Ausstellung
In Gelterkinden werden Quanten und Nanowelten anschaulich gemacht

Das Departement Physik der Universität Basel führt in Gelterkinden am Samstag eine Publikumsausstellung durch: «Quanten und Nanowelten». Was ist zu sehen, was zu erwarten?

Simon Tschopp
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Peter Reimann ist studierter Elektroingenieur und Leiter Bau-Technik-Sicherheit im Departement Physik der Universität Basel. Er ist Hauptorganisator der Publikumsausstellung «Quanten und Nanowelten».

Peter Reimann ist studierter Elektroingenieur und Leiter Bau-Technik-Sicherheit im Departement Physik der Universität Basel. Er ist Hauptorganisator der Publikumsausstellung «Quanten und Nanowelten».

Zur Verfügung gestellt

Herr Reimann, Quanten und Nanowelten: Mit diesen zwei Begriffen kann Otto Normalverbraucher herzlich wenig anfangen.

Peter Reimann: Quanten sind kleinste mögliche physikalische «Portionen», wo immer sie auftauchen; meistens handelt es sich um Energie. Die Energie eines Körpers ist in diesem Sinne nach der Planckschen Quantentheorie nicht kontinuierlich, sondern beinhaltet diskrete Werte, die «portioniert» oder eben quantisiert sind. Will heissen: Es gibt nur ganz spezifische Zustände in der Physik, die eine Energie annehmen kann. Nano ist ebenfalls etwas sehr Kleines. Nano kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zwerg. Beispielsweise ist ein Nanometer ein Milliardstelmeter, also 0,000 000 001 Meter. Nano ist eigentlich nur eine Vorsilbe für Begriffe wie Nanowissenschaften oder Nanopartikel.

Sie wollen Physik und Nanowissenschaften für Laien verständlich machen. Wie stellen Sie das an?

Das ist vielleicht ein wenig zu weit gegriffen für diese Ausstellung. Es geht eher darum, der Bevölkerung auf leicht bekömmliche Art zu zeigen, was wir im Departement Physik der Uni Basel und in der ganzen Umgebung der Nanowissenschaften und Quantenphysik tun. Wir wollen Transparenz leben. Das Schlagwort «Nano» ist heute zwar in aller Munde, dennoch können viele nichts damit anfangen. An der Ausstellung präsentieren wir ebenfalls technologische Dinge wie Anwendungen von Nanotechnologie in Handys oder GPS und dergleichen. Auch Teile von Kosmologie und allgemeine Physik möchten wir in einfachem und interessantem Rahmen zeigen und erklären. Der Anlass soll Einblick geben in die Tätigkeiten unseres Departements Physik der Universität Basel, die für beide Halbkantone steht.

Welches Publikum wollen Sie ansprechen?

Die Bevölkerung.

Also doch Nichtfachleute.

Ja, aber den interessierten Laien. Es dürfen jedoch nicht nur Laien vorbeischauen. Alle sind willkommen. Interessant ist unsere Ausstellung auch für Junge, die vor der Berufswahl stehen.

Neben Experimenten gibt es Kurzvorträge, die ausschliesslich von Professoren und Doktoren gehalten werden. Diese haben beruflich primär mit Fachleuten zu tun. Können sie komplexe Zusammenhänge problemlos auch Laien erklären?

Das ist die Idee. Heute leben wir in einer anderen Welt. Professoren sitzen nicht mehr im Elfenbeinturm, wie das früher der Fall war. Damals war das eine Gilde unter sich. Heute macht man viele PR-Aktionen, man geht oft hinaus zu den Leuten, wo Fachgebiete auf verständlicher Ebene vermittelt werden. Das gelingt zwar nicht immer, aber oft.

Ist Physik immer logisch?

Jein. Die klassische Physik ist nicht immer, aber eher logisch im Sinne einer Folgerichtigkeit in Denkprozessen, man kann sie intuitiv verstehen und begreifen. Die Mathematik gibt uns ein Werkzeug in die Hand, mit welchem wir die Natur beschreiben und weitgehend eben auch voraussagen können. Moderne Quantenphysik hingegen entzieht sich der üblichen klassischen Denkweise und dem Vorstellungsvermögen, sie folgt einer eigenen Logik.

Publikumsausstellung «Quanten und Nanowelten» in Gelterkinden. Samstag (10 bis 17 Uhr, Mehrzweckhalle).

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