängerung der Mittagspause für die betroffenen Klassen – die protestierenden Eltern berechneten, dass wegen des langen Schulwegs nur noch gut 15 Minuten für die Mittagspause zu Hause bleiben würden – und das Angebot von Plätzen im Mittagstisch Feldreben. «Über solche Lösungen werden wir auch für die Verschiebungen in einem Jahr diskutieren müssen», sagt Marianna Hersche.

Der bevorstehende Umzug der 5. Klassen ist nicht die erste Zügelaktion, die das «Breiti» in den letzten Jahren erlebt hat. «Das Schulhaus ist einfach zu klein für dieses grosse Einzugsgebiet», so Stadelmann. Das sei einer der Gründe, weshalb es saniert werden müsse. Mehr als zehn Klassen lassen sich im Breiteschulhaus nicht unterbringen. «Und weil wir den ganz Kleinen einen Schulbesuch in ihrem Quartier ermöglichen möchten, mussten fast jährlich ein bis zwei der älteren Klassen das Schulhaus wechseln», erzählt Hersche. Dieses Mal habe man ursprünglich 3. Klassen gewählt, um eine möglichst grosse Konstanz zu garantieren. Die 5. Klassen müssen wegen des Umzugs die Lehrkraft wechseln. «Aber mit dieser Lösung können alle leben.»

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