Kommentar
Jetzt müssen FDP und SVP dringend über Bücher gehen

Andreas Hirsbrunner
Andreas Hirsbrunner
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Kenneth Nars

Beim ersten Mal war es ein Versuch, beim zweiten Mal war es eine Sünde, ein drittes Mal darf es aus bürgerlicher Sicht schlicht und einfach nicht geben. Wir reden von den Kandidaten-Auswahlsendungen, welche die Liestaler FDP und SVP dem Stimmvolk bei Stadtratswahlen unterbreiten.

Das erste Mal war im Herbst 2012: Die Bürgerlichen konnten sich nicht einigen und schickten den inzwischen verstorbenen Paul Pfaff (SVP) und Werner Fischer (FDP) gegen Regula Nebiker (SP) ins Rennen. Nebiker machte praktisch doppelt so viele Stimmen wie ihre beiden Kontrahenten. Beim zweiten Wahlgang holte Pfaff nicht alle freisinnigen Stimmen und hatte keine Chance gegen Nebiker.

Das zweite Mal war jetzt: Die Bürgerlichen konnten sich nicht einigen und schickten Karin Jeitziner (FDP) und Markus Rudin (SVP) gegen Marie-Theres Beeler (Grüne) ins Rennen. Beeler machte praktisch doppelt so viele Stimmen wie ihre beiden Kontrahenten. Beim zweiten Wahlgang holte Jeitziner nicht alle SVP-Stimmen und hatte keine Chance gegen Beeler.

Die wiederholte Wortwahl ist gewollt – die Wahlen von 2012 und jetzt liefen praktisch deckungsgleich ab. Wer das immer noch nicht wahrhaben will, betreibt politisches Harakiri. Dass es nicht zum Ziel führen kann, wenn politische Partner den Stimmbürgern in einem ersten Wahlgang eine Auswahlsendung an Kandidaten gegen einen starken Gegner unterbreiten, müsste eigentlich einleuchten.

Denn das ist nicht klärender Wettbewerb, der den chancenreichsten Finalteilnehmer kürt, wie es die Liestaler FDP und SVP wiederholt weismachen wollten. Das ist vielmehr das folgenreiche Eingeständnis, dass man dem Kandidaten der Partnerpartei das Amt nicht zutraut. Dafür mussten Fischer, Pfaff, Jeitziner und Rudin büssen. Das sollte reichen.

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