Agility
Hundstage im Baselbiet: Hier rennt, springt und tanzt die vierbeinige Elite

Erstmals finden am Wochenende die Champdog Games statt. Im Münchensteiner Kultur- und Sportzentrum Kuspo gehen 140 Teams an den Start.

Daniel Aenishänslin
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Tolle Disziplinen wie Discdoging und Dogdancing: Agility
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Und noch ein Sprung: Mit Elan geht es zur Sache.
Tolle Disziplinen wie Discdoging und Dogdancing: Agility
Links-rechts, links-rechts, wie beim Slalom. Da sind Geschwindigkeit und Geschick gefragt.
Tolle Disziplinen wie Discdoging und Dogdancing: Agility
Champdog Days in Münchenstein

Tolle Disziplinen wie Discdoging und Dogdancing: Agility

Nicole Nars-Zimmer

Es soll etwas entstehen. «Etwas wie es im Pferdesport der CSI von Basel ist», erklärt Veranstalter Martin Thalmann, «aber für Hunde.» Erstmals finden am Wochenende die Champdog Games statt. Im Münchensteiner Kultur- und Sportzentrum Kuspo gehen 140 Teams an den Start. Ein Team bedeutet, ein Hundeführer leitet einen Hund an, möglichst schnell und fehlerlos einen Parcours zu bewältigen. Der Mensch muss den Hund kennen und verstehen. Der Hund muss umsetzen. Machen das beide gut, sind sie das, was ein Team sein sollte. Zwei wie Pech und Schwefel, zwei wie Tim und Struppi, zwei wie Timmy und Lassie.

Schon auf dem Parkplatz vor dem Kuspo ist unschwer zu erkennen, um wen es sich dreht. Kombis mit offenen Hecktüren, die Hundeboxen beherbergen. Da ein Fressnapf, dort ein bellender Dalmatiner. Eine Hundeführerin sitzt neben ihrem Auto auf dem Asphalt, wo sie mit ihrem Terrier ein Sandwich teilt. Vor dem Eingang glimmen die Stengel. Gleichzeitig tauschen sich einige Hundeführerinnen aus. Eine von ihnen beweist Ehrgeiz, zeigt sich deshalb jedoch umso unglücklicher. «Ich hatte heute nicht das nötige Fingerspitzengefühl», bemängelt sie ihren Team-Auftritt.

Auftritte vor vollen Rängen

Martin Thalmann ist guter Dinge. Er sieht den Samstag als Bestätigung. Als Bestätigung die Champdog Games auch im kommenden Jahr wieder durchzuführen. «Das Haus war mit 500 Gästen ausverkauft, es herrschte eine bombastische Stimmung», gerät er ins Schwärmen. Der Samstagabend ist Galaabend. Showelemente unterhalten das Publikum. Discdogging: Hunde hechten spektakulär nach der Frisbee-Scheibe. Dogdancing: Hunde tanzen mit Menschen. Und schliesslich der Mann für das Vorhersehbare. Mike Shiva, Hellseher, Wahrsager, Unternehmer sowie stolzer Besitzer von Pudel Chocolat, darf den riesigen Pokal überreichen. Gewonnen hat den «Super Zehnkampf für Hunde» das Team Orange. «Zehntelssekunden entschieden», betont Thalmann den spannenden Ausgang.

Der Sonntag gehört mehr dem Hund als dem Zuschauer. Die Reihen sind lichter geworden. Die Hunde haben deswegen nicht weniger Spass. Bevor sie auf den Parcours dürfen, sitzen sie gespannt wie ein Pfeilbogen am Start. Einige sind voller Vorfreude und Übermotivation. Gibt der Chef das Zeichen, rasen sie los. Springen über Hindernisse, rasen durch Tunnels, schlängeln sich durch Slalomstangen, wie es aktuell kaum ein Schweizer Weltcupfahrer vermag. Natürlich gibt es auch Hunde, die nicht zwingend gewinnen wollen. Entsprechend gemütlich lassen sie es angehen. Oder Hundeführer, die nicht ganz austrainiert sind und entsprechend ihrem Hund eher hinterherhecheln denn hetzen.

Aus den Lautsprechern klingt Musik. Beispielsweise der eigens für diesen Anlass komponierte Song «Together We Can». Von Enzo Politi gesungen, jedoch nicht angelehnt an Barack Obamas «Yes We Can». Werbebanden umringen das Kunstrasen-Feld. Auf der Tribüne werden die Leistungen der Teams auf dem Tablet analysiert. Das Catering betreibt die noble Hotelkette Radisson. «Wir haben enorm gutes Feedback erhalten», sagt Martin Thalmann. Mit ihm arbeiten 80 Leute aus dem Umfeld seines Vereins, Hundesport Fun Agility-People Aesch, am Gelingen. Thalmann ist seit drei Jahren mit seinem Shetland Sheepdog, kurz Sheltie, selbst ein Teamplayer.

«Wir wollen eine Plattform sein», sagt Thalmann. Einerseits für die ganz starken Teams. In Münchenstein sind einige Schweizer Internationale am Start. Auch aus Deutschland haben sich Wettkampflustige eingefunden. Andererseits soll der Hunde-CSI von Münchenstein eine Plattform dafür sein, «dass Hund und Mensch gemeinsam etwas unternehmen». Nicht nur den obligaten Spaziergang.

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