«Auf und davon»
Im Rampenlicht mit Imbisswagen: Baselbieter braten Currywürste in Norddeutschland

Familie Kunz startet mit ihrem Imbisswagen durch – die Sendung «Auf und davon» berichtet über die Auswanderer.

Mirjam Bollinger
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War früher Sportartikelverkäuferin: Brigitte Kunz.

War früher Sportartikelverkäuferin: Brigitte Kunz.

zVg

Am Freitagabend war es für Familie Kunz aus Läufelfingen so weit: Die erste Folge der elften Staffel von «Auf und davon» wurde ausgestrahlt. Die Fernsehsendung begleitet die Auswanderer in Norddeutschland. Dort betreiben sie einen Currywurst-Wagen. «Ein wenig nervös» sei man schon, sagte Sacha Kunz, der 51-jährige Familienvater, kurz vor dem Sendetermin, am Telefon. «Aber es ist eine tolle Geschichte.»

Herausforderung: Ständige Kamerapräsenz

Eine solch positive Einschätzung war nicht immer der Fall während der Monate der Filmaufnahmen. Kurzzeitig zog Familie Kunz die Teilnahme sogar zurück. Noemi, die 13-jährige Tochter, wollte nicht gefilmt werden. Da das Schweizer Fernsehen hartnäckig blieb und einige Aufnahmen herausschnitt, konnte die Familie dennoch für die Serie gewonnen werden.

Der Erfahrung, ständig gefilmt zu werden, steht die Familie dennoch zwiespältig gegenüber. Die Teilnahme habe ihm, Sacha Kunz, grundsätzlich Spass gemacht und nach einer gewissen Zeit zur Routine geführt. Er betont jedoch, dass er sich «das Rampenlicht dank seinem Vater und Grossvater gewohnt» sei. Sein Vater spielte erfolgreich beim FC Basel, sein Grossvater pfiff 1966 den legendären WM-Final England–Deutschland. Für seine Frau und die Kinder sei die immer präsente Kamera schwieriger, manchmal sogar nervig gewesen.

Heimat zwischen Läufelfingen und Dorum

Ob eine Teilnahme bei «Auf und davon» abermals in Frage käme, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Einig ist sich die Familie jedoch in der Auswanderungssache: «Klar, Dorum ist jetzt unser Zuhause, auch wenn es viele Unterschiede zu Läufelfingen aufweist.» Läufelfingen, das 1300-Seelen-Bauerndorf, sei hügelig und waldig; Dorum hingegen liege am Wattenmeer, sei flach und definitiv nicht das, was man sich unter einem Schweizer Dorf vorstelle, auch wenn es nur 3500 Einwohner zähle. «In Läufelfingen waren wir gut integriert, hatten unsere Freunde und Vereine. In Dorum mussten wir uns viele Kontakte erst aufbauen – auch wenn wir seit acht Jahren dorthin in die Ferien fuhren.» Dennoch oder gerade deswegen sei Dorum das Wunsch-Zuhause: «Wir haben viel Arbeit und Herzblut sowohl in den Imbisswagen, als auch in unser Haus gesteckt. Unsere gesamte Existenz liegt nun in Dorum.»

Zukunftspläne mit kleinem Imbissanhänger

Rückblickend haben sich die vielen langen Arbeitstage gelohnt. So sehr sogar, dass Sacha Kunz bereits mit einem zweiten Projekt liebäugelt: Er will einen kleinen Anhänger kaufen, damit er in der viermonatigen Winterpause «nach Lust und Laune an Events fahren» und auch dort die «besten Currywürste» verkaufen kann.

«Auf und davon» SRF 1, freitags, 21 Uhr