Migranten
Kanton Baselland warnt vor pauschalen Vorurteilen wegen Corona

Erreichen wir die Migranten in der Coronakrise? Das wollte SVP-Landrat Hanspeter Weibel (Bottmingen) wissen und reichte am 3. Dezember ein entsprechendes Fragenbündel beim Regierungsrat ein.

Zara Zatti
Drucken
Teilen
Die Interpellation reiht sich ein in die schweizweite Diskussion, ob sich Migranten überproportional häufig mit dem Coronavirus infizieren. (Symbolbild)

Die Interpellation reiht sich ein in die schweizweite Diskussion, ob sich Migranten überproportional häufig mit dem Coronavirus infizieren. (Symbolbild)

Keystone

Die Interpellation reiht sich ein in die schweizweite Diskussion, ob sich Migranten überproportional häufig mit dem Coronavirus infizieren. Hinweise darauf würden sich aus Medienberichten ergeben, schreibt Weibel in seinem Vorstoss. Weil bis anhin eine objektive Auswertung diesbezüglich fehlt, wollte Weibel vom Kanton wissen, ob dieser beabsichtige, eine solche aufzugleisen und weitere Massnahmen zu ergreifen; so etwa einen obligatorischen Schnelltest für Reiserückkehrer.

In seiner Antwort vom Montag begründet der Kanton die fehlenden Daten bezüglich Nationalität. Zwar gäbe es in Teststationen die Möglichkeit, seine Nationalität anzugeben. Es handle sich dabei aber um kein Pflichtfeld, weshalb es viele Personen leer lassen würden. Geburtsort, Muttersprache und Anwesenheitsstatus würden nicht erhoben. Entsprechend sei die Situation in den Spitälern.

Menschen in Armut sind eher betroffen

Zur Infizierung spezifischer Gruppen gibt der Kanton zu bedenken, dass sich Menschen eher anstecken, wenn sie nah beieinander sind. Dies könne bei armutsbetroffenen Personen eher der Fall sein. So etwa bei Menschen mit Migrationshintergrund. «Pauschalisierungen in Bezug auf Alter, Geschlecht und Herkunft sind dabei allerdings genauso unzulässig wie pauschale Vorurteile gegenüber einzelnen Wirtschaftszweigen», betont der Kanton. Um Migranten besser zu erreichen, sollen Informationen in mehreren Sprachen künftig aktiver verbreitet werden.

Aktuelle Nachrichten