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Hauensteintunnel: Bleche bis zu einem Meter Länge verloren

Die mehrstündige Sperrung des Hauenstein-Bahntunnels vom Mittwoch ist auf verlorene Ladung zurückzuführen: Auf den Schienen lagen Metallstücke, darunter Bleche bis zu einem Meter Länge.

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Am Mittwochnachmittag ging auf der Bahnlinie zwischen Tecknau und Olten nichts mehr.

Am Mittwochnachmittag ging auf der Bahnlinie zwischen Tecknau und Olten nichts mehr.

jan

Der Schrott auf den Gleisen vom Hauensteintunnel fielen von einem Güterwaggon, dessen Sicherungsnetz teils lose war. Aufgrund der Fahrpläne war rasch vermutet worden, dass ein mit Schrott beladener Güterzug die Streckensperrung vom Mittwoch ausgelöst haben könnte. Dies hat sich bestätigt, wie ein Sprecher der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) am Donnerstag sagte.

Nach der Meldung des Falls habe man den verdächtigten Zug bei Zofingen angehalten. Dort wurden tatsächlich bei einem Waggon lose Gurte an jenem Netz festgestellt, das die Ladung sichert. Dieser Waggon wurde dann laut dem SUST-Sprecher aus dem Zug genommen.

Im Tunnel seien diverse Metallteile gefunden worden, darunter Bleche von bis zu einem Meter Länge. Die Dauer der Sperrung erklärt sich damit, dass darauf der ganze Tunnel nach gefährlichen Objekten abgesucht und die Infrastruktur nach Schäden überprüft werden musste.

Ursache für losen Gurt wird noch abgeklärt

Laut SUST war der SBB-Güterzug mit dem Schrott vom Rangierbahnhof Basel nach Emmenbrücke LU unterwegs. Ohne dem noch ausstehenden Untersuchungsbericht vorzugreifen, dürfe man hier wohl von einem Belademangel ausgehen.

Neben der SUST-Untersuchung laufen auch bei den SBB intern Abklärungen, wie ein SBB-Sprecher am Donnerstag sagte. Dass ein SBB-Güterzug Ladung verliert, sei "extrem selten".

Noch sei völlig offen, warum besagter Gurt los war. Der SBB-Sprecher warnte vor Spekulationen, ob zum Beispiel Fehlverhalten, Dritteinwirkung oder Materialermüdung dahinter stehen. Dank der Aufmerksamkeit und raschen Reaktion der Lokführer sei nichts passiert. Für Passagiere habe jedenfalls nie eine Gefahr bestanden.

Am Mittwoch hatte um 13.15 Uhr ein Lokführer die gefährlichen Objekte auf den Schienen bemerkt. Darauf wurde der Streckenabschnitt in beiden Richtungen gesperrt. Diverse Züge wurden umgeleitet oder fielen aus; es kam zu Verspätungen. Um 17 Uhr wurde der Tunnel eingleisig wieder freigegeben, ab 18.30 Uhr lief der Bahnverkehr dort wieder normal.

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