Baselbiet
«Ja, ich will»: Regula Nebiker kandidiert für den Regierungsrat

Die Liestaler Stadträtin Regula Nebiker spricht erstmals Klartext: Sie will definitiv für die SP kandidieren. Lange zierte sie sich, doch nun hat sie sich festgelegt und begibt sich in den Wahlkampf um die Regierungsratswahlen von 2015.

Michael Nittnaus
Merken
Drucken
Teilen
Für die Wahl in den Stadtrat gabs einen Blumenstrauss. Vielleicht gibts 2015 vom Kanton einen. BZ-Archiv/Ken

Für die Wahl in den Stadtrat gabs einen Blumenstrauss. Vielleicht gibts 2015 vom Kanton einen. BZ-Archiv/Ken

Kenneth Nars

Ihr Name fiel schon früh. Kaum hatte Urs Wüthrich Anfang Jahr angekündigt, bei den Gesamterneuerungswahlen 2015 nicht mehr für die SP antreten zu wollen, wurde Regula Nebiker als Regierungskandidatin gehandelt. Doch die Staatsarchivarin und Liestaler Stadträtin zierte sich lange.

Erst vor einem Monat exponierte sie sich erstmals – zusammen mit den Landräten Mirjam Würth und Christoph Hänggi sowie alt Landrat Daniel Münger – an einem Hearing der SP Binningen und Bottmingen. Doch mehr als ein «dieses Amt interessiert mich», liess sie sich nicht entlocken. Gegenüber der bz spricht Nebiker nun Klartext:

Frau Nebiker, wollen Sie nun für den Regierungsrat kandidieren oder nicht?

Regula Nebiker: Ja, ich will.

Das klang auch mal anders. Weshalb der Sinneswandel?

Zuerst dachte ich, dass ich mit 57 Jahren zu alt für eine Regierungsratskandidatur bin. Ich wollte eigentlich jüngeren SP-Frauen nicht den Weg versperren. Doch bis jetzt haben sich nicht wirklich viele gemeldet. Also sehe ich keinen Grund mehr, meine eigenen Ambitionen zurückzustellen. Zudem habe ich es mittlerweile auch mit meiner Familie besprochen.

Tatsächlich wären Sie, wenn die vier Bisherigen wiedergewählt werden, sofort die Älteste im Team ...

Das stimmt. Aber ich verspüre einfach die Lust, nochmals etwas Neues anzupacken. Und ich bin überzeugt, dass ich eine fähige Regierungsrätin wäre.

Eine Wahl würde auch bedeuten, dass Sie Ihr Amt als Liestaler Stadträtin abgeben müssten – obwohl Sie es erst seit Ende 2012 innehaben.

Ich möchte meinen Entscheid auf keinen Fall als Kritik an meinem jetzigen Amt verstanden wissen. Die Arbeit für die Stadt Liestal gefällt mir sehr gut. Aber nicht zuletzt auch die Gespräche, die ich mit der SP Liestal und Umgebung geführt habe, ermutigen mich, diesen Schritt zu wagen. Auf die Unterstützung der Sektion kann ich zählen. Sie wird mich sicher für die SP-Nominationsversammlung vom 28. August aufstellen.

Seit der Jahrtausendwende leiten Sie das Staatsarchiv Baselland. Wie schwer würde Ihnen der Ausstieg dort fallen?

Insgesamt bin ich sogar seit 1987 als Archivarin tätig und bin das nach wie vor sehr gerne. Meine Kandidatur ist letztlich ein Abenteuer und ich habe Respekt vor dieser Aufgabe. Doch ich will diese Chance ergreifen.

Bei der SP Baselland ist es ein offenes Geheimnis, dass man mit zwei Kandidaten antreten möchte. Wie sicher ist es, dass eine Frau dazugehören wird?

Eine Frau muss einfach aufs Ticket. Ich fände es cool, wenn sogar beide Tickets an Frauen gehen würden.

Dennoch ist es wahrscheinlicher, dass ein Platz an einen Mann geht – vor allem, falls Nationalrat Eric Nussbaumer nochmals kandidiert. Sie müssten sich also gegen andere Frauen durchsetzen. Hier fallen oft die Namen von Mirjam Würth oder Sabine Asprion (siehe Kasten). Wie wollen Sie sich da durchsetzen?

Diese Konkurrenz scheue ich nicht. Ich bringe Führungserfahrung mit, kenne den Kanton sehr gut und interessiere mich für verschiedene Direktionen. Ich bin gerne Exekutivpolitikerin und traue mir auch zu, die magistralen Aufgaben, die das Amt mit sich bringt, zu meistern.

Ihr Vater ist der mittlerweile verstorbene SVP-Nationalrat Hans-Rudolf Nebiker. Macht Sie das sogar für bürgerliche Wähler interessant?

Früher fand ich es schrecklich, dass viele in mir immer nur die Tochter gesehen haben. Doch auch wenn wir politisch anders tickten, war unsere Einstellung ähnlich: Wie mein Vater habe ich Verständnis für Andersdenkende. Zudem bin ich in Diegten im Oberbaselbiet aufgewachsen. Das kann tatsächlich ein Vorteil sein.